Angst vor Pankreaskarzinom

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Julia95
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Angst vor Pankreaskarzinom

Beitrag von Julia95 » 2. Januar 2019, 19:45

Hallo :) Mir ist klar, dass hier hauptsächlich Menschen angemeldet sind, die tatsächlich eine bereits diagnostizierte Pankreaserkrankung haben und ich möchte hier niemandem mit meinen Ängsten vor den Kopf stoßen, aber ich habe Angst, dass die Ärzte mich nicht ernst nehmen. Ich bin weiblich und 23 Jahre alt, leider Raucherin und habe mein ganzes Leben sehr fettig gegessen und viel Alkohol getrunken ( nicht täglich aber vor allem in der Jugend immer am Wochenende ). Nun plagen mich seit mittlerweile 6-7 Monaten diffuse Symptome. Angefangen hat es mit leichten ‚Magenschmerzen‘, mittlerweile zieht und kneift es im ganzen Bauchraum, primär jedoch linksseitig. Die Schmerzen ziehen auch sehr oft in den Rücken. Stechen unterm linken Rippenbogen, Flankenschmerzen, Schmerzen oberhalb des Bauchnabels und links oberhalb des Bauchnabels. Manchmal sind diese Schmerzen auch rechtsseitig da, aber nie so häufig wie links. Ich habe wirklich ständig irgendwelche komischen Schmerzen min Bauch und Rücken plus die Magenschmeren.Auch im Bereich des linken Schulterblattes gibt es einen Punkt der immer wieder schmerzt, nicht bewegungsabhängig. Ich bin zwar auch stark verspannt, vor allem linksseitig, aber dieser Punkt fühlt sich anders an. Man muss aber dazu sagen dass diese Schmerzen seit sie bestehen nie wirklich schlimm waren, also wirklich nur leicht bis maximal mittel, Medikamente würde ich deshalb niemals nehmen. Allerdings treten die Schemrzen mittlerweile sogar nachts auf! Bis vor ein paar Wochen war das nie so. Nicht jede Nacht, aber doch immer mal wieder. Mir fällt auf, dass unmittelbar nach dem Essen die Schmerzen oft weg sind, jedoch binnen 30-60 min. wiederkommen. Ich habe auch starkes Sodbrennen und oft Darmkrämpfe und übelriechenden Stuhlgang mit Blähungen. Oft ist er hellbraun und glänzend aber meiner Meinung nach kein Fettstuhl ( schwimmt nicht, ist nicht voluminös, oft geformt). Ich hätte jetzt schon 2x ein Ultraschall, wo die Bauchspeicheldrüse gut einsehbar und unauffällig war. Auch hatte ich vor zwei Monaten ein Abdomen MRT mit Kontrastmittel, Bauchspeicheldrüse laut Radiologin ‚1a‘. Nur die Milz war leicht vergrößert, aber nur sehr leicht auf 12,5 cm ( normal 11) und ich hatte zu der Zeit einen Harnwegsinfekt. Magen und Darmspiegelung waren ohne Befund, ebenso der Test auf Heliobacter und Glutenallergie. Gewichtsverlust habe ich keinerlei, habe sogar seit Bestehen der Symptome 7 Kilo zugenommen ( esse sehr viel wenn ich Stress/Angst habe) , auch appetitlos bin ich ganz und gar nicht. Lipase ist gut, bei 17,4. CRP nicht nachweisbar, Bilirubin perfekt, Leukozyten und Thrombozyten auch. Allerdings habe ich starken Eisenmangel und dadurch fast eine Anämie. An Nachtschweiß leide ich nicht dafür zum Teil an Hitzewallungen oder unspezifischen Beschwerden wie Gelenkschmerzen in Zehen und Fingern oder in anderen Gelenken. Mein ganzes Leben dreht sich nur noch um die Angst vor diesem Krebs und ich bin mittlerweile richtig am Ende. Wie wahrscheinlich ist es mit meinen Symptomen und den bisherigen Untersuchungen dass ich doch an diesem Krebs leide?Könnte das Karzinom im MRT übersehen worden sein? Ich bin für jede helfende Antwort dankbar!

Aspiration
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Re: Angst vor Pankreaskarzinom

Beitrag von Aspiration » 3. Januar 2019, 16:21

Liebe Julia,

herzlich Willkommen in unserem Forum :)
Ungern möchte ich Dich mit deinen Sorgen und Ängsten alleine lassen und da sich bisher noch niemand zu Wort gemeldet hat, tue ich das nun :)

Zunächst wünsche ich Dir ein frohes neues Jahr! :prost:

Ich würde deine Vermutung nicht direkt bestätigen, es gibt auch viele Personen, die aufgrund Ihrer Ängste, wie du, oder evtl. Vermutungen, Symptomen auf dieses Forum stoßen. Dies ist jedoch unbedeutend.

Leider bin ich jedoch bisher zum Glück kein Krebspatient, sodass ich Dir hier direkt nicht weiterhelfen kann.
Grundsätzlich kann ich Dir jedoch schon bereits beim Verdacht nur ans Herz legen, sofort mit dem Rauchen aufzuhören. Deine Gesundheit sollte es Dir wert sein. Man sagt, es sei nämlich so schlimm wie Alkohol.

Wie ich sehe, hast Du bereits einige Tests machen lassen jedoch ohne Befund. Eine chronische Pankreatitis oder autoimmune Pankreatitis kann jedoch sehr schwierig bei der Diagnose sein. Evtl. steckt auch etwas anderes dahinter. Ich würde jedoch nicht direkt auf Krebs tippen oder gar daran denken, bis eine solche Diagnose tatsächlich gestellt wird. Das belastet Dich sehr und hilft Dir für den Moment nicht weiter.

Wurden bei Dir bereits die Krebs bzw. Tumormarker bestimmt? Warst Du bereits in einem Pankreaszentrum? Wer betreut Dich zum aktuellen Zeitpunkt und wie ist weitere geplante Vorgehensweise?
Viele Grüße
Aspiration

Julia95
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Re: Angst vor Pankreaskarzinom

Beitrag von Julia95 » 3. Januar 2019, 17:00

Hallo, danke für die Antwort und dir auch ein frohes Neues Jahr :)

Jedoch muss ich sagen, dass mich deine Antwort irgendwie noch mehr beunruhigt :s ‚Ich würde nickt direkt auf Krebs tippen‘ das klingt so, als hieltest du es für durchaus gut möglich, dass ich dich an den Karzinom leide.. Es tut mir wirklich leid, dass ich so verrückt klinge, aber ich bin schon völlig panisch :( Ist es wirklich möglich nach einem unauffälligem MRT-Abdomen mit Kontrastmittel und sogar Gewichtszunahme diesen Krebs zu haben?

Momentan befinde ich mich in keiner Behandlung. Schon um das MRT müsste ich regelrecht betteln und meine Hausärztin hält meine Beschwerden für ‚definitiv nicht internistisch‘. Ich sehe das jedoch anders, weil ich mich frage was noch solche Beschwerden auslösen kann. Aus der Sicht der Ärzte ist also alles okay und sie würden mich allenfalls in eine Schmerzklinik überweisen.

Auch mein komplettes Umfeld hält mich für einen unverbesserlichen Hypochonder und nimmt mich nicht ernst, egal welche Symptome ich habe. Dabei spüre ich diese ja ganz deutlich. Ich weiß einfach nicht mehr was ich tun soll und diese alles einnehmende Angst vor Krebs macht mich kaputt :(

Julia95
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Re: Angst vor Pankreaskarzinom

Beitrag von Julia95 » 3. Januar 2019, 17:06

Hatte noch vergessen zu erwähnen, dass bei mir natürlich noch keine Tumormarker entnommen worden sind, dazu sahen die Ärzte Leinenbeutel Anlass. Auch in einem Pankreaszentrum war ich noch nicht vorstellig. Die Ärzte halten mich für verrückt, weil ich einzig und allein Schmerzen habe, die als Symptom zur Pankreas passen könnten. Meine Blutwerte sind ja alle gut. Alkohol und fettiges Essen vertrage ich ebenfalls gut und kann keine Veränderungen der Schmerzek oder Stuhlveränderungen danach ausmachen.

Aspiration
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Re: Angst vor Pankreaskarzinom

Beitrag von Aspiration » 3. Januar 2019, 17:07

Liebe Julia

und mich beunruhigt nun deine Antwort sehr!
Grundsätzlich ist alles möglich und ich wollte nicht wie vielleicht andere direkt für verrückt erklären, daher die Aussage.
Ich mach mir nun jedoch ein wenig Sorgen um dich, da du hier noch ganz andere Antworten lesen könntest.
Daher bin ich mir nun nicht sicher, ob das so eine gute Idee ist.

Wenn du hier die Bestätigung suchst, dass deine Angst völlig ausgeschlossen ist, wirst du sie hier wahrscheinlich nicht finden.
Denn wir sind alle keine Ärzte und können nur mutmaßen.

Warst du auch schon bereits bei einem Orthopäden oder sogar einem Chiropraktiker?

Wie erklärt deine Ärztin das Sodbrennen und den vorhanden Stuhl? Wurde dieser überprüft?
Viele Grüße
Aspiration

Julia95
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Re: Angst vor Pankreaskarzinom

Beitrag von Julia95 » 3. Januar 2019, 17:29

Also vom Stuhl wurde auch noch keine Probe entnommen :( Ich muss aber dazu sagen, dass ich Sodbrennen schon seit ca 10 Jahren relativ stark habe. Wegen der Stuhlunreelmäßigkeiten wurde Reizdarm ‚diagnostiziert‘. Auch dazu muss ich sagen, dass ich schon seit meiner Kindheit mt weichem Stuhl und besonderer darmepfindlichkeit zu kömpfen habe. Meine Eltern ließen mich als Kind sogar mal komplett untersuchen wegen der hellen Farben und der unangenehmen Gerüche meines Stuhlgangs, jedoch ohne Befund.

Ich weiß, dass grundsätzlich alles möglich ist, deswegen mache ich mir ja solche Sorgen :( Ich weiß auch, dass mir hier niemand ausschließen kann, dass ich Krebs habe. Aber vielleicht als Außenstehender und außerdem mit dem Thema Vertrauter, eine Einschätzung abgeben? Diese unerklärlichen und nie dagewesene Schmerzen beunruhigen mich einfach über alle Maßen :( und nein beim Chiropraktiker war ich auch noch nicht, dort wollte ich aber unbedingt noch hin

Aspiration
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Re: Angst vor Pankreaskarzinom

Beitrag von Aspiration » 3. Januar 2019, 17:53

Ich verstehe dich, aber das ist noch kein Grund direkt an etwas schlimmes zu denken, Kopf hoch :daumenh:

Dann gehe zum Chiropraktiker und lass dich dort mal durchchecken :)

Warst du bereits in psychosomatischer Behandlung? Hast du viel Stress aktuell?
Viele Grüße
Aspiration

wasistes
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Re: Angst vor Pankreaskarzinom

Beitrag von wasistes » 3. Januar 2019, 18:26

Ich empfehle dir mal dir meinen Thread durchzulesen
https://www.bauchspeicheldruese-pankrea ... =14&t=3792

Genau vor einem Jahr steckte ich in der selben Situation nur das meine Beschwerden dann deutlich schlimmer wurden. By the way zu dem Zeitpunkt war ich auch gerade "erst" 30 geworden. Hierzu gehörten:
Gewichtsverlust von 15 KG in wenigen Monate, Starke Schmerzen ähnlich wie deine, Lymphknotenschwellungen, Nachtschweiss, Eisenmangel, Erhöhte Transanimasen, erniedrigte Elastase, Schließlich auch bildmorphologische Änderungen an der Bauchspeiheldrüse.

Was soll ich sagen, Krebs war es dennoch nicht. Trotzdem hab ich mich unnötig verrückt gemacht und bin quer durch die Republik gejagt, hab mein letztes Stoßgebet gesprochen und meine ganze Familie damit unnötig belastet.
Also schalt mal einen Gang runter, selbst wenn du was mit der Drüse hast, was die Schmerzen erklären könnte, heißt es nicht das du Krebs hast oder bald sterben wirst. Es gibt hier auch einige Leute die es tatsächlich "erwischt" haben, die meisten hatten aber ganz andere Verläufe und nicht solche wie auf Omneda oder anderen Plattformen geschildert werden. Das tückische an den krebs ist ja gerade, das er meist erst dann Beschwerden macht wenn er nicht mehr operabel ist. In dem Falle hätte man ihn mit ziemlicher hoher Wahrscheinlichkeit (>90%) mittels MRT /MRCP festgestellt.
Du bist bisher: 1. Nicht gelb geworden. 2. Hast du keinen großen Gewichtsverlust zu verzeichnen. 2. Bilirubin (vermute ich) im Normbereich. 3. Andere Krebsmarker im Normbereich. 4. Keine unverdauten Lebensmittel in der Schüssel und fiesen schwimmenden Fettfilm auf dem Wasser (Die Schilderungen für Fettstuhl by the way sind meiner Meinung nach schlecht, aber so stehts mit vielen Sachen die man zum Thema Bauchspeicheldrüse so findet). 6. Kein neu aufgetretener Diabetes (nehme ich mal an).

Lass einfach mal die Stuhl-Elastase bestimmen, dann weißt du schonmal ob die Drüse schwächt. MRT und MRCP ist sicher gut für eine fortgeschrittene chr. Pankreatitis und Raumforderungen aber nicht für beginnende chr. Prozesse. Eine Endosonographie ist hier wesentlich besser, allerdings sollte man die bei einem erfahrenen Schaller machen, da es sonst zu nichts führt.
Es kann nach deiner Schilderung alles mögliche dahinter stecken, was lästig ist aber dich nicht gleich ins Grab bringt.

In dem Sinne Kopf hoch und alles Gute.
The wheel of pain will make you stronger

Julia95
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Re: Angst vor Pankreaskarzinom

Beitrag von Julia95 » 4. Januar 2019, 09:49

@Aspiration:

Ich war schonmal in Therapie wegen einer Angsstörung mit Panikattacken. Ich habe leider auch hypochondrische Züge.. Letztes Jahr z.B. hatte ich ähnliche Panik vor Lungenkrebs wie jetzt vor Bauchspeicheldrüsenkrebs. Ich bekam Antidepressiva und ließ meine Lunge röntgen, danach war meine Angst wie weggeblasen und ich habe dem Röntgenbild sogar vertraut, trotz des Wissens, dass ein CT viel genauer wäre. Mir ging es dann auch psychisch total gut und hatte keinerlei Ängste mehr. Bis jetzt diese Beschwerden begannen. Jeder stellt einen natürlich sofort in die Psycho-Ecke wegen der Vergangenheit. Aber mir ging es psychisch ja gut und ich hatte keinerlei Ängste mehr! Das psychische Wrack, das ich jetzt wieder bin, bin ich ja nur wegen dieser Schmerzen.

@wasistes: Danke für deine Antwort erstmal!:) Darf ich fragen, wie es dir heute geht und was es letztendlich war? Nein, Diabetes habe ich nicht. In meinem unendlichen Wahn momentan habe ich mir natürlich auch schon ein Blutzuckermessgerät gekauft sowie den Langzeitzucker bestimmen lassen.Bilirubin ist auch im Normbereich und abgenommen habe ich gar nichts

Aspiration
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Re: Angst vor Pankreaskarzinom

Beitrag von Aspiration » 4. Januar 2019, 10:01

hm... und bist du aktuell auch noch in Therapie? Was spricht gegen eine erneute Therapie.
Verstehe mich nicht falsch, ich möchte dich nun nicht in die Psycho Ecke drängen aber wieso nicht dort anfangen, wo Probleme bereits bekannt sind? Darüber hinaus würdest du bei einer Diagnose ganz egal welcher Art vermutlich sowieso Unterstützung benötigen.

Ebenso gilt, dass es in deinem Unterbewusstsein vielleicht anders aussieht als du denkst.
Ich bin der Meinung, dass wenn du wirklich selbst an Bauchspeicheldrüsenkrebs denken würdest, hättest du schon mit dem Rauchen aufgehört.

Ein Reizdarm und Sodbrennen können ebenfalls unangenehme Schmerzen bereiten. Wie wirst du hier therapiert? Medikamente?

Hast du bereits mal den Versuch gemacht, ein paar Tage eine Schmerzmittel gegen die Schmerzen zu nehmen und zu schauen, was im Anschluss passiert? Bist du aktuell arbeitsfähig?
Viele Grüße
Aspiration

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