Schläuche nach OP

(zystische Pankreastumore und neuroendokrine Tumore des Magen-Darm-Traktes und der Bauchspeicheldrüse)

Mit diesem Diskussionsforum, das wir hier als weitere Säule des AdP- Forums zur Verfügung stellen, geben wir Ihnen die Gelegenheit, sich über Seltene Tumore an der Bauchspeicheldrüse untereinander und/oder im Bedarfsfall auch mit Herrn Prof. Dr. Marco Siech (marco.siech@ostalb-klinikum.de) bzw. Herrn Prof. Dr. Rainer Klapdor (Prof.Klapdor@t-online.de) auszutauschen. Beiträge, die keinen Bezug zu dieser besonderen Thematik haben, müssen wir leider ohne weitere Ankündigung entfernen bzw. verschieben.
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Nicki
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Schläuche nach OP

Beitrag von Nicki » 18. Oktober 2018, 23:54

Hallo liebe Forengemeinde,

wie so viele habe ich zunächst still mitgelesen und erstmal möglichst viele Infos für mich hier mit an Bord genommen. Nun habe ich mich aber doch entschlossen, mich hier anzumelden, um aktiv mitzuschreiben.
Bei mir (34 Jahre) wurde Mitte September per Zufallsbefund ein (aller Wahrscheinlichkeit nach gutartiges) muzinöses Zystadenom am Bauchspeicheldrüsenschwanz gefunden - das Ding ist schon ziemlich groß (13x8x8 cm) und muss daher auf jeden Fall entfernt werden. MRT und Endosono haben bislang kein invasives Wachstum oder Metastasen gezeigt, so dass ich hoffe, dass ich eine der "Glücklichen" bin, die noch rechtzeitig durch eine OP "geheilt" (was auch immer das in dem Zusammenhang heißt) werden kann. Genau können die Ärzte das aber natürlich erst nach dem histologischen Befund sagen, klar.
Das Warten ist echt zermürbend und ich kann noch gar nicht richtig fassen, was mit mir passiert - aus dem vollen Leben ausgebremst und in eine andere Welt katapultiert - das dauert sicher noch, bis ich das wirklich begreifen kann, im Moment ist es eher noch so Schockstarre und funktionieren (was auch Sinn macht mit kleinem Kind). Wieso ich? Aber das führt ja zu nix.

Ich werde nächsten Dienstag (23.10) per Pankreaslinksresektion operiert. Vor der OP selbst habe ich zwar Sorge, aber keine wirkliche Panik, so wie es viele hier beschreiben. Ich vertraue dem Chirurgen und der höheren Macht in meinem Leben. Es kommt, wie es kommt, auch wenn ich natürlich dafür bete, dass es gut wird, nicht so sehr für mich, sondern in erster Linie für meine Tochter (5).

Wovor ich allerdings wirklich Angst habe, ist das Aufwachen auf Intensiv - denn ich habe ein großes Problem mit Zugängen und Schläuchen aller Art, die in meinem Körper stecken (zurückzuführen auf Missbrauch in der Kindheit, den ich therapeutisch schon weitgehend aufgearbeitet habe, aber in so Extremsituationen kommt halt doch vieles nochmal hoch). Ich habe das im Vorfeld mit der (wirklich sehr netten und verständnisvollen) Anästhesistin thematisiert, die mir versprochen hat, mich im Fall der Fälle "angemessen zu benebeln" (Zitat ;) ), mein Therapeut würde mich im Notfall auch auf Intensiv besuchen, mir wurde versprochen (und in der Akte mit rot vermerkt) dass kein Schlauch länger als unbedingt nötig verbleibt. Das sind schon gute Vorsorgemaßnahmen, dennoch würde ich gern nochmal hier an der Stelle fragen, wie ihr das mit den Schläuchen erlebt habt. Wie sehr sind die spürbar, vielleicht sogar schmerzhaft, bewegungseinschränkend und wann kommen die raus? Ich kann kaum einen Zugang ertragen, der auf der Hand gelegt wurde, und jetzt sollen da neben den Drainagen auch Magensonde, Blasenkatheter, ZVK, PDK und... liegen :shock: Kann man sich nach der Narkose überhaupt an die Intensivzeit erinnern (ich z.B hatte schonmal eine Vollnarkose und der Tag danach ist aus meinen Erinnerungen fast völlig verschwunden)? Erfahrungsgemäß hilft es mir, je mehr Infos ich habe.

Seid herzliche gegrüßt,
Nicki

sprotte
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Re: Schläuche nach OP

Beitrag von sprotte » 19. Oktober 2018, 20:54

Hallo Nicki,
bei mir wurde im März eine ähnliche OP durchgeführt, es wurde der Pankreaskopf und einiges mehr entfernt. Ich war 3 Tage auf Intensiv mit ganz schön vielen Schläuchen. Sie schmerzen nicht und viel Bewegung ist sowieso nicht möglich. Was nach ein paar Tagen nervig wurde, war die Magensonde. ZVK musste leider nach 4 Tagen gezogen werden, da entzündet. Eigentlich muss man die Drainage positiv sehen, da dein Inneres unter Beobachtung ist. Also, alles insgesamt sind die vielen Schläuche nicht so dolle unangenehm. Ich wünsche die alles gute für die OP!!!
LG

Nicki
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Re: Schläuche nach OP

Beitrag von Nicki » 6. November 2018, 10:54

Hallo sprotte,

vielen Dank für deine Antwort. Mittlerweile habe ich die OP hinter mir und auch die Sache mit den Schläuchen. Es war aushaltbar würde ich sagen, aber es gibt ja auch keine Alternative ;) Auf Intensiv war ich zum Glück nur eine Nacht, das fand ich ziemlich schrecklich, weil ich - trotz jeder Menge Medikamente - kein Auge zutun konnte. Das wurde dann auf Station langsam besser. Gefreut habe ich mich trotzdem über jeden Schlauch, der gezogen wurde (und die daraus entstehende größere Bewegungsfreiheit), bis auf die letzte Drainage, die sehr schmerzhaft war, war das auch jedesmal okay. Jetzt bin ich einfach froh, wieder zu Hause zu sein und mich erholen und gesund werden zu können. Seit gestern weiß ich auch, dass es eine MCN war, die noch gutartig war. Ich bin so froh und dankbar.
Jetzt versuche ich mich zu Hause durchzuwurschteln, herauszufinden, was ich essen kann, abzuwarten, bis die Blutwerte wieder ganz gut sind (Entzündungswerte noch erhöht) und den Blutzucker zu beobachten.

Viele Grüße von Nicki

sprotte
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Re: Schläuche nach OP

Beitrag von sprotte » 6. November 2018, 19:47

Hallo Nicki,
das freut mich sehr, dass du alles einigermaßen überstanden hast und sogar schon wieder zu Hause bist (soo schnell). Für alles was jetzt kommt, brauchst du wirklich viel Geduld. Ich habe dieses Wort auch immer wieder verflucht, vor allem während der AHB. Aber die Ärzte und Schwestern haben Recht, man muss abwarten, beobachten was geht. Meine 1. OP war ja Anfang März 2018, ich kann auch ganz viel wieder essen, sogar manche Dinge ohne Kreon. Habe über mein Ausgangsgewicht zugenommen und es geht mir einigermaßen gut. Achte auf den Zucker!! Ich habe seit OP leider häufig Probleme mit starken Unterzuckerungen. Leider muss ich ein viertes mal operiert werden, da ich einen ziemlich großen Narbenbruch habe. Ich bin auch froh, die OP so schnell gemacht zu haben, da eine IPMN sich ja auch zu etwas entwickeln kann, überhaupt eine nekrotische BSD zu etwas bösem werden kann. Behalte auch deinen Vitaminstatus im Auge.
Was wurde bei dir alles entfernt?
Weiterhin gute Besserung und übernimm dich nicht, gönne die genügend Ruhepausen trotz kleiner Maus.
Liebe Grüße

Nicki
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Re: Schläuche nach OP

Beitrag von Nicki » 7. November 2018, 15:05

Hallo sprotte,

danke für deine Nachricht. Ich habe ein wenig über deine Geschichte gelesen und es macht mich echt betroffen, dass nun schon deine 4. OP dieses Jahr ansteht. Narbenbruch ist auch eine große Angst von mir, ich drücke dir jedenfalls die Daumen, dass es dann damit erledigt ist, die OP gut verläuft und alles gut verheilt. Hast du schon einen Termin für die OP? War dein Bauchschnitt waagrecht oder senkrecht?
Bei mir wurden neben dem Prankreasschwanz die Milz und die Gallenblase entfernt. Ich war 10 Tage im Krankenhaus.
Ich nehme im Moment (noch) kein Kreon, der Zucker wird regelmäßig durch den Hausarzt kontrolliert werden. Mein "Vorteil" ist, dass ich einige Kilos zu viel habe, so dass ich mit Zeit und Geduld essenstechnisch probieren kann, ohne dass ich gewichtstechnisch Probleme bekomme. Das mit dem Vitaminstatus ist aber ein guter Hinweis, danke.
Sonst ist alles noch sehr anstrengend, heute war ich mit meiner Tochter bei der Schuleingangsuntersuchung und musste danach erstmal eine Stunde Sofa einlegen ;) Trotzdem tut es so gut wieder am Alltag teilnehmen zu können, wenn auch eingeschränkt. Irritiert hat mich die Aussage meines Hausarztes gestern, der mich für 2 Wochen krank geschrieben hat und meinte, dass das ja unter Umständen schon ausreicht, um wieder arbeitsfähig zu sein. Im Moment erscheint mir das noch ziemlich weit entfernt. Zwar habe ich keine körperlich anstrengende Arbeit, aber mit der Konzentration ist es halt noch nicht so weit her. Mal abwarten.

Liebe Grüße von Nicki

sprotte
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Re: Schläuche nach OP

Beitrag von sprotte » 7. November 2018, 15:59

Hi Nicki,
mein Schnitt war waagerecht, also Bikini ist auf keinen Fall mehr angesagt. Du solltest auf keinen Fall schon wieder arbeiten gehen, eigentlich hätte der Sozialdienst vom KH eine AHB anleiern müssen, so etwas geht auch mit Kind. Vllt. kann dein Arzt dir auch eine Bauchbinde verschreiben aus dem Sanitätshaus, die du auch beim Staubsaugen und anderen Hausarbeiten tragen solltest. Denk daran, nichts über 5 kg tragen!! Auch wenn es sich albern anhört, es beugt einem Bruch vor. Ich habe nächste Woche meinen 2. Nachsorgetermin beim Prof. Mal sehen wann er meint zu operieren und MRT müssen wir auch besprechen (um eine mögliche Malignitätsgefahr im Auge zu behalten, schickt er mich alle 6 Monate ins MRT.
Da bei dir der Kopf noch da ist, brauchst du vllt. kein Kreon??
Bei mir wurde halt Kopf, Körper, Galle und Zwölffingerdarm entfernt, so dass es mit der Resorbtion nicht mehr stimmt. Diabetes hatte ich vorher schon, ist jetzt statt Typ 2 ein Typ 3c geworden und nicht so easy zu handhaben.
Alle Gute und denk dran Schonung ist angesagt und nicht der Job.
Liebe Grüße

Nicki
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Re: Schläuche nach OP

Beitrag von Nicki » 9. November 2018, 08:45

Hi sprotte,

ich drück dir die Daumen für den Termin und überhaupt wünsche ich dir, dass es gesundheitlich, auch oder gerade mit der Einstellung des Diabetes, aufwärts geht.

Liebe Grüße von Nicki

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