Sorge um Bauchspeicheldrüsenkrebs (nach vorheriger Krebserkrankung)

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Fatam
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Sorge um Bauchspeicheldrüsenkrebs (nach vorheriger Krebserkrankung)

Beitrag von Fatam » 9. Januar 2019, 18:08

Hallo allerseits,

ich (36, männlich, 103 kg, 1,90 m) habe nun zwei Monate der Ängste und vielfacher Arzbesuche hinter mir. Jetzt versuche ich es mal hier mit dem Austausch.

Ich fange mal so an: vor vier Jahren erkrankte ich an Hodenkrebs, den ich bis heute gut überstanden habe (keine Streuung, Single Shot Chemo als Vorsorge). Geblieben ist aber eine permanente Angst vor Krebs. Ende November hab ich stärkere Magenschmerzen, Magenkrämpfe und Verdauungsstörungen bekommen, Blähungen, lokale Rückenschmerzen (quasi parallel zum Oberbauch). Dr. Google, den ich eigentlich meiden sollte, hat mich schnell zum Bauchspeicheldrüsenkrebs geführt, dem ich seit dem extrem hinterherhänge. Erfolgt sind bis dahin mehrer Blut-, Urin-Untersuchungen und zwei Ultraschalls, die nichts ergaben, bis auf eine beginnende Fettleber (durch zu viel fette Speisen). Eine Magenspieglung ist auch erfolgt, die eine leichte Schleimhautentzündung festgestellt hat, weshalb ich bis Ende des Jahres jeden Morgen 40 mg Pantoprazol genommen habe. Die Schmerzen verschwanden daraufhin.

Kurz vor Weihnachten habe ich mir anscheinend eine ISG-Blockade zugezogen, die eine Woche lang extrem geschmerzt hat. Mein Gedanke lag aber eher wieder beim Bauchspeicheldrüsenkrebs, das hier eine Wechselwirkung entstanden ist.
Vor Ende des Jahres hatte ich Schmerzen im Blasenbereich, die ich urologisch in der Notaufnahme habe abklären lassen. Es gab kein Resultat. Es wurde ein low dose CT gemacht, ohne Ergebnis. Auch hier mein Gedanke, dass es mit der Bauchspeicheldrüse zusammenhängen könnte.

Das neue Jahr hat begonnen wie das letzte aufgehört hat, mit Krankheiten und Medikamenten. Seit Sonntag plage ich mich mich wieder mit Magenschmerzen herum, die gestern zu Fieber geführt haben (38,5). Weitere Symptome sind Appetitlosigkeit, Blähungen, Durchfall (bisher einmalig, dafür sehr flüssig) und natürlich Rückenschmerzen. Erst im Bereich des unteren Rückens, nun wieder zentral auf der Wirbelsäule parallel zum Oberbauch. Kann auch an langen Liegen liegen, aber mein Gedanke geht eher in Richtung Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Mein Frau sagt „Magen-Darm-Grippe“, aber die Zweifel in mir sind stark.

Mir sind auch die anderen Symptome wie starker Gewichtsverlust und Gelbsucht bekannt, die nicht aufgetreten sind. Ich nehme tatsächlich gerade ab, was auch funktioniert, aber während der Weihnachtstage habe ich viel und gut gegessen und entsprechend zugenommen.

Ich gehe meinem Umfeld mit meiner Angst vor Bauchspeicheldrüsenkrebs sehr auf die Nerven, aber trotzdem regiert in mir die Angst, dass die Ärzte in ihren (meines Erachtens nicht ausreichenden) Untersuchungen etwas übersehen haben. Vor allem macht mir Sorgen, dass man mich untersuchungslos als zu jung einschätzt.

Ich bin im Moment nicht sicher, was ich tun soll. Die Symptome annehmehen, nicht vom schlimmsten ausgehen und weitermachen, oder der nächsten Diagnsotik hinterherrennen. Vielleicht hat jemand einen Ratschlag für mich.
Die große Angst ist natürlich, dass es so läuft wie 2015, als mich die Diagnose Hodenkrebs Überraschend getroffen hat.

Allende
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Re: Sorge um Bauchspeicheldrüsenkrebs (nach vorheriger Krebserkrankung)

Beitrag von Allende » 9. Januar 2019, 20:33

Na ja, da hilft nur CT, MRCP und Endosono und Elastase im Stuhl bestimmen lassen, dazu Magenspieglung und Kolo UND wenn da nichts ist, weiterleben und zuwarten, mit Untersuchungen die dich beruhigen, aber dann mit etwas Zeitabstand.
Nur so und mit Zeit lassen sich diese Ängste beruhigen. Ein Ultraschall vom Oberbauch ist auch schon mal viel wert. Wichtig vorher nicht trinken und nichts essen, dass die Drüse schön einsehbar ist- EIGENTLICH reicht das auch bei einem guten Schaller.

Viel Glück und alles Gute

ThommyH
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Re: Sorge um Bauchspeicheldrüsenkrebs (nach vorheriger Krebserkrankung)

Beitrag von ThommyH » 10. Januar 2019, 03:17

Oh.. Das ganze kenne ich. Hatte auch Hodenkrebs. Den sogar 2x. Damals habe ich das gut überstanden. Im Vergleich zu den Problemen mit der BSD ist das im Nachhinein betrachtet sogar "harmlos" gewesen.

Nur jetzt wo ich nahezu eindeutig eine chronische Entzündung habe, denkt man wieder an den Krebs und an Fälle (auch aus den Medien) wo der Krebs zurück gekommen ist.

Das ein Ultraschall schon einmal viel Wert ist kann ich nicht sagen. Beim Ultraschall würde bei mir auch bei 5 unterschiedlichen Schallern nichts erkannt. Nur eine von 2 Endoskopien erbrachte "Chronische Pankreatitis" und ein Atemtest eine exokrine Insufizienz.
Selbst 2 Cts ,nach der Diagnose chronische Pankreatitis, erbrachten im Arztbrief "keine Auffälligkeiten an der BSD", so dass der Gastroenterologe meinte trotz der vorherigen Diagnose : "sehen sie ist doch alles in Ordnung."

Andi
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Re: Sorge um Bauchspeicheldrüsenkrebs (nach vorheriger Krebserkrankung)

Beitrag von Andi » 10. Januar 2019, 14:56

Hallo TommyH,
Du hast Recht, die gesamte Bildgebung ist mit Vorsicht zu betrachten, es kommt schnell zu Fehldiagnosen, manche Patienten werden als Simulanten abgetan, andere unnötig operiert, alle Untersuchungen sollten immer zusammenhängend beurteilt werden.
Leider gibt es noch nicht wirklich für alles zuverlässige diagnostische Verfahren, obwohl man schon voran gekommen ist in der Bildgebung.
Ein erfahrener Chirurg des Pankreaszentrum hat mir gesagt, was wirklich Fakt ist, sehen wir erst, wenn der Bauch auf ist, so sieht es aus.
Auf einen CT war meine Drüse verkalkt, drei Jahre später war sie unauffällig im CT, so etwas wäre möglich, das die Verkalkung weg geht, kann jemand mit dieser Aussage was anfangen?, die Beschwerden sind leider nicht weggegangen :denk:

Liebe Grüße
Andi

wasistes
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Re: Sorge um Bauchspeicheldrüsenkrebs (nach vorheriger Krebserkrankung)

Beitrag von wasistes » 10. Januar 2019, 19:33

Moin, ich kann deine Angst durchaus nachvollziehen, gerade wenn man im Jungen Alter mit so einer sch**** Diagnose konfrontiert war wie du bereits.
Dennoch würde ich nicht gleich vom schlimmsten Ausgehen. Pankreaskrebs in dem Alter ist ja häufig eine genetische Prädisposition (z.B. im Rahmen einer Hereditäre Pankreatitis).
Du hast ja auch einiges an Untersuchung gemacht was dir etwas die Sorgen nehmen sollte, denn das tückische an diesen Krebs ist ja, das er häufig erst richtig schlimme Beschwerden macht wenns zu spät ist.
Dennoch solltest du auf Nummer sicher gehen:
1. Lass deinen Hausarzt mal den Tumormarker bestimmen (Ca 19 - 9, sowie CEA) musst du aber in Selbstleistung gehen wahrscheinlich
2. 2 - 3 x Fetale Elastase bestimmen, erst recht wenn du Probleme mit der Verdauung hast.
3. Wenn du sorgen hast und begründeten Verdacht such dir ein Pankreaszentrum und schildere dein Problem. Ich kann das LMU empfehlen, aber auch andere Kliniken sind was die Diagnostik angeht sehr gut.
In diesem Rahmen sollte dann wenn indiziert eine Endosonographie durch einen guten Schaller erfolgen (such dir eben ein renomiertes Krankenhaus dann kannst du relativ Safe sein, weil die Endosonographie mit guten Schaller eine sehr hohe Aussagekraft bezüglich Krebs hat, aber auch für ne beg. chronische Pankreatitis). Weiterhin kannst du eine MRCP + MRT machen. Das MRCP ist relativ gut geeignet Obstruktionen der Gallengänge, sowie des Ductus Pancreaticus darzustellen. Die meisten Tumore lassen sich so aufspüren. Außerdem ist das MRT gut für Gewebeveränderungen, da Krebs häufig Kontrastmittel aufnimmt und sich so als Raumforderung darstellt.
Dann kannst du auch zumindest deine Krebsangst erstmal an den Nagel hängen.
Kopf hoch und gute Besserung!
The wheel of pain will make you stronger

Fatam
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Re: Sorge um Bauchspeicheldrüsenkrebs (nach vorheriger Krebserkrankung)

Beitrag von Fatam » 2. Februar 2019, 10:32

Hallo zusammen,

Erstmal danke für eure Antworten. Ich hatte vor zwei Wochen ein MRT Abdomen mit Kontrastmitteln (kein MRCP).
Erstmal die Frage, ob das MRT ebenso aussagekräftig ist wie ein MRCP?
Das Ergebnis war jedenfalls, dass alles in Ordnung ist, bis auf eine Zyste in einer Niere, die mir aber schon bekannt war.

Das Ergebnis hatte mich eigentlich beruhigt, so dass ich wieder meinem Tagewerk nachgegangen bin. Aktuell habe ich aber wieder diese lokalen Rückenschmerzen im mittleren Rücken, die nach oben ziehen und leichte Oberbauchbeschwerden nach sich ziehen. Da greift bei mir wieder die Angst um, ob doch etwas übersehen worden ist. Oder die Frage, ob es sich vielleicht um einen Tumor handelt, den das MRT nicht erkennen konnte. Oder ob ein MRT überhaupt ausreichend ist. Viele Fragen jedenfalls...vielleicht habt ihr Antworten. :|

Im Moment weiß ich nicht, ob ich es gut lassen sein oder doch wieder den Ärzte-Marathon aufnehmen soll.
In zwei Wochen folgt noch ein CT Thorax low dose, was meiner normalen Krebsnachsorge entspricht.

Fatam
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Re: Sorge um Bauchspeicheldrüsenkrebs (nach vorheriger Krebserkrankung)

Beitrag von Fatam » 2. Februar 2019, 18:46

Hat jemand eine Antwort für mich? Wäre mir wichtig. Danke!

Andi
Beiträge: 367
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Re: Sorge um Bauchspeicheldrüsenkrebs (nach vorheriger Krebserkrankung)

Beitrag von Andi » 2. Februar 2019, 19:37

Hallo,
Eine 100 Prozent Sicherheit gibt es auch in der Bildgebung nicht, es muss nicht gleich Krebs sein, verstehe natürlich deine Verunsicherung. Ob bei dem geplanten CT das Pankreas untersucht wird weis ich nicht.
Eine Endosonographie ist sehr aufschlussreich in der Diagnostik.
CT ist für Weichteile spezieller, MRCP beurteilt das Gangsystem besser, je nach dem alles hat Vor- und Nachteile.
Bitte nicht verrückt machen.

Fatam
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Re: Sorge um Bauchspeicheldrüsenkrebs (nach vorheriger Krebserkrankung)

Beitrag von Fatam » 3. Februar 2019, 01:17

Danke Dir!
Hat denn ein MRT Abdomen mit Kontrastmittel irgendeine Aussagekraft bzgl. der Bauchspeicheldrüse?
Mir ist bewusst, dass es keine 100% gibt. Die Frage ist nur, wo macht man einen Strich, bevor man wieder zur nächsten Untersuchung rennt, welcher Diagnosemethode vertraut man wirklich und nimmt auch 1% Unsicherheit in Kauf. Mein Umfeld versteht z.B. nicht, dass ich das MRT-Ergebnis wieder anzweifle, wie ich auch zuvor alles angezweifelt habe. Und im Grunde würde ich mir das auch wünschen, dass ich jetzt einfach nach vorne blicke. Aber die Angst hält mich auf Achse.

Marioweber41
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Re: Sorge um Bauchspeicheldrüsenkrebs (nach vorheriger Krebserkrankung)

Beitrag von Marioweber41 » 3. Februar 2019, 09:12

Bin zu 100pro auf deiner seite.mich zermürben meine beschwerden seit über 2 jahren.umfeld genervt.die können sich nicht reinversetzen in beschwerden/angst.außerdem leben wir in einer oberflächlichen welt.meine bildgebenden Untersuchungen auch unauffällig,trotzdem spür/weiß ich,daß es zu hoher Wahrscheinlichkeit die bsd ist.amylase/lipase im blut nicht aussagekräftig.
Würde an deiner stelle mrcp (mit sekretin,wenn möglich) und endosonographie (wichtig:erfahrener schaller) veranlassen (die ärzte muss man regelrecht dazu zwingen,weil sie sich a)nicht auskennen b)teure Untersuchungen nicht gerne verschreiben.
Stuhlelastase (an mind 2 tagen hintereinander) liefert Aussage darüber,wieviele enzyme die bsd noch produziert.glucose und hb1c im blut sollten auch gecheckt werden wegen diabetes (kann manchmal bei bsd Erkrankungen auch entstehen).in summe hab ich großteils schlechte Erfahrungen mit ärzten und deren wissen mit bsd gemacht.und auch in pankreaszentren ist nicht alles,so wie man sich das als hilfesuchender patient vorstellt (die scheinen eher nur an operierbaren fällen interessiert zu sein)....alles sehr schwierig,zumal das umfeld nicht nachvollziehen kann,was man da durchmacht.die angst ist auch mein ständiger Begleiter (hab eine 4jährige tochter,die mich über alles liebt).das umfeld ist meist damit überfordert,sich die großen sorgen anzuhören (außerdem will man seine lieben ja nicht belasten),daher würd ich auch zu Gesprächstherapie raten (denen kannst du alles erzählen).dr.google ist einerseits nicht gut,andererseits legt man sich durch aufbau eines knowhows nicht konplett in die hände der weißkittel.schlimm aber wahr-ich hab durch die Recherchen in sachen bsd sicher mehr know how als manch gastroenterogen (Hausarzt sowieso).die bsd dürfte ein stiefmutterdasein fristen.
Sorry vom thema abgekommen.mrt mit kontrastmittel ist schon mal ok,es sollte aber gleich eine mrcp (stellt die gallen und pankreasgänge besser dar,noch besser mut sekretinbeigabe) mitgemacht werden.endosono eines guten schallers in Verbindung mit mrcp plus blut/stuhlwerte sagen schon mal einiges aus.alles gute!!??

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