Kann man nur am Blutbild schon relativ sicher auf ein Pankreaskarzinom schließen?

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Mela-Bay
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Kann man nur am Blutbild schon relativ sicher auf ein Pankreaskarzinom schließen?

Beitrag von Mela-Bay » 5. Juni 2018, 19:55

Hallo zusammen

letzte Woche war mein Dad( 81 J) mal wieder zur Blutabnahme. Beschwerden hat er keine, zumindest keine, die irgendwie auf die BSD schließen ließen. Jedenfalls kam einen Tag später der Anruf, er müsse dringend ins CT.

Auf Nachfrage bei der Ärztin hieß es zuerst, ja, da könne sich ein Gallenstein vor die BSD geschoben haben und irgendwas blockieren. Als ich dann nachhakte, hjieß es auf einmal, dass ein Karzinom wahrscheinlich wäre, da er u.a. in den letzten Monaten ca. 5 kg Gewicht verloren hat.....

Als ich dann schockiert fragte, was das bedeutet, hieß es, er könne mit der Erkrankung noch " ein paar schöne Wochen haben"

Ich war dann so baff, dass ich fragte, was aus der Gallenstein-Idee geworden war.....da wurde dann rumgedruckst und neee, nicht sehr wahrscheinlich...eher Karzinom. Bestenfalls 50/50 Chance.

Heute kam die Überweisung per Post mit dem Eintrag

Abklärung erhöhter PA Enzym Wert/CT Abdomen

( ldt Google steht PA für Präalbumin)

Mir wurde noch gesagt, ein Wert läge bei 500???? Von was auch immer....angeblich von der BSD...da ich kein Mediziner bin, wusste ich da noch nicht, dass es mehr als einen Wert gibt.

Nun ist Freitag das CT.....ob wir an dem Tag noch erfahren, ob und was gefunden wurde, ist noch fraglich.

Die Ärtzin meinte nur, eine OP wäre eh nicht möglich...( ääh...ja?!) und man solle ihm nichts sagen(unverantwortlich) sondern maximal von einer Entzündung sprechen.

Ich kann gar nicht sagen, wie erschüttert ich bin.....eine Routineuntersuchung bei der Hausärtzin, die man 20 Jahre kennt...und dann kommt so etwas.....finde das alles so unseriös, unsensibel und komisch...

Was meint ihr? Hat mein Dad Chancen, dass es was anderes ist?

Ach ja, was ich auch sehr "schön" fand, war der Satz, dass man mit 81 J. auch schon mal sterben könnte......ja, sicher, aber wenn man eigentlich mit nix dramatischem rechnet ist das schon krass...und außerdem ist das Alter wohl zweitrangig, wenn ein lieber Mensch sterben muss.....

Fühle mich völlig überfordert mit der Situation....

thphilipp
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Re: Kann man nur am Blutbild schon relativ sicher auf ein Pankreaskarzinom schließen?

Beitrag von thphilipp » 6. Juni 2018, 08:58

Hallo,

das klingt ja leider alles nicht so schön, aber die Hoffnung stirbt ja zum Schluss. Klingt blöde, aber so sollte es sein.

Die Chance besteht natürlich, dass es sich um einen Stein im Drüsengang handeln könnte, der eventuell Enzyme oder Blutwerte hat ansteigen lassen. Ich glaube der Ausdruck "PA Enzym Erhöhung" bezieht sich nicht auf Präalbumin, sondern vielleicht PA für Pankreas Enzym Erhöhung. Dann wären die Pankreaswerte und vielleicht das Bilirubin gemeint. Wage Vermutung. Wurde denn kein Ultraschall gemacht? Sicherlich ja, oder?

Sollte es wirklich das PA Präalbumin gemeint sein, so wird dieser Indikator ja für Mangelernährung genutzt. Wenn nur 5 KG an Gewichtsverlust waren, ist die Frage ob da schon dieser Indikator anschlagen würde!

Leider muss man aber auch sagen, dass in diesem Alter so ziemlich alles passieren kann. Sehe ich aktuell bei meinem Vater.

Ich drücke Euch alle Daumen, dass am Freitag ein Stein im Gang gefunden wird!!!

Vielleicht meldet Ihr Euch mal.

Mela-Bay
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Re: Kann man nur am Blutbild schon relativ sicher auf ein Pankreaskarzinom schließen?

Beitrag von Mela-Bay » 6. Juni 2018, 11:59

Hallo

danke für deine Einschätzung.

Ultraschall wurde nicht gemacht......da die Ärztin, die den immer macht im Urlaub ist...deshalb direkt CT

Ich bin bei Bauchspeicheldrüsenwerte zu hoch auch eher von Lipase oder sowas ausgegangen.....

wenn endlich Freitag wäre.....seufz

Rheinlaenderin
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Re: Kann man nur am Blutbild schon relativ sicher auf ein Pankreaskarzinom schließen?

Beitrag von Rheinlaenderin » 6. Juni 2018, 13:03

Hallo Mela-Bay,
dass dich die Verdachtsdiagnose in helle Aufregung versetzt hat, kann ich und können sicher alle hier im Forum gut nachvollziehen. Die meisten haben Derartiges selbst erlebt.
Ich bin ebenfalls keine Ärztin und die Befunde, die du zitierst, sind vielleicht auch nicht vollständig. Aber das, worauf du dich beziehst, kann sicher auch auf eine Entzündung hinweisen. Hausärzte kennen sich in der Regel mit Erkrankungen des Pankreas nicht aus und auch in Kliniken ist die Diagnostik sehr schwierig. Ich würde dir auf jeden Fall raten, zur Diagnostik, auch als Zweitmeinung, ein Pankreaszentrum in deiner Nähe aufzusuchen. Du kannst dich an den angegebenen Kliniken (siehe Menüleiste) orientieren und auch hier noch einmal nachfragen. Einen sehr guten Ruf hat Heidelberg und in NRW z.B. Bochum und Essen; für andere Bundesländer gibt es Entsprechendes. Frag hier vielleicht gezielter nach, du wirst von anderen Forumsbesuchern Hinweise aus den jeweiligen Bundesländern erhalten. Du kannst dich auch an deinen Regionalgruppenleiter/deine Leiterin wenden (siehe auch oben Menüleiste).
Auf jeden Fall ist Angst kein guter Ratgeber! Das kann ich leider aus eigener Erfahrung beitragen. Aufgrund einer Fehldiagnose "Pankreas Ca" wurden mir mehrere Bauchorgane entfernt und ich leide noch heute erheblich an den Folgen. Tatsächlich hatte ich eine Pankreatitis, die eine verhältnismäßig "kleine" Resektion des Pankreasschwanzes erfordert hätte. Ich hatte es einfach nicht für möglich gehalten, dass Ärzte, die so sicher auftraten, sich so gravierend irren würden.
Also, alles Gute und sieh zu, dass zunächst einmal Gewissheit in eure Situation kommt.
Viele Grüße
Rheinländerin

Mela-Bay
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Re: Kann man nur am Blutbild schon relativ sicher auf ein Pankreaskarzinom schließen?

Beitrag von Mela-Bay » 6. Juni 2018, 14:16

Ohje, Rheinländerin, das klingt ja mal sehr besch***

Ja, Ärzte sind nciht unfehlbar.....und wenn sie solche Fehler machen, leidet der Betroffene umso mehr....tut mir echt leid für dich.

Pankreaszentren haben wir hier keine...wohnen im tiefsten, bay Wald. Das "nächste" wäre München....sind aber auch gut 250 km.....das wird sehr schwer, mit ihm dahinzukommen. Ich hab aus gesundheitlichen Gründen keinen Führerschein und mein Mann bekommt aktuell keinen Urlaub.

Deshalb habe ich auch so einen Horror, weil ich mich frage, wie sicher die CT Diagnose dann überhaupt wird. Der niedergelassene Arzt der hier ein wahnsinnig gutes MRT und CT hat, ist zwar schon recht fit, aber keine Ahnung, wie er sich damit auskennt.

In der Liste steht noch das Klinikum Deggendorf...aber ich finde im Forum leider keine Erfahungsberichte.....weiß da jemand etwas dazu?

veritas
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Re: Kann man nur am Blutbild schon relativ sicher auf ein Pankreaskarzinom schließen?

Beitrag von veritas » 6. Juni 2018, 17:26

Es muss ja nicht gleich ein Pankreaszentrum sein, am besten setzt ihr euch mit einem Internisten in Verbindung - eine Hausärztin ist mit sowas einfach überfordert, das ist nicht ihr Gebiet. Insofern würde ich mich auch nicht zu sehr von ihr verrückt machen lassen. Ich mein, natürlich kann sie recht haben mit ihrer Vermutung, aber sie hat sicherlich nur sehr wenig Erfahrung damit und könnte sie auch irren. Ein Internist ist da schon wesentlich erfahrener und kennt sich auch mit CT-Aufnahmen des Bauchraums tausendmal besser aus.
Ich würd an deiner Stelle erstmal googeln, welche Internisten es gibt, wie die Bewertungen so aussehen und dann würde ich anrufen und fragen, ob der Arzt Erfahrung mit Bauchspeicheldrüsenerkrankungen hat. Oft sind da die Sprechstundenhilfen durchaus ehrlich. Dann würde ich gleich fragen, ob die CT-Befunde an sie geschickt werden können, einen Besprechungstermin ausmachen und dann beim CT am Freitag angeben, dass bitte alles an diesen Arzt weitergeschickt wird.

Das CT ist bei solchen Befunden leider nicht der Weisheit letzter Schluss und es wäre gut möglich, wenn nichts Eindeutiges rauskommt und ihr eine üBerweisung zum ERCP bekommt. Ich hab selber immer wieder Steine und die kann man auf dem CT oft nur erahnen. Aber mit etwas Glück bei der Bildgebung, könnt ihr natürlich schon ein aussagekräftiges Ergebnis bekommen.

Mela-Bay
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Re: Kann man nur am Blutbild schon relativ sicher auf ein Pankreaskarzinom schließen?

Beitrag von Mela-Bay » 6. Juni 2018, 18:49

danke Veritas, das klingt nach einer guten Idee.( mit dem Internisten)

Ich hoffe, dass wir so oder so bald wissen, woran wir sind. Das alles klingt ja mehr als schwierig :-(

veritas
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Re: Kann man nur am Blutbild schon relativ sicher auf ein Pankreaskarzinom schließen?

Beitrag von veritas » 6. Juni 2018, 21:25

Ein CT ist halt ein Versuch das möglichst schonend herauszufinden - man muss ja nicht gleich mit den ärgsten Geräten beginnen, wenn es 30 Minuten in der Röhre vielleicht auch tun :) . Wenn eben beim CT nichts Eindeutiges rauskommt, dann gibt es sicherlich eine ERCP, was wie eine Magenspiegelung ist nur mit einem längeren Schlauch, der bis in die Bauchspeicheldrüse kommt und man schläft bei der Untersuchung tief und fest. Da können sie dann direkt mit der Kamera reinschauen und wenn da ein Stein ist eventuell gleich entfernen. Wenn es da aber was Anderes gibt, dann können sie Gewebeproben entnehmen und untersuchen. In den allermeisten Fällen geht aus so einer ERCP dann ein eindeutiger Befund hervor.

Mela-Bay
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Re: Kann man nur am Blutbild schon relativ sicher auf ein Pankreaskarzinom schließen?

Beitrag von Mela-Bay » 6. Juni 2018, 23:42

danke Veritas, jetzt kann ich mir das eher vorstellen, hatte die Untersuchung zwar gegoogelt, aber das ist ja doch was anderes.

Ich bin schon mal sehr froh, dass es dieses Forum gibt. Ansonsten wäre ich völlig ratlos. Zumal die Ärztin eben meinte, dass es bei BSDK sinnlos ist, noch etwas zu unternehmen...man stelle sich vor, die Leute glauben das einfach mal so .... :o

veritas
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Re: Kann man nur am Blutbild schon relativ sicher auf ein Pankreaskarzinom schließen?

Beitrag von veritas » 7. Juni 2018, 08:14

Es gibt Ärzte, die bei einem gewissen Alter prinzipiell zum Nichtstun raten. Ich lieg ja sehr viel auf der Gastro-Station im Krankenhaus und weils halt die Gastro ist bin ich da hauptsächlich mit Frauen zwischen 70 und 100 in einem Zimmer - da kann man oft einen ziemlichen Unterschied erkennen, welcher Arzt da ganz normal behandelt und welcher Arzt meint, dass man nichts mehr tun und den jeweiligen Patienten einfach wieder ins Heim zurückbringen sollte.
Ist natürlich auch eine individuelle Sache abhängig vom Patienten - bei stark dementen Personen ist es vielleicht wirklich unnötige Quälereien, wenn sie nicht verstehen, was los ist und warum sie Untersuchungen/Operationen brauchen und aus ihrem Umfeld herausgerissen werden.
Aber ein 81jähriger kann ja auch noch total fit sein und da ist es schon unter aller Sau, wenn man dann einfach sagt, dass man in dem Alter eh keine Behandlung mehr braucht. Es sollte noch immer die Entscheidung deines Vaters sein, ob er sich behandeln lassen würde oder nicht.
Aber erstmal solltet ihr schauen, ob es überhaupt Krebs ist - das ist ja noch gar nicht sicher :)

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