Irreversible Elektroporation beim inoperablen Pankreaskarzinom - Erfahrungen?

(zystische Pankreastumore und neuroendokrine Tumore des Magen-Darm-Traktes und der Bauchspeicheldrüse)

Mit diesem Diskussionsforum, das wir hier als weitere Säule des AdP- Forums zur Verfügung stellen, geben wir Ihnen die Gelegenheit, sich über Seltene Tumore an der Bauchspeicheldrüse untereinander und/oder im Bedarfsfall auch mit Herrn Prof. Dr. Marco Siech (marco.siech@ostalb-klinikum.de) bzw. Herrn Prof. Dr. Rainer Klapdor (Prof.Klapdor@t-online.de) auszutauschen. Beiträge, die keinen Bezug zu dieser besonderen Thematik haben, müssen wir leider ohne weitere Ankündigung entfernen bzw. verschieben.
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znoc1
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Irreversible Elektroporation beim inoperablen Pankreaskarzinom - Erfahrungen?

Beitrag von znoc1 » 2. März 2016, 10:41

Hallo zusammen,

bei meiner Tante wurde Mitte letzten Jahres ein Pankreaskopfkarzinom diagnostiziert. Sie hat schon einige Zyklen Chemotherapie hinter sich. Der Tumor ist wohl auch kleiner geworden, allerdings ist sie was die Lebensqualität anbelangt immer noch sehr eingeschränkt. Noch dazu ist der Tumor leider inoperabel. Sie setzt nun all ihre Hoffnung in ein neues Verfahren, das deutschlandweit wohl nur von einer Klinik in Stralsund angeboten wird, die irreversible Elektroporation des Karzinoms.

Gibt es hier vielleicht jemanden der schon Erfahrung mit diesem Verfahren gemacht hat?

Viele Grüße, Franzi

Manu1966
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Re: Irreversible Elektroporation beim inoperablen Pankreaskarzinom - Erfahrungen?

Beitrag von Manu1966 » 10. März 2016, 23:50

Hallo Znoc,

es tut mir so unendlich leid, das sagen zu müssen: Vergiss es einfach...

Mein Mann bekam am 15.01,15 Diagnose: BSPD-Karzinom, Inoperabel.

Chemo Folfirinox. Operabel. Hoffnung, Chirurgisch alles weg. Krebszellen im Bauchfell. Nochmal Chemo.

Ein halbes Jahr später: Rezidiv im Zwölffingerdarm. Lymphknoten befallen. Lungenmetastasen.

ENDE......

Ich schicke keine Smileys, ich baue Dich nicht auf. Es wäre verlogen. Steh ihm bei und nimm Abschied. Vielleicht habt Ihr "Glück" - wir sind immerhin 14 Monate nach Diagnose.


Verzeih meine Offenheit, aber wäre Euch mit unbegründeten Hoffnungen gedient?

Liebe Grüße und alles erdenklich Gute,
Manu
Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens.

znoc1
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Re: Irreversible Elektroporation beim inoperablen Pankreaskarzinom - Erfahrungen?

Beitrag von znoc1 » 19. März 2016, 10:46

Hallo Manu,

vielen Dank für deine Antwort und deine offenen und ehrlichen Worte.

Ich hatte lediglich gehofft hier evtl jemanden zu finden, der diese Therapiemethode kennt oder selbst damit Erfahrungen gemacht hat. Die Entscheidung für die OP ist schon gefallen. Meine Tante hat Anfang April einen Termin in Stralsund. Dass diese Therapie wohl kein kurativer Ansatz ist ist ihr bewusst. Aber solange sich ihre Lebensqualität verbessern lässt und sie vllt noch einige unbeschwerte Monate hat spricht denke ich nichts dagegen es wenigstens zu versuchen....

Liebe Grüße,

Franzi

Manu1966
Beiträge: 69
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Re: Irreversible Elektroporation beim inoperablen Pankreaskarzinom - Erfahrungen?

Beitrag von Manu1966 » 20. März 2016, 21:48

Liebe Franzi,

jetzt mal langsam - der Tumor wird operiert?! Das hört sich schon ganz anders an. BSPD-Tumore sind - wie bei meinem Mann auch - in aller Regel soweit fortgeschritten, dass es schlicht zu spät für eine OP ist. Offenbar erlebt Deine Tante grade dasselbe wie mein Mann. Tumor inoperabel. Chemo. Lass mich raten - Folfirinox? OP in Strahlsund??? Sorry, Mecklebburg-Vorpommern ist landschaftlich wunderschön, aber medizinisch hat sich jenseits der Mauer glaube ich eine ganz andere Welt entwickelt. Never ever würde ich mit SO EINER OP in ein dortiges KH gehen. Versteh mich bitte nicht falsch, aber da hab ich größte Bedenken. Die hatte ich ja selbst im Westen, und das mit Recht, wie sich herausgestellt hat. Für BSPD gibt es in Deutschland nur 2 Kompetenzzentren: Bochum und Heidelberg. Da stimmen mir die Forenmitglieder auch sicher alle zu.

Ich wünsche Deiner Tante alles Glück.... Aber tu Dir und ihr einen Gefallen: Lasst die Finger von Protonen-, Kurkuma-, Himbeeren- und weiß der Geier für Alternativtherapien. Ich befürworte Naturheilkunde sehr; unser Hausarzt ist neben Schul- auch Naturmediziner, und der greift immer zu NICHT-Chemie, wenn es geht - aber hier hilft, wenn überhaupt, nur die Schulmedizin. Und auch die gewinnt nicht...

Wir müssen realisieren, dass BSPD-Krebs DER Agro-Krebs überhaupt ist. Wir müssen akzeptieren, dass er - noch - nicht besiegt werden kann. Wir müssen verstehen, dass das deshalb so ist, weil dieser Krebs so selten ist und zuwenig Studienmaterial vorliegt.

Im Endeffekt müssen wir vielleicht einfach nur den Tod akzeptieren.... Wer gläubig ist, macht Gott verantwortlich, wer Atheist ist wie ich, zieht Darwin zur Verantwortung....

Wie auch immer - mein Mann hat Dank der Schulmedizin nun seit Diagnose 14 Monate überlebt.

Wenn Du kannst und magst, schreib ein bissl mehr. Wo sitzt der Tumor - Kopf, Schwanz? Nebenorgane, Arterien infiltriert? Wie groß ist der Scheißkerl? Welche Chemo hatte Deine Tante, wie ging es ihr dabei?

Es ist noch längst nicht alles verloren - auch wenn auf Dauer der Tod nicht besiegt wird.

Ich wünsche Euch viel Kraft und bin gerne da, wenn Du Fragen hast.

Alles Gute und liebe Grüße,
Manu
Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens.

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Cerberus
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Re: Irreversible Elektroporation beim inoperablen Pankreaskarzinom - Erfahrungen?

Beitrag von Cerberus » 23. Dezember 2016, 13:40

wer Atheist ist wie ich, zieht Darwin zur Verantwortung....
Das ist vielleicht ein Mumpitz.
Aus einem verzagten Arsch kommt nie ein fröhlicher Furz. (Martin Luther) :mrgreen:

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