Diabetes nach BSD OP

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Paul86
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Re: Diabetes nach BSD OP

Beitrag von Paul86 » 31. Mai 2017, 18:14

Man kann auch nach Whipple wegen etwas BSD fremden operiert werden. Ist nur die OP Methode mit der Zugang zum Bauchinneren verschafft wird.
Fällt halt unterschiedlich schwer aus je nachdem was gemacht werden muss.
Zuletzt geändert von Paul86 am 31. Mai 2017, 18:23, insgesamt 1-mal geändert.

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Cerberus
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Re: Diabetes nach BSD OP

Beitrag von Cerberus » 31. Mai 2017, 18:16

angel29280 hat geschrieben:
Es gibt anscheinend bei Whipple einmal eine erhaltende OP und eine Komplett-OP.
Zweifellos werden je nach Fall verschiedene Organe, ganz oder teilweise, entfernt. Und die "Aktion" hat immer noch denselben Namen. Verwirrend, sage ich mal.

Ich habe gemerkt, daß, wenn ich Medizinern was von Totaltektomie der BSD erzähle, die sich scheinbar mehr vorstellen können. Sage ich "Whipple", wird noch fünf-, siebenmal nachgefragt. Was denn da genau..... hmm...?
Eine Totalentnahme (=Totaltektomie) ist da wohl eindeutiger.

:mrgreen:
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Jarl
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Re: Diabetes nach BSD OP

Beitrag von Jarl » 31. Mai 2017, 18:20

Cerberus hat geschrieben:
Jarl hat geschrieben: Also komplett fehlt sie sowohl bei mir nicht als auch beim Threadersteller, da wir beide eine Whipple-Op hatten. Natürlich fehlt mit den Pankreaskopf trotzdem ein wichtiger Teil.
Hier muß ich doch noch mal wegen den Begrifflichkeiten fragen:

Ich hatte eine totale Tektomie. Also BSD u.a. Organe komplett weg. Bei mir wird aber auch von einer Whipple gesprochen. Auch von Ärzten. Ja, was denn nun?
Hm interessant, das wusste ich auch noch nicht.
Bei mir wurde "nur" der Pankreaskopf und ein Teil des Zwölffingerdarmes entfernt, sonst komplett magenerhaltend.

angel29280
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Re: Diabetes nach BSD OP

Beitrag von angel29280 » 31. Mai 2017, 19:38

Hey Paul,
Ist nur die OP Methode mit der Zugang zum Bauchinneren verschafft wird. 
Danke für die Aufklärung und das du Licht ins Dunkel bringst! Hab bis jetzt "gewhippelt" nur in Verbindung mit BSD gehört und gelesen. Wusste nicht, dass auch andere Bereiche so operiert werden auf diese Art.
Liebe Grüsse eure Angel

Christin
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Re: Diabetes nach BSD OP

Beitrag von Christin » 1. Juni 2017, 13:14

Hallo Daniel,
bezüglich deiner Frage zu den Tabletten und dem Diabetes wurde mir auf einem adp Treffen von einem Arzt mal gesagt das es keinen Sinn macht. Einfach deshalb weil diese Tabletten für Typ 2 Diabetiker sind die ja an einer Insulinresistenz leiden. Vor allem diese DPP4 Hemmer sollten wir Drüsis meiden. Wir Operierten sind ja nicht resistent sondern was weg ist ist weg und fehlt einfach.
Die Tabletten würden die vorhanden Beta Zellen auspowern und früher oder später spritzt man dann doch Insulin. Sinnvoller ist es den Rest mit Insulin zu unterstützen. Ich stand auch oft schon an der Grenze zum Diabetes (Linksresektion) Durch eine gesunde Ernährung mit einer moderaten Menge an Kohlenhydraten habe ich mittlerweile gute Werte (Hba1c 5,5) Das heißt nicht das ich auf meine Marzipantorte oder mal ein Eis verzichte. Aber eben alles mit Bedacht.
LG

Jarl
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Re: Diabetes nach BSD OP

Beitrag von Jarl » 1. Juni 2017, 14:33

Ich muss wirklich nächstes Mal meine Gastrologin fragen, wiehoch bei mir das Risiko einer Diabetes ist.
Meines Erachtens ist der Schwanz hierbei wichtiger als der Kopf des Pankreas bei der Insulinproduktion, und bisher sind auch seit gut einem halben Jahr meine Blutzuckerwerte noch alle in Ordnung. Einem Bekannten wurde ein Teil des Schwanzes entnommen und dieser wurde daraufhin Diabetiker.
Aber wahrscheinlich kommt dann die typische Antwort: "Das kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein", so wie die Frage ob man lebenslänglich Enzyme nehmen muss.

Christin
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Re: Diabetes nach BSD OP

Beitrag von Christin » 1. Juni 2017, 21:55

Hallo,
ja ich denke auch das wird in etwa die Antwort sein. Das wurde mir auch gesagt. Entweder hat man Glück und es geht noch Jahre gut oder es erwischt einen gleich nach Op.
Noch befinde ich mich unter den Glücklichen und habe mein BZ extrem im Blick. Nüchtern immer 75-90. Nach dem Essen meist auch noch im Rahmen. Ich denke man kann über Ernährung einiges steuern wenn man sich da einliest. Wieviel BE auf einmal, Fett-Protein Bremse, Ballastoffe etc.... ich habe mir meinen Plan mit essen und messen so ausgetüftelt. So lange es nicht zu drastische Einschränkungen sind kann man damit leben. Aber Essen ist für mich auch ein Stück Lebensqualität und wenn es so mal nicht mehr geht muss man da wohl durch. Mir fehlt der Pankreasschwanz und seit fast drei Jahren geht es BZ technisch noch. Wie lange kann halt kein Arzt voraus sagen. Die meisten Inselzellen liegen im Schwanzbereich und der ist leider weg.
LG

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Cerberus
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Re: Diabetes nach BSD OP

Beitrag von Cerberus » 2. Juni 2017, 17:45

Jarl hat geschrieben: Aber wahrscheinlich kommt dann die typische Antwort: "Das kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein", so wie die Frage ob man lebenslänglich Enzyme nehmen muss.
So isses! Und hierzulande haben alle Leute, auch die mit kompletten BSD, eine hohe Chance, Diabetes zu bekommen.
Meinereiner hatte den Typ 1 schon seit Anfang 2002. Betazellen hatten sich "verabschiedet" u. es ging mir immer dreckiger. Beim Typ 1 kriegt man die Auswirkungen noch eher mit als bei einem Typ 2, wo er sich echt jahrelang "verstecken" kann u.U.
Aus einem verzagten Arsch kommt nie ein fröhlicher Furz. (Martin Luther) :mrgreen:

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Re: Diabetes nach BSD OP

Beitrag von Melanie 1974 » 2. Juni 2017, 17:53

Ich packe mal kurz den Klugschwätzermodus aus und sage nochmal was zu den Begrifflichkeiten der "Whipple-OP", mit der wir familiär jede Menge Erfahrung haben .
Der korrekte Name des Eingriffs lautet " Duodenopankreatektomie" , und bedeutet, das teilweise oder totale Entfernen des Pankreas ( teilweise betrifft hier den Bauchspeicheldrüsenkopf), mitsamt des Zwölffingerdarms. Zusätzlich werden häufig noch Nachbarorgane wie Gallenblase mitentfernt.
Dann gibt es noch die Pankreaslinksresektion, bei dem der Schwanz oder Teile des Pankreaskörpers entfernt werden, milzerhaltend oder mit Entfernung dieser.
"Whipple OP" , eigentlich Kausch-Whipple OP, benannt nach den ersten Chirurgen, die dies durchführten,ist eigentlich klassisch genannt nur die OP, bei der Pankreaskopf, Zwölffingerdarm, Gallenblase, distaler Gallengang, sowie das Magenantrum entfernt werden, zusätzlich oft regionäre Lymphknoten.
In den letzten Jahren wird jedoch sehr oft die Magenpyloruserhaltende Whipple OP nach Traverso-Longmire durchgeführt, bei der der Magenpförtner erhalten bleibt.
Mein Vater hatte 1998 solch eine pyloruserhaltende Whipple, inzwischen hat er aber auch eine totale Entfernung der Bauchspeicheldrüse hinter sich. Er ist natürlich nun Diabetiker.
Mein Sohn hatte mit 9 Jahren eine milzerhaltene Pankreaslinksresektion, er ist inzwischen 18 und kein Diabetiker, er hat keinerlei Einschränkungen.
Ich werde am 7. Juli eine Whipple OP nach Traverso bekommen. Mal sehen, was dabei raus kommt, ich hoffe, keine Diabetes.
Wir haben alle eine familiäre Erkrankung mit Namen MEN1, bei der man neuroendokrine Tumore, unter anderem in der Bauchspeicheldrüse und im Zwölffingerdarm entwickelt.

Paul86
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Re: Diabetes nach BSD OP

Beitrag von Paul86 » 2. Juni 2017, 17:56

Danke für die Aufklärung gut das jemand Ahnung hat :lachen:

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