Papa kann nichts essen, Rat?

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Iloveyoudad
Beiträge: 14
Registriert: 13. Dezember 2018, 14:35

Papa kann nichts essen, Rat?

Beitrag von Iloveyoudad » 21. Dezember 2018, 09:46

Hallo ihr Lieben,

mein Papa ist an BDSK erkrankt.
Eine Heilungschance ist nicht mehr in Sicht.. Er hat Metastasen und der Tumor ist bereits bei 6cm groß.
Er kriegt keine ambulante Chemo mehr, sondern eine Chemo per "Tablettenform".

Das Problem hierbei ist, dass Papa nichts mehr essen kann, er hat kaum noch die Kraft zu laufen.. nun ist fast nicht mehr der Krebs das schlimmste, sondern dass Papa nichts mehr essen kann.

Mit ganz viel Mühe schafft er 2 Naturjoghurt am Tag und 2 Portionen Obst.
Mittagessen evtl. 2 kleine Gabeln..

Habt ihr einen Rat wie er mehr essen kann? Er nimmt immernoch mehr ab.. momentan haben wir Angst, dass er nicht an Krebs stirbt, sondern evtl. bald Bettlägrig wird und daran.. *ich wills gar nicht ausschreiben*

Wir haben ihm schon verschiedene Nahrungsergänzungsfläschchen geholt, aber selbst da schafft er keines am Tag zu trinken. Wenn er es sich runterzwingt, kann es sein, dass er wieder Bauchschmerzen kriegt oder sich übergeben muss..

Hat jemand einen Rat?

Ich danke euch im Voraus vielmals.

Fühlt euch gedrückt.

tommyarnis
Beiträge: 2
Registriert: 19. Dezember 2018, 16:26

Re: Papa kann nichts essen, Rat?

Beitrag von tommyarnis » 21. Dezember 2018, 14:51

Hallo nochmal liebes Kind,

es hilft Dir vielleicht zu hoffen, wenn ich Dir sage das Ich 5,5 Monate gar nichts zu mir nehmen konnte, nach der OP.
ALLERDINGS wurde ich künstlich ernährt über einen Port von dem Tagespflegedienst!!!!!
Plötzlich, nach einem Krankenhausaufenthalt wegen des entzündeten Port's, konnte ich wieder mit Appetit essen.

Meine Familie dachte auch schon ich gehe an der Unterernährung zu Grunde. Habe seither 7 kilo zugenommen. Mehr wird es aber wohl nie mehr sein.

Habt Ihr einen GUTEN Onkologen? Eigendlich müsste dein Papa ja schon einen Port wegen der Cemo erhalten haben.
WENN NICHT!!!! UNBEDINGT MAL NE 2.TE MEINIUNG einholen.

Das mit dem Essen ist sowieso etwas kompliziert. Durch die OP fehlen halt wichtige Organe. Man kann dies aber mit Medikamenten ausgleichen. ( zumindest halbwegs.....schmunzel ) Es bleiben immer Krämpfe und Blähungen, damit muss man sich einfach abfinden.
Ich kenne aber auch einen Fall der nach einigen Monaten ÜBERHAUPT keine Verdauungsstörungen hat. Trotz der whipple OP.

Du siehst JEDER MENSCH IST ANDERS. Gib die Hoffnung nicht auf, das kann sich alles wieder wenden.

Sollte es Deinem Papa aber nicht mehr besser gehen, und es passiert das Schlimmste, dann sei getröstet mit dem Gedanken das es Ihm, ohne seinem Körper sofort BESSER GEHT.

Vielleicht ein kleiner Trost. :)

LG Thomas

veritas
Beiträge: 388
Registriert: 29. Juli 2016, 10:58

Re: Papa kann nichts essen, Rat?

Beitrag von veritas » 21. Dezember 2018, 17:26

Das tut mir sehr leid, was da mit deinem Vater geschieht. Ich kann leider nicht soo viel dazu beitragen.
Nur dass ich eben auch schon öfters im Krankenhaus gar nicht mehr essen wollte und es schwer war wieder anzufangen.

Zunächstmal will ich sagen dass diese Nahrungsergänzung absolut ekelhaft ist - vorallem wenn man sonst nichts isst ist es grauenhaft dieses Zeug runterzuschlucken.
Gut geholfen hat mir immer wenn niemand eine große Sache draus gemacht hat.
Ich hab immer eine volle Portion bekommen und die ist bis zur nächsten Mahlzeit bei mir geblieben, dazwischen sind auch Snacks hingestellt worden, die dann auch mitabgeräumt worden sind. Niemand hat mich gedrängt - ich hab ja selbst gewusst dass ich essen muss.
Am leichtesten ging es während ich ferngeschaut habe, da ist man abgelenkt vom Vorgang.

Und das Auge isst natürlich mit - also ich kenn mich mit der Ernährung bei BSD-Krebs nicht aus (hab eine chr. Pankreatitis) aber ihr könntet ihm beim Fernschauen mal hübsch geschnittene Banane hinstellen, die man in eine Schüssel mit Naturjoghurt dippen kann. Und du isst zum Beispiel ganz langsam alles auf und er kann entscheiden ob er mitisst oder nicht. Oder Toastbrot kann man zB mit so Keksausstechern hübsch ausstechen und mit ein paar Tomatenscheiben garnieren etc. Und dabei halt immer wieder selber essen, sodass er weder Druck noch ein schlechtes Gewissen spürt, wenn er es nicht schafft zu essen.

Boxerfreund
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Re: Papa kann nichts essen, Rat?

Beitrag von Boxerfreund » 21. Dezember 2018, 19:24

Hallo,
Vielleicht könnte euch auch eine Ernährungsberatung weiterhelfen. Es gibt noch die Möglichkeit z. B. selbstgemachte Smoothies mit zusätzlichen Kalorien anzureichern. Vielleicht klappt das besser als diese fertigen Drinks aus der Apotheke. Wahrscheinlich könnte man auch mit einer Sonde nachhelfen, aber da ist dann auch die Frage ob man dann nicht Lebensqualität einbüßt. Denn leider ist ja die Zeit deines Vaters begrenzt. Und der Tumor liegt nun einmal an einem zentralen Punkt des Verdauungssystems....
Ich wünsche euch für die nächste Zeit viel Kraft!

Iloveyoudad
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Re: Papa kann nichts essen, Rat?

Beitrag von Iloveyoudad » 22. Dezember 2018, 08:18

Ihr seid so toll, danke für einzelnen Beiträge und eure Erfahrungen/Meinungen. DANKE :)

Das Problem ist auch, dass Papa kaum was verträgt.. oft braucht er hinterher Schmerztropfen.. woran kann das dann liegen?

Mit dem hübsch herrichten ist auch so eine süße Idee :) aber ich bin mir - leider sicher - dass das nichts bringen würde.. trotzdem stirbt die Hoffnung zuletzt und ich werds ausprobieren :)

Ich glaube die Sonde ist fast die letzte Rettung - außer er kriegt da auch wieder Schmerzen?

Einen Port hat meinen Papa

Tomas von Hindenburg
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Re: Papa kann nichts essen, Rat?

Beitrag von Tomas von Hindenburg » 22. Dezember 2018, 11:52

Guten Morgen,

Niemand muss mit Schmerzen leben, zumindest da ist die Medizin heute sehr weit. Insbesondere nicht in dem Zustand. Habt Ihr keinen vernünftigen Onkologen oder Schmerzmediziner? Falls nicht, würde ich hier ansetzen auf die Suche zu gehen.
Zu allem anderen kann ich leider nichts sagen.

Viele Grüße
Tomas von Hindenburg
Bevor Sie bei sich selbst eine schwere Depression oder Antriebsschwäche diagnostizieren, stellen Sie sicher, dass Sie nicht komplett von Arschlöchern umgeben sind. — „Siegmund Freud“

veritas
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Re: Papa kann nichts essen, Rat?

Beitrag von veritas » 22. Dezember 2018, 12:56

Die Sonde kenn ich nur daher, wenn jemand zwangsernährt wird. Da kriegt man auch diese Nahrungsergänzungmittel, nur dass die dann halt nicht geschluckt sondern über die Nase in den Magen gespritzt werden. Wenn er Bauchweh bekommt, wenn er das Zeug isst, dann wird er es auch auf diesen Weg bekommen.
Und unangenehm ist das Teil natürlich auch.

Boxerfreund
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Re: Papa kann nichts essen, Rat?

Beitrag von Boxerfreund » 22. Dezember 2018, 14:34

Ich denke auch, wenn der Port vorhanden ist, ist die Ernährung intravenös mit Sicherheit einer Sonde vorzuziehen. Letztendlich sollten das aber auch die behandelnden Ärzte entscheiden.
Vielleicht kann aber auch THC noch etwas helfen. Wird soweit ich weiß auch öfters gegen Übelkeit bei Chemos eingesetzt, in der Schmerz Therapie und soll auch Appetit anregend wirken... Habe da aber auch keine eigenen Erfahrungen...

Iloveyoudad
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Re: Papa kann nichts essen, Rat?

Beitrag von Iloveyoudad » 26. Dezember 2018, 08:35

Nachdem er nun die Chemopause hatte, bekam er wieder Appetit, dafür als Nebenwirkung Zungenbrennen und konnte deshalb wiederum nichts essen.. (ein Teufelskreis) spät gegen Heiligabend bekam er noch Durchfall.. Mama musste improvisieren, weil Papa so schwach war und fuhr ihn mit dem Bürodrehstuhl zum Klo hin und her.. der Durchfall wurde nicht besser, Mama hat gestern den Krankenwagen gerufen.. nun bekam er stand gestern eine Kochsalzlösung im Krankenhaus, da wir Angst hatten er dehydriert. Ich hoffe die peppeln ihn nun auf und entlassen ihn nicht zu früh.. bin gespannt was der heutige stand ist, fahr in 15 min. rein

nach THC hatte er schon öfters gefragt, bekommt er leider nicht - genauso wie Methadon..

Iloveyoudad
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Re: Papa kann nichts essen, Rat?

Beitrag von Iloveyoudad » 27. Dezember 2018, 09:11

Papa darf heute wieder heim, der Durchfall hat aufgehört. Er bekam mehrere Kochsalzlösungen und andere Mineralien zu sich. Gestern hatte er wenigstens einen Joghurt gegessen..
Gegen das Zungenbrennen bekam er auch was.. Die Chemo werden wir wohl nun abbrechen, weil diese mehr schadet als nutzt..

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