Wann den Krankenwagen rufen, und wann nicht❓

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Tomas von Hindenburg
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Wann den Krankenwagen rufen, und wann nicht❓

Beitrag von Tomas von Hindenburg » 4. Januar 2019, 13:36

Guten Tag,

ich leide ja an einer chronischen Pankreatitis im Frühstadium, die sehr schwer nachweisbar ist.
Es begleiten mich stärkste Schmerzen, die vor Einnahme meiner Medikation (Opioide) schwer beherrschbar sind, wie ich heute früh wieder feststellen musste.
Ich stelle mir einfach die Frage, wann der Zeitpunkt erreicht ist, wo der Notarztwagen gerufen werden sollte? Und was kann im schlimmsten Fall passieren, wenn dies nicht getan wird? Das Ding ist auch, dass die Angst mit bewandert ist „schon wieder“ im Hospital vorstellig zu sein, ohne dass es einen Hinweis (außer die starken Schmerzen) auf Pankreatitis gibt. Ich habe auch Angst, dass man mich dann langsam nicht mehr für voll nehmen könnte.

Mit der Medikation geht es mir ansatzweise gut, ich komme über die Runden. Ich muss aber mittlerweile davon ausgehen, mein Leben lang auf diese Medikamente angewiesen zu sein, denn ich mache mir nichts vor, besser werden, wird es eher nicht, denn der Verlauf läuft bei mir ziemlich schleichend ab. Bin jetzt seit 5 Jahren dabei, und es wurde einfach nur immer schlechter. Und jetzt wo die starken Schmerzen dazu gekommen sind, bin ich psychisch schon ziemlich am Ende meiner Kräfte, sodass demnächst auch eine stationäre Psychotherapie geplant ist.

Mittlerweile würde ich mir ganz ehrlich wünschen, dass in der Bildgebung ganz klar was zu erkennen wäre. Es würde in den Krankenhäusern und beim Arzt einiges erleichtern.

Tomas von Hindenburg
Bevor Sie bei sich selbst eine schwere Depression oder Antriebsschwäche diagnostizieren, stellen Sie sicher, dass Sie nicht komplett von Arschlöchern umgeben sind. — „Siegmund Freud“

phil1980
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Re: Wann den Krankenwagen rufen, und wann nicht❓

Beitrag von phil1980 » 4. Januar 2019, 13:53

Momentan geht's mir ähnlich. Diese Nacht zum Beispiel habe ich vor Schmerzen kein auge zu bekommen. Und hatte hitzewallungen.

Auch ich überlegen fast jeden Tag ob ich ins KH sollte in der Hoffnung die veranlassen eine Untersuchung/bildgebung (außer Standard sono) aber meist ist das verschwendete Zeit und passiert wenig bis gar nichts.

Habe mir jetzt kurzfristig einen Termin im virchow klinikum zur pankreassprechstunde geben lassen, in der Hoffnung dass die vlt. Den eventuellen Ernst der Lage erkennen wollen. Ausschließen sollte man zu 100% nichts so einfach in der Medizin...aber da ist einzig und allein der Willen des Arztes gefragt. Und das ist das Problem in rettungsstellen mit ihren blutjungen ,nach Schema F handelnden assistenzärzten.

Wenn du es wirklich nicht mehr aushälst dann nimm wenigstens alle Befunde mit die irgenwie darauf hindeuten könnten.

wasistes
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Re: Wann den Krankenwagen rufen, und wann nicht❓

Beitrag von wasistes » 4. Januar 2019, 14:15

Moin Thomas,

was ich dir jetzt sage wird sehr persönlich. Als ich Anfang letzten Jahres starke Schmerzen hatte, habe ich auch mit den Gedanken gespielt einen Krankenwagen zu rufen. Dies habe ich aber auch erwogen, weil mich die, ich zitiere Phil "blutjungen ,nach Schema F handelnden assistenzärzten. " zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht ernst nahmen, sondern mit absoluter Gleichgültigkeit und den Worten einer "psychischen Störung" entließen und quasi mit den Schmerzen alleine gelassen haben.
Ich möchte dir aber Mut machen, meine Schmerzen sind besser geworden. Sie sind zwar täglich da aber ich kann mich damit arrangieren. Mir gehts auch sonst eigentlich besser. Ich denke hierzu gehört aber auch eine große Portion Selbstdisziplin, du kennst ja meine anderen Threads. Ich bin mir sicher das das auch ne Rolle spielt.
Außerdem spielt auch die Psyche eine enorme Rolle bei der Bewältigung von Schmerzen, sprich je größer die Angst und Ungewissheit was dahinter stecken könnte, desto stärker der Fokus auf den eigenen Körper, das geht dann soweit, bis die Körperwahrnehmung und damit die Schmerzwahrnehmung deine ganze Tagesroutine einnehmen.
Was du brauchst ist endlich eine klare Diagnose, was hinter deinen Schmerzen steckt. Einiges deutet auf eine Pankreatitis hin, anderes aber nicht. Denk daran, nur 7% (bin mir gerad aber nicht absolut sicher) haben Dauerschmerzen! Die meisten haben Intervallmässige Schmerzen, sprich wenn es einen akuten Schub gibt. Es könnte also gut was anderes sein.
Selbst bei mir, mit Änderungen der Bildgebung und Biopsie, sowie erniedrigte Elastase, schließe bisher immer noch nicht eine sekundäre Schmerzursache aus. Wenn das Pankreas nicht richtig funktioniert zieht das einen Rattenschwanz an Beschwerden mit sich, es kann zu Reizungen der Darm oder Magenschleimhaut kommen. Hier schrieb mal einer das er auf Grund seiner Pankreatitis lauter Dünndarmgeschwüre entwickelt hat. Auch sowas tut "sehr weh".
Du könntest auch Läuse und Flöhe haben, wie man so schön sagt, die Schmerzen können aber müssen nicht an der Drüse liegen.
Jedenfalls lass den Kopf nicht hängen, wenns schlimmer wird fahr zur Notaufnahme, ansonsten geh zu deinem Schmerztherapeuten und nerv diesen solange, bis er der Ursache der Schmerzen auf den Grund gegangen ist!!
Schreibst du eigentlich ein Schmerztagebuch? Mit genauer Lokalisation, Schmerzcharkater, etc.
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angel29280
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Re: Wann den Krankenwagen rufen, und wann nicht❓

Beitrag von angel29280 » 4. Januar 2019, 14:40

:hallo: ihr beiden,

es ist schwierig als Laie oftmals die Lage richtig einzuschätzen bis fast unmöglich. Rettungsdienst sollte man aber in erster Linie nur anrufen, wenn wirklich ein Notfall vorliegt. Das heißt, wenn es offensichtlich eine lebensbedrohliche Situation ist. Wenn du nichts mehr essen und trinken kannst und dehydrierst und du Kreislaufprobleme dann dadurch hast sowie dich vor Schmerzen nicht mehr bewegen kannst/auf Toilette gehen kannst etc oder evtl Blut erbrichst...dann würde ich einen Rettungsdienst anrufen, genauso wie bei einem Herzinfarkt oder Anzeichen eines Schlaganfalls oder bei epileptischen Anfällen sowie diabetischen Koma sowie bei stark blutenden Wunden, Verbrennungen und schweren Unfällen... so mal allgemein gesagt. Alles andere beim Hausarzt abklären oder Facharzt bzw. in speziellen Zentren.

Ist auch die Frage was man sich erhofft dadurch? Was soll ein Besuch in der Notaufnahme bringen, wenn man schmerztechnisch eingestellt ist mit Medikamenten und in deinem Fall bildtechnisch noch nicht wirklich was auffällig ist? In der Notaufnahme wirst du auch nur Blutuntersuchungen im Standart bekommen und Medikamente bzw. Infusionen. Man kann an den Wochenenden zum Bereitschaftsdienst gehen, aber diese behandeln NUR die Symptome und sind aus meiner Sicht oft die Katastrophe. Fakt ist auch, wenn du öfter den Sani rufst, wirst du bzw wird deine Adresse u.U. im System vermerkt und du wirst es hinterher noch schwieriger haben, da du nicht mehr richtig ernst genommen wirst. Viele Menschen denken, das der Sani eine Art Taxi ist zu den Ärzten und man dadurch in der Notaufnahme auch schneller behandelt wird als wenn man einen Termin in einer Praxis ausmacht...Ist teils ja auch so...Auch genau deshalb sind die Kliniken restlos überfüllt. (Möchte das niemanden unterstellen, nur allgemein gesagt, da es eben viele kranke Menschen genauso praktizieren). Ich kann die Ängste durchaus verstehen, war ich doch selbst in genug solchen Situationen früher, aber helfen tut man da sich nicht wirklich damit...Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das ich wegen der gleichen Problematik 3x im 5 Mo. mit Sani im KH war wg. extremen Schmerzen, ab den 2. Mal wurde mir bereits ein Psychiater vorbei geschickt und beim 3. Mal wurde ich am Telefon schon gefragt, ob es wirklich nötig wäre und ich fühlte mich selbst von den Sanis nicht mehr ernst genommen. (Standart-Tests fahren o.b. immer im KH). Daher würde ich das mit Vorsicht und Bedacht abwiegen! Denn man muss sich gut überlegen, welche Konsequenzen man mit nach sich zieht und es bleibt in der Notaufnahme nun mal nur die Notfallversorgung, nur mit Glück und engagierten Ärzten (was selten ist) kommt man an gewünschten Untersuchungen ran. Wie Phil schreibt, sind es meist Jungärzte die in der Notfallambulanz arbeiten und nach Lehrbuch vorgehen. War so oft schon in der Notaufnahme und in Kliniken früher, auch wg anderen Sachen und könnte da Bücher mittlerweile drüber schreiben.

Tomas....Morphium ist auf Dauer sicher keine gute Idee, Wwenn es dir damit aber wieder Lebensqualität schenkt und du gut schmerztechnisch eingestellt bist, dann wäre es sinnvoller dich mit der Psychischen Komponente zu befassen, wie du mit deiner chronischen Erkrankung umgehst etc, was du ja auch vor hast. Diese Komponente wird immer wieder stark unterschätzt. Ziel ist die Lebensqualität zu verbessern, um sich Besserung fühlen und wieder Spaß am Leben zu entwickeln trotz Krankheit. Man kann dann regelmäßig überprüfen anhand von Laborwerten und bildtechnischen Untersuchungen, inwieweit die chronische Pankreatitis fortschreitet. Nur bei schleichenden langsamen Verlauf würde ich das nicht zu oft machen, alle Untersuchungen birgen ja auch gewisse Risiken. Bis dahin, versuchen nicht den Kopf hängen zu lassen und jeden Tag so gut zu leben, als wenn es der letzte wäre, was sicher nicht leicht ist! Es ist aber mit Übung machbar, wenn man Ängste loslassen kann und nicht immer die Kontrolle haben muss!

Übrigens noch ein gutes und vorallem besseres neues Jahr 2019!
Liebe Grüsse eure Angel

angel29280
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Re: Wann den Krankenwagen rufen, und wann nicht❓

Beitrag von angel29280 » 4. Januar 2019, 14:45

Wuhu Wasistes,

hab gerade dein Bericht gelesen noch...Ich sehe es genauso wie du! Macht viel aus mit der psychischen Komponente und den Fokus auf den eigenen Körper! Die Unsicherheit und die Ängste ist mit das größte Problem bei chronischen Erkrankungen, dass hab ich auch gemerkt!
Liebe Grüsse eure Angel

Tomas von Hindenburg
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Re: Wann den Krankenwagen rufen, und wann nicht❓

Beitrag von Tomas von Hindenburg » 4. Januar 2019, 15:18

Guten Tag,

Danke Euch beiden für den Beitrag!
Also ich war ja schon überall, so ähnlich wie Du wasistes. Quer durch Deutschland dazu noch Frankreich, Schweiz, Belgien...
Es ist überall alles mit der gleichen Diagnose behaftet.

Letzte
Endosonographie in einem Pankreaszentrum:
Der Pankreasgang ist in allen Anteilen nicht erweitert, keine Pankreatikolithiasis. Das Pankreas zeigt ein sehr echoreiches und dabei ausgesprochen homogenes Parenchym, kein Hinweis auf chronische Pankreatitis oder Tumor, keine Zysten. Die Linke Nebenniere ist zart. Die einsehbaren Bereiche der Leber zeigen ein homogenes Parenchymmuster ohne Hinweis auf Rundherde oder Cholestase. Unauffällige Magenwand mit regelrechter Schichtung. Unauffällige Gefäßdarstellung, insbesondere kein Hinweis auf eine Aortitis.
Auffällig - lediglich zahlenmäßig vermehrte reaktive LK. mit erhaltenem Hilusfett.
Beurteilung: Unauffälliges lipomatöses Pankreas, morphologisch kein Hinweis auf eine chronische Pankreatitis. Unspezifisch mesenteriale Lymphadenitis

Ein CT und MRT, MRCP, zeigten eine leichte Pankreasathrophobie.

Ich komme da einfach nicht weiter, habe mittlerweile alle Kliniken durch und keine Kraft mehr weiter zu machen❗️

Mein Schmerzmediziner ist super 👍, das kann ich nicht anders sagen. Aber er kann sich ja auch nur ein Bild durch die Sichtung aller Befunde machen. Ist halt eben auch nur ein Mensch und denkt wie ein Mediziner. Für ihn ist das was bleibt „Phantomschmerzen“. So hat er sich ausgedrückt. Er „verlangt!“ auch von mir eine psychotherapeutische Intensivanbindung. Unbedingt. Mittlerweile bin ich auch dafür dankbar, zumal es ein sehr gutes Haus mit Hotelcharakter am Chiemsee ist. Denn ich komme aus Angst nicht mehr selbstständig aus der Depression und Angst heraus. Ich brauche Hilfe und Begleitung.

Lieber wasistes, meine Mutter möchte mich auch dringend überreden, dass die Symptome psychischen Ursprungs oder das gesamte Problem, eine Kleinigkeit ist, die mich aber sehr mitnimmt, da alle Organe gesund aussehen. Sie vertritt halt die Meinung der ganzen Ärzteschaft,- wo ich nicht schon überall war...
Du schreibst dass ich eine adäquate Diagnostik benötige. Ich war ja schon in allen Top Häusern.

Ich bin mir aber ziemlich sicher, man bekommt auch selber ein Gespür, dass meine Beschwerden vom Pankreas herkommen. Ich habe immer diesen linksseitigen Schmerz unterhalb des linken Rippenbogens. Zusätzlich zieht es in den Rücken, als werde ich in Bauchspeicheldrüsenhöhe einmal zerrissen. Zusätzlich diese Übelkeit. Pankreaselastase ist schon lange im Keller. Alles passt einfach. Ich nehme zur Zeit kein Kreon, da ich auf Diät bin. Deshalb habe ich wieder Massenstühle, die auf dem Wasser schwimmen...
Es geht mir einfach schlecht im allgemeinen.
Für mich ist es nicht denkbar, dass die Schmerzen anderen Ursprungs sind. Nicht dieser Schmerz!

Dieses Organ ist eine verflixte Geschichte. Das Ding ist, dass die Ärzte ja auch nichts machen können. Selbst wenn Veränderungen vorhanden wären.

Ist es denn gut dass keine Veränderungen am Organ vorhanden sind? Ist es ein gutes Zeichen? Oder eher schlecht?

Ich denke immer, dass es doch gut wäre, wenn man endlich etwas sehen könnte, somit würde es zumindest im Befund stehen und man würde mit mir voraussichtlich anders umgehen.

@phil1980
Es tut mir wirklich sehr leid, dass es Dir auch so schlecht geht! Es ist ehrlich alles so wie Du es schreibst.

Tomas von Hindenburg

Tomas von Hindenburg
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Tomas von Hindenburg
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Re: Wann den Krankenwagen rufen, und wann nicht❓

Beitrag von Tomas von Hindenburg » 4. Januar 2019, 15:21

Danke auch für Deinen Beitrag Angel...
Habe es jetzt gerade er’s gesehen und lese es mir später durch. Mein Sohn ist gerade gekommen.

Viele Grüße
T.
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Tomas von Hindenburg
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Re: Wann den Krankenwagen rufen, und wann nicht❓

Beitrag von Tomas von Hindenburg » 4. Januar 2019, 16:43

Hallo Angel29280,

Ja es ist alles wie Du es beschreibst, mit den Schmerzen und der Notaufnahme.

Ja, schmerztechnisch bin ich wirklich gut eingestellt, wobei Opioide ein schlechtes Standing haben. Ich weiß. Aber was soll ich machen❓
Auf einer Richterschmerzskala von 0 - 10, wobei 0 keinen Schmerz und 10 den höchst denkbaren Schmerz bedeutet, stehen meine Schmerzen ohne diese Medikamente bei ca. 7. Mit Medikamenten bewegen sie sich zwischen 0 und maximal 3. Es ist mit den Opioiden wieder Lebensqualität und Freude vorhanden. Ohne Medikamente ist es der reinste Horror und dieses Leben nicht lebenswert. Daher ist alleine schon der Schritt in diese spezielle psychosomatische Klinik zu fahren für mich schon sehr wichtig, als Unterstützung. Vielleicht gibt es ja auch Psychopharmaka die das Schmerzzentrum mit ansteuern und abdecken? Lyrica nehme ich bereits, ohne dass ich große Wirkung verspüre.

@ wasistes
Wie siehst Du meinen Befund der Endosonographie? Kannst Du da etwas herauslesen, mit Deiner Erfahrung?
Und wie gut ist es, dass keine Veränderungen vorhanden sind? Ist es eher gut oder eher schlecht zu sehen, in Betracht und auch im Bezug mit meinen sehr schwer auszuhaltenden Symptomen❓

Viele Grüße
Tomas von Hindenburg
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Andi
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Re: Wann den Krankenwagen rufen, und wann nicht❓

Beitrag von Andi » 4. Januar 2019, 17:46

Liebe Gemeinde,
Ich möchte gern meine Meinung mit einbringen, wenn ich das alles so lese stelle ich fest, das eine große Verunsicherung vorliegt, bezüglich Diagnose usw.
Ich selber hatte vor Jahren einen Stein im Gallengang, welchen man 5 Jahre nicht gesehen hat, in dieser Zeit habe ich sehr gelitten unter Druckschmerz, Gewichtsabnahme, Übelkeit usw., konnte nicht mehr arbeiten, war dann logischerweise auch nervlich stark angegriffen, wurde in die Psychoschiene gedrückt, gedemütigt von Ärzten die keine Ahnung hatten, sollte in die Psychatrie, habe ich nicht gemacht, weil ich gespürt habe, das in mir was nicht stimmt, wie wenn die Verdauung stockt, ein Schwerer Stein im Bauch liegt, so ein Gefühl.
Weil man mir das nicht geglaubt hat, bin ich bald verzweifelt, wusste nicht wie ich so noch weiterleben kann.
Bildgebend war nichts zu sehen, also haben sie nichts. Leider wusste ich damals nicht, das man bestimmte Steine nicht sehen kann, nur über ERCP hat man diesen dann gesehen und erfernt, erst dann wurde das mit dem Druck im Bauch besser. Leider ist meine Drüse jetzt geschädigt und es geht nicht mehr zu reparieren, nehme Opiade gegen die Schmerzen und werde psychologisch mit betreut. Trotzdem ist es nicht leicht im Leben, der Sozialstaat ist mit kranken Menschen nicht gerade großzügig, aber das ist ein anderes Thema.
Die bildgebende Verfahren sind mit Sicherheit ein Fortschritt in der Medizin, trotzdem sollte man das nicht überbewerten. Es gibt Fehldiagnosen und auch wenn nichts zu sehen ist, heißt das nicht unbedingt, das man nichts hat, wenn man bedenkt wie komplex die Drüse aufgebaut ist und funktioniert ,ist vieles offen wofür es noch keine Erklärung gibt und das gilt auch für die gesamte Schmerzsymtomatik. Der Arzt sagt das natürlich nicht dem Patienten, sonst wird dieser verunsichert. Ich versuche trotz allem positiv zu denken und zu leben, mache das was mir gut tut und prüfe das was andere sagen.
Ich verstehe euch gut, weil ich auch viel durchgemacht habe, lebe nun schon 24 Jahre mit der Krankheit, auch bei mir nehmen die Schmerzen zu, habe aber keine Angstzustände, mein Glaube hilft mir dabei sehr.
Ich wünsche euch Menschen die euch ernst nehmen und auch helfen an der richtigen Stelle anzusetzen.

Liebe Grüße
Andi

angel29280
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Re: Wann den Krankenwagen rufen, und wann nicht❓

Beitrag von angel29280 » 4. Januar 2019, 17:49

Wuhu Tomas,

Kann deine Verzweiflung gut verstehen und bin froh, dass du die psychische Komponente nicht komplett ablehnst! Ich hoffe die Therapie hilft dir, denn Psychotherapie und diesbezüglich Kliniken sind nicht immer schlecht, lediglich Medis (Psychopharmaka) lehne ich komplett ab mittlerweile, weil sie eben auch viel kaputt machen können und das langfristig. Ich hatte selbst in 10 Jahren 20 verschiedene Psychopharmaka und an mir wurde einiges "ausprobiert". Nehme seit fast 3 Jahren nichts mehr jetzt und hab trotzdem noch mit den Folgen zu kämpfen. Das Gehirn ist nur zu einen geringen Prozentsatz wissenschaftlich erforscht und Ärzte spielen da gerne "Gott". Lyrica hatte ich gott sei dank nur kurz genommen, weil ich davon Wahrnehmungsstörungen bekommen hatte und mein Blutbild nicht in Ordnung war sowie Seh- und Gleichgewichtsstörungen bekam. Eine Freundin hatte es länger genommen und jetzt mit Schilddrüsenerkrankung zu kämpfen, was bei Lyrica nicht selten vorkommt. Meine Mama hatte jahrelang Neuroleptika und Antidepressiva genommen sowie Morphium wg. angeblicher Fibromyalgie, Restlegs und Depressionen...Seit letztes Jahr ist's amtlich, das sie Parkinson hat durch Dopaminmangel im Gehirn...Vermutlich zumindest durch die Neuroleptika verschlimmert (vielleicht sogar ausgelöst). Ich selbst hatte durch Einnahme jahrelanger Psychopharmaka von zeitweiligen Unterzuckerungen über Suchtentwicklungen über Herzrythmusstörungen und chronische Suizidalität sowie Angstzustände und vieles mehr alles mögliche an Nebenwirkungen, die oft vorkommen, aber genauso oft verschwiegen werden. Kommt natürlich drauf an, welche Medikamente man nimmt. Ich würde so was mit Vorsicht geniesen daher. Möchte dir keine Angst machen und auch wenn es immer heißt das Psychopharmaka nicht abhängig machen (körperlich nicht, aber psychisch gesehen schon m.M.n.), ist's extrem schwer wieder davon los zu kommen. Das Zentralnervensystem wird komplett umgepoolt. Morphium ist natürlich hilfreich, wenn es nicht mehr anders geht, aber dauerhaft nicht empfehlenswert. Meine Mama war abhängig davon jahrelang und wurde irgendwann vor die Wahl gestellt, entweder Entzug oder sie überlebt es nicht langfristig, da man dich an die Dosis gewöhnt und irgendwann immer höhere baucht. Ich hatte bisher gott sei dank nur das Problem früher mit Tilidin, Benzo's, Alk zeitweise, Nikotin, Psychopharmaka und Schlafmittelabhängigkeit. Am schlimmsten waren die Entzüge von den Benzo's.

Wie gesagt möchte dir keine zusätzliche Angst machen und dich auch nicht verunsichern, nur vor Augen führen, was das alles für ein Teufelskreis sein kann und einen "Rattenschwanz an Problemen" nach sich zieht in den meisten Fällen.

Hab deine Fragen an Wasistes gelesen...aber was mich etwas irritiert....Warum gehst du zwingend davon aus das deine Schmerzen "nur" von den Pankreas kommen können? Überall hat man Faszien, die verkleben können, man hat Muskeln die verspannten können und Sehnen/Sehnen Ansätze die sich entzünden können oder irritiert sein können genauso wie Nerven. Versteh mich bitte nicht falsch, ich glaub dir deine Schmerzen und kann sie dir auch nachfühlen (hatte ja selbst starke Schmerzen und hab auch immer noch teils Schmerzen)...aber gerade wenn man Sorgen und Ängste permanent hat, verspannt man sich unbewusst und ist andauernd in solch einen Modus, was mit der Zeit dann auch schmerzhaft sein kann. Die Schmerzen können vom Pankreas kommen zum Teil, aber eben auch zusätzlich anderweitig her rühren.

Wann gehst du eigentlich in diese Klinik?
Liebe Grüsse eure Angel

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