Untergewicht

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Christin
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Untergewicht

Beitrag von Christin » 8. Oktober 2015, 20:29

Hallo,

ich weiß das Thema wurde hier schon oft angesprochen, aber ich frage trotzdem nochmal in die Runde.

Nach etwas über einem Jahr nach meiner Linksresektion verliere ich seit drei Monaten an Gewicht. Ich wiege nur noch 49kg. Ich nehme Kreon, pro 1g Fett nehme ich 2.000 Einheiten. Ich esse fünf bis sechs mal am Tag. Ich esse wirklich viel und ausgewogen. Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Vollkorn, 10% Fett Joghurt, Haferflocken, Nudeln, Kartoffeln, Nüsse..... Also alles was ansetzen sollte. Meine Verdauung ist mal normal, aber ich habe auch oft fettigen und breiigen Stuhl.

Ich schaffe es mit viel Essen nun gerade dieses Gewicht zu halten. Dabei habe ich das erste Jahr mit weniger Essen mein Gewicht halten können.

Mein Blutbild war gut, klar Vitaminstatus alles untere Grenze, aber ich habe die Tabletten hochdosiert, gerade das Vitamin D.

Ich möchte unbedingt etwas zunehmen, aber wenn ich noch mehr esse habe ich das Gefühl das alles wieder halb verdaut heraus kommt.

Habt ihr Tips für mich, ähnliche Erfahrungen, was hilft euch?

Ich bin wirklich für jede Antwort dankbar. Wenn ich noch mehr abnehme, kann man mich als Skelett irgendwo ausstellen, es ist nicht schön.

LG Christin

uwe
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Re: Untergewicht

Beitrag von uwe » 9. Oktober 2015, 08:59

Hallo christin,

Wenn ich lese das dein stuhlgang breiig und ungeformt ist,liegt der verdacht nahe, ddas du mehr Enzyme für die Verdauung brauchst.
Nimm einfach mal mehr Kreon. Die Dosierempfehlung ist nur ein Richtwert...
Zuviel macht nix,wird einfach ausgeschieden...
Eine gesunde BSD produziert permanent Enzyme...und ein vielfaches der Menge die wir als Kreonkabseln einnehmen..
Ich musse auch die Menge während meinerüber 10jährigen Krankheitsgeschichte nach oben korrigieren.

Schönes beschwerdefreies Wochenende
Uwe

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Lutz Otto
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Re: Untergewicht

Beitrag von Lutz Otto » 9. Oktober 2015, 13:08

Liebe Christin,

ich kann Deine Ängste, weiter abzunehmen sehr gut nachvollziehen.
Nach meiner zweiten Pankreas-OP wurde ich mit einem Gewicht von 53 kg bei 1,86 cm entlassen.
Laufen etc. war fast unmöglich, die ersten Wochen nach der OP verbrachte ich im Rollstuhl, weil mir einfach die Kraft fehlte.
Nach gut zwei Jahren habe ich dann allerdings ein Gewicht von 72 kg erreichen können. Heute habe ich 80 kg, wobei dass mein Wohlfühlgewicht ist.
Was ich eigentlich damit sagen möchte, hab etwas Geduld und verzehre das, worauf Du Appetit hast und verträgst.
Ich habe damals viel Süßes gemacht, Eis mit Sahne, alles was eigentlich zusetzt.
Auch bei der Dosierung Deiner Enzyme, würde ich Dir durchaus eine Erhöhung um das Doppelte empfehlen.
Deine beschriebenen Stuhlgänge deuten ja darauf hin, dass die Einnahme Deiner Enzymmenge zu gering ist.
Wenn Du sehen würdest, wieviel Enzyme ich zu mir nehme, würdest Du Dich fragen, ob ich normal bin. Ohne, oder zu gering geht bei mir nichts.
Gerade bei großen, fettigen Speisen geize ich nicht. Generell nehme ich nur 40 000 E .
Wie Uwe schon geschrieben hat, korrigiere Deine Einnahme bitte nach oben.
Ich hatte sehr lange Deine Symptomatik, habe dann aber mit dem behandelnden Ärztin ( OP-Klinik/ Nachsorge)besprochen, statt 2000 E meist mit 6000 E /1 gr. fett zu korrigieren.
Diese hat mir auch für die HÄ eine schriftl. Bestätigung über die hohe Dosierempfehlung ausgestellt, da meine HÄ meinte, bei Fragen der KK müsse sie die gr. Mengen der Verordnung rechtfertigen können. Seither gibt es keinerlei Probleme.
Damit geht es mir viel, viel besser.

Entschuldige, dass es nun doch ein paar Zeilen mehr geworden sind.

Ich wünsche Dir ein schönes, beschwerdefreies Wochenende und für die Zukunft viele Kilos!
Ein herzlichen Gruß aus Magdeburg

Lutz Otto


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Christin
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Re: Untergewicht

Beitrag von Christin » 9. Oktober 2015, 16:40

Lieber Uwe, lieber Lutz,

vielen Dank an euch beide. Ich werde die Enzyme nun höher dosieren und hoffe auf mehr Kilos auf den Rippen.

Habt auch ein schönes erholsames Wochenende.

Liebe Grüße

Rheinlaenderin
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Re: Untergewicht

Beitrag von Rheinlaenderin » 8. Juni 2017, 12:09

Liebe Christin,
in deinem Beitrag aus 2014 beschreibst du ziemlich genau meine aktuelle Situation. Wie ist es bei dir damals weitergegangen? Was hast du unternommen? Mir welchem Erfolg? Wie sieht es mit deinem Gewicht heute aus? Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen. Zu meiner Situation:
Mir wurden Anfang 2016 Pankreasschwanz, Milz, Gallenblase, linke Niere, linke Nebenniere und Teile von Dünn-und Dickdarm entfernt. Drei Monate später erforderte ein Ileus in Folge der ersten Op eine subtotale Kolonresektion. Das Ganze übrigens aufgrund der Fehldiagnose: "Lokal weit fortgeschrittener BSDK"; in Wirklichkeit Pankreatitis. Nach der ersten OP wog ich bei 172 cm noch 52 kg, nach der zweiten 47. Ich konnte zunächst kaum etwas essen und litt unter den hier häufig beschriebenen Symptomen (wässrige Durchfälle, Schmerzen, stärkste Blähungen). Mit Hilfe parenteraler Zusatzernährung stieg mein Gewicht in einem halben Jahr auf 59 kg, in weiteren vier Monaten nach Absetzten der parenteralen Ernährung habe ich weitere 2 kg zugenommen, so dass ich bei 61 Kg, etwa meinem ursprünglichen Gewicht landete. Anfang Mai 2017 hatte ich ein paar Tage heftigen Durchfall, der sich aber wieder beruhigte (Fehlbesiedlung, Infekt wurden ausgeschlossen, Spiegelung war unauffällig). Seitdem nehme ich jedoch kontinuierlich ab, so dass ich nun wieder bei etwas über 59 kg bin. Gleichzeitig lässt meine Fitness wieder nach und ich fühle mich, insbesondere morgens, sehr müde.
Viele Grüße
Rheinlaenderin

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Cerberus
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Re: Untergewicht

Beitrag von Cerberus » 8. Juni 2017, 18:03

Das Ganze übrigens aufgrund der Fehldiagnose: "Lokal weit fortgeschrittener BSDK"; in Wirklichkeit Pankreatitis.
Schon wieder jemand, von dem ich das lese! Oder hatte ich das von Dir schon..... ?

Also auch nutzlos Organe entnommen etc. pp.
Aus einem verzagten Arsch kommt nie ein fröhlicher Furz. (Martin Luther) :mrgreen:

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Cerberus
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Re: Untergewicht

Beitrag von Cerberus » 8. Juni 2017, 18:19

Mir kommt es so vor, daß im Zweifel, ob Entzündung, Krebs/Karzinom, Nekrose oder was auch immer, schlußendlich gleich mal das Lukrativste "gewählt" wird. Schließlich bringt ja nur der richtige Pankreas Ca auch richtig was ein. Eine Entzündung kriegt man vielleicht so in Griff früher oder später. Bringt nix. Unspektakulär.
Außerdem stärkt jede vollbrachte Whipple-OP das Ansehen der Klinik. Gibt ja fast schon einen Wettbewerb, wer die meisten einschägigen OP durchführt. Statistiken werden immer wieder veröffentlicht. ("Kommen sie zu uns! Wir sind die wahren Spezialisten.")
Aus einem verzagten Arsch kommt nie ein fröhlicher Furz. (Martin Luther) :mrgreen:

Rheinlaenderin
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Re: Untergewicht

Beitrag von Rheinlaenderin » 8. Juni 2017, 20:01

Ich hatte das mit der Fehldiagnose tatsächlich schon einmal in anderem Zusammenhang geschrieben. Natürlich bin ich darüber nach wie vor unendlich traurig und mitunter auch wütend. Und ich bin auch davon überzeugt, dass der "Wettbewerb" in der Medizin eher Fluch als Segen ist. Ich räume allerdings ein, dass die Differentialdiagnostik zwischen Pankreas Ca und Pankreatitis mitunter sehr, sehr schwierig ist. Der einzig richtige Schluss: Immer eine zweite Meinung hören, am besten immer in einem der anerkannten Zentren, also in Bochum oder Heidelberg. Ich habe inzwischen - für mich leider zu spät - erfahren, dass Ärzte anderer Kliniken in unserer Gegend von sich aus zum Einholen einer Zweitmeinung raten (und Bochum empfehlen).
Und: Ich hatte von einem niedergelassenen Radiologen übrigens vorher die Diagnose "Pankreatitis". Die Krankenhausärzte, die meine Hausärztin mir empfohlen hatte, waren allerdings so felsenfest von ihrer Diagnose überzeugt, dass sie zu all meinen geäußerten Zweifel immer wieder eine "bessere Antwort" wussten.
Nun muss der Blick nach vorne gehen. Wie schon geschrieben, geht es mir, verglichen mit dem Zustand nach den Ops relativ gut. Mich frustriert und verunsichert zur Zeit, dass ich seit ein paar Wochen wieder abnehme, obwohl ich vorher stetig zugenommen hatte. Gibt es dazu Erfahrungen?
LG
Rheinlaenderin

Christin
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Re: Untergewicht

Beitrag von Christin » 8. Juni 2017, 20:47

Hallo Rheinländerin,
bei mir hat es sich mit Zeit mit dem Gewicht wieder eingependelt. Ich denke Zeit und Geduld spielen da leider mit rein. Gerade weil du ja auch eine 2. schwere Op hattest und der Körper meiner Erfahrung nach doch etwas braucht um das zu verarbeiten. Ich hatte auch immer Durchfall trotz Unmengen Kreon, dann auf einmal (wirklich von heute auf morgen) hatte ich Verstopfung und brauche es kaum noch. Hatte auch eine Darmspiegelung weil ich es mir nicht erklären konnte und Angst hatte das was nicht stimmt. Aber alles war ok.
Ich glaube so 2,5 Jahre nach der Op ging es auf einmal. Ich wurde da auch gelassener und machte mir keinen Stress mehr. Meine Elastase lag bei ca. 180 vorher 60 oder 70. Ich habe einfach gegessen. Natürlich mit immer einem Auge auf den Zucker. Fett und Obst/Gemüse helfen bei mir gegen hohe BZ Anstiege. Ob es einfach die Zeit war die mein Körper brauchte ? Vielleicht ist der Darm auch etwas träge geworden wegen Verwachsungen ? Natürlich habe ich auch mal Durchfall und sowieso sehr oft extrem viel Luft im Bauch. Aber das hatte ich auch mit Kreon. So richtig rund läuft es auch heute nicht immer, aber ich habe mein Gewicht von vor der Op. Ich war schon immer schlank und solange ich nicht aussehe wie eine Magersüchtige ist das auch ok für mich.

Meine Ernährung ist zum größten Teil sehr ausgewogen und gesund. Aber ehrlicherweise muss ich sagen das mein plus an Gewicht wohl doch auch von MC Donald und Döner stammen. An 2 Tagen die Woche habe ich mir das einfach gegönnt als das Gewicht so runter war. Auch heute halten wir mal dort und essen Fast Food. Natürlich nicht in Mengen aber ab und an mag ich es einfach. Ansonsten esse ich relativ normal. Mein Frühstück besteht seit der Op wirklich fast jeden morgen aus 2 Eiern, 10%Fett griechischen Joghurt mit Haferflocken und frischen Heidelbeeren/ im Sommer auch mal Himbeeren und Erdbeeren. Mittags normal z.B. Kartoffeln, Frikadellen und Bohnen, nachmittags mal Eis, mal Torte (Fett) mal Obst. Am Abend gibt es Salat mit Feta oder Mozarella und 2-3 Scheiben Brot mit ordentlich Butter drunter. Wir grillen auch oft im Sommer und naja ich esse wohl deutlich mehr Fleisch als man sollte. Aber meine Oma lebt mit ü80 auch noch obwohl es jeden Mittag Fleisch gibt.
Am Abend esse ich auch mal ein paar Pistazien, dunkle Schokolade oder Chips. Also ein Patent-Rezept habe ich leider nicht. Mein Glück ist das ich mit Fett relativ gut klar komme.

Auch jetzt wo ich gerade etwas gemäßigter esse weil ich vor 4 Wochen ein 10x20 cm Netz wegen Narbenbruch bekommen habe, halte ich das Gewicht.
Was ich noch regelmäßig nehme ist Lovus Heilerde. Von Hübner das Silicea Magen Darm Gel habe ich auch gerade geholt. Das hilft mir auch etwas und Tabletten von budni wegen der fehlenden Galle nehme ich auch ab und zu. Da steht einiges im Regal.

Was mir noch einfällt... immer wenn ich müde und schlapp werde ist mein Eisenwert im Keller und Vitamin D meist auch. Ich nehme wöchentlich 1-2 Dekrostol und Eisen auch 1-2 ferro sanol 100 mg um den Spiegel zu halten. Alle 3 Monate großes Blutbild beim Hausarzt und das klappt.

Ich denke viel hat einfach die Zeit gemacht und so wenig Stress wie möglich. Stress, auch den den ich mir selber mache schlägt mir sofort auf die Verdauung. Ich hätte auch gerne mehr Gewicht und beneide andere Frauen um ihre weiblichen Kurven. Aber ich habe jetzt so 56kg bei 170cm und sehe damit nicht krank aus. Kommt bestimmt auch auf den Körperbau an. Vielleicht kommt da nochmal was im Alter dazu, das wäre schön.

LG

Rheinlaenderin
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Re: Untergewicht

Beitrag von Rheinlaenderin » 8. Juni 2017, 21:20

Guten Abend Christin,
vielen Dank für die schnelle Antwort! Hat sehr gut getan, da heute einer dieser Tage war, die ich als ziemlich "dunkel" bezeichnen würde. Das kennst du ja sicher und das kennen, glaube ich inzwischen, die meisten hier im Forum. Dass es sich um sehr große Zeitfenster handelt, von denen man ausgehen muss, um Besserung zu spüren, weiß man ja, aber dennoch glaube ich es eher, wenn jemand wie du noch einmal deutlich von 2,5 Jahren aus eigener Erfahrung spricht.
Ich esse auch relativ viel, wobei ich, insbesondere wegen des fehlenden Magens, nur sehr kleine Portionen essen kann, was dazu führt, dass ich gefühlt dauernd esse oder trinke. Spaß macht mir das nicht, zumal ich eigentlich genau das esse, was ich früher nicht gegessen habe und das weglassen muss, was ich gern gegessen habe (z.B. Salat, zu viel Volumen für die enthaltenenen Kalorien; z. B. Hülsenfrüchte, soll man bei fehlendem Magen weglassen).
Ich werde morgen dann wieder mit dem Ess- und Kreonmarathon starten und mich an deine Worte erinnern.
Viele Grüße
Rheinlaenderin

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