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Pankreaslinksresektion

Verfasst: 9. Dezember 2018, 11:18
von Christian J aus Bochum
Hallo zusammen.
Ich bin Christian und komme aus Bochum. Nach einer langen Zeit im Krankenhaus hat man bei mir eine Pseudozyste gefunden. Die daraus entnommene Gewebeprobe ist zwar gutartig. Der Zustand der Gallenblsae und der Milz erfordern allerdings eine Operation. Die Gallenblase, die Milz und der Pankreasschwanz sollen raus.
Wer hat ein ähnliche Operation hinter sich und kann mir meine Angst bezüglich der Komplikationen nehmen? Wie lief es bei Euch?
Wie lange bleibt man ungefähr auf der Intensivstation? Klar kommt es immer auf das Alter und den Zustand des Patienten an..... :D
Wie lange bleibt man ca im Krankenhaus?
Ist eine snchliessende Reha vermeidbar ode rgehört das in dem Falle mit dazu? So in der Art wurde mir das gesagt.
Ich komme am morgigen Montag, den 10.12.2018 ins Krankenhaus, denke mal, daß ich Weihnachten wohl dann nicht zuhause bin?!
Ich würde mich über eure Erfahrungen sehr freuen!

Re: Pankreaslinksresektion

Verfasst: 9. Dezember 2018, 17:13
von Nicki
Hallo Christian,

ich wünsche dir schonmal alles Gute für die kommende Zeit.
Bei mir wurde Ende Oktober ebenfalls die Milz, die Gallenblase und per Linksresektion ein Teil der Bauchspeicheldrüse wegen einer MCN entfernt. Zum Glück war es auch gutartig, was ich allerdings erst 2 Wochen nach der OP erfahren habe. Die OP selber und die erste Zeit danach ist kein Spaziergang, aber es war machbar. Wird bei dir mit Bauchschnitt operiert oder geht es minimalinvasiv? Bist du wegen der Splenektomie bereits geimpft worden?
Ich war einen Tag bzw. eigentlich nur eine Nacht auf der Intensivstation und konnte dann auf die Normalstation. Insgesamt war ich nur 10 Tage im Krankenhaus, hätte aber auch gut noch die 14 Tage, die mir angekündigt waren, voll machen können, zumindest wurde es mir so geraten, da die Blutwerte (Entzündungswerte noch sehr hoch) noch auffällig waren nach 10 Tagen. Ich wollte allerdings lieber zu Hause auf dem Sofa weiter gesund werden, das war für mich psychisch sehr wichtig und daher bin ich das Risiko eingegangen. Klammern und letzte Drainage wurden dann ambulant gezogen.
Gewöhnungsbedürftig fand ich die Sache mit den Schläuchen, was aber an meiner persönlichen Geschichte liegt. Schmerzhaft war eigentlich nur das Ziehen der letzten Drainage, weil der Arzt Mist gebaut hat. Sonst waren die Schmerzen sehr gut aushaltbar.
Eine Reha habe ich nicht gemacht, stattdessen habe ich hier zu Hause in Rücksprache mit meinem Hausarzt nach 4 Wochen mit Physiotherapie begonnen, um wieder fitt zu werden und die Muskeln wieder aufzubauen (und mache brav täglich meine Übungen ;) ). Das war für mich eine gute Lösung. Ich habe die Ruhe und das vertraute Umfeld nach der belastenden Zeit gebraucht. Im Januar will ich wieder arbeiten gehen (habe aber nur eine 50% Stelle). Körperlich geht es mir heute, fast 7 Wochen nach der OP, relativ gut, ich habe bisher keinen Zucker und auch keine Verdauungsprobleme, nehme keine Enzyme, dafür Kurkuma, da die Entzündungswerte immer noch leicht erhöht sind. Psychisch hatte ich länger zu knabbern, da mich die Diagnose voll aus dem Alltag gerissen hat (Zufallsbefund, hatte keine Beschwerden) und ich eine Weile gebraucht habe (und noch brauche), um das alles zu verarbeiten. Ich bin sehr dankbar, dass ich soviel Glück hatte.

Alles Gute und berichte doch gern weiter, wie es dir ergeht, ich freue mich über den Austausch mit Menschen mit ähnlichen Erfahrungen!
Liebe Grüße von Nicki

Re: Pankreaslinksresektion

Verfasst: 9. Dezember 2018, 21:25
von Christian J aus Bochum
Hallo Nikki. Danke für Deine Antwort.
Es wird ein großer Bauchschnitt vorgenommen. Anders scheint das nicht machbar.
Ich melde mich gerne wieder, sobald ich mich von der OP erholt habe.
Was hat das mit dem Kurkuma auf sich und wo bist du operiert worden?

Gruß, Chris

Re: Pankreaslinksresektion

Verfasst: 10. Dezember 2018, 12:09
von Nicki
Hallo Chris,

Nochmal alles Gute, das wird schon!
Ich hatte auch einen Bauchschnitt, schaut nicht sehr hübsch aus, wird aber schon blasser.

Zum Thema Kurkuma gibt es im Forum einige Infos und Threads, einfach mal suchen :-) wirkt entzündungshemmend und ich wollte das mal versuchen, ob es einen positiven Effekt hat. Die nächsten Blutwerte werden da einen Hinweis geben...

Operiert wurde ich hier vor Ort in einem ganz "normalen" Krankenhaus, allerdings von einem sehr erfahrenen Chirurgen. Ich war sehr zufrieden!

Bis bald und viele Grüße,
Nicki

Re: Pankreaslinksresektion

Verfasst: 4. Januar 2019, 19:00
von Christian J aus Bochum
So, da bin ich wieder. OP sehr gut überstanden. Keine Beschwerden, komplett schmerzfrei. Selbst nach Entfernung der Schmerzmittelzufuhr über die Pumpe habe ich nur zweimal Novalgin genommen.
Es hat sich, wie im Vorfeld schon thematisiert, eine Fistel gebildet. Diese wurde erfolgreich behandelt. Salem-Drainage liegt noch. Entlassung aufgrund der Fistel erst am 19. Tag nach der OP. Warte jetzt auf die Zusage der Reha, weil über die Feiertage keine Anträge bearbeitet wurden.
Kreon vertrage ich gut, muss aber noch die dazugehörige Schulung machen. Auch da, war wegen der Feiertage eine Schulung in der Klinik nicht möglich!

Re: Pankreaslinksresektion

Verfasst: 6. Januar 2019, 19:58
von Nicki
Hallo Christian,

Schön, dass es den Umständen entsprechend aufwärts geht! Wünsche dir eine gute Reha!

Wie ist das denn bei dir mit dem Kreon, also woher weißt du, dass du das brauchst bzw wie wäre es ohne?

Alles Gute,
Nicki

Re: Pankreaslinksresektion

Verfasst: 7. Januar 2019, 12:04
von Christian J aus Bochum
Es wird gerae eingestellt. Komischweise sind die Lipasewerte ohne Kreon niedriger als mit!

Re: Pankreaslinksresektion

Verfasst: 31. Januar 2019, 14:32
von Nicki
Hallo Christian,

Wie geht es dir denn mittlerweile?

Liebe Grüße,
Nicki

Re: Pankreaslinksresektion

Verfasst: 11. Februar 2019, 10:56
von Christian J aus Bochum
Hallo Nicki.
Soweit gut. In der AHB hat man mich miserabel genäht. Der Schlauch ist mitsamt der Naht immer wieder in den Bauchraum gerutscht. Ansonaten habe ich es mal ohne Kreon ausprobiert. Haut leider nicht hin. Der letzte Schlauch kommt jetzt am Donnerstag raus. Danach kann ich mir ein Ziel setzen, wann ich wieder arbeiten gehe.
Gruß, Chris

Re: Pankreaslinksresektion

Verfasst: 12. Februar 2019, 17:17
von Mela_74
Hallo,
wie ich gelesen habe, habt ihr beide ähnliches durch wie ich. Bei mir wurde im August 2017 eine faustgroße MCN am Pankreas diagnostiziert. Bei der Pankreaslinksresektion wurde ebenso die Milz entfernt. Nach 2 Wochen Ungewissheit lag auch der letzte Patho-Befund vor und es war zum Glück gutartig. Ich wurde mit Drainagen entlassen. Leider bildete sich eine Pankreasfistel, so dass ich erneut stationär anrücken musste. Nach einer ERCP musste nun auch noch die Gallenblase entfernt werden und nach 2 weiteren Monaten stellte sich heraus, dass ich einen Narbenbruch hatte, der also auch noch operiert werden musste. Die letzte OP liegt nun ein dreiviertel Jahr zurück und ich bin nahezu wieder komplett hergestellt. Zum Glück habe ich weder ein Diabetes entwickelt noch muss ich Kreon oder sonstige Medikamente einnehmen. Ich gehe wieder arbeiten und auch ins Fitnessstudio kann ich wieder regelmäßig gehen. Die Zeit nach dem Eingriff (vor allem nach der Pankreaslinksresektion) war kein Zuckerschlecken, aber es ist machbar. Besonders gut getan hat mir das tägliche Spazierengehen nach dem Eingriff. So schwer es mir auch gefallen ist, hat es doch den Heilungsprozess deutlich unterstützt. Während der 5stündigen OP wurde wohl meine Halswirbelsäule stark überstreckt, sodass ich heute noch Probleme mit Tinnitus und schlechtem Hören habe (zum Glück arbeite ich bei einem HNO 😅).Aber ich muss sagen: solange es NUR das ist, kann ich damit leben!!!
Mein letzter Kontroll-MRT-Termin war im Dezember 2018. Ich war ziemlich nervös, da ich seit einigen Wochen immer wieder Bauchgluckern und auch ab und an Durchfälle hatte. Also wurde gleichzeitig zum MRT auch eine Ultraschalluntersuchung, eine Magenspiegelung und verschiedene Atemtests durchgeführt. Offensichtlich hatte sich in meinem Darm eine Fehlbesiedelung breitgemacht und im Magen hatte sich der Helio Bacter eingenistet. Nach erfolgreicher Therapie ist aber nun endlich alles im Lot und das MRT zeigte: alles bestens. Natürlich hat man die ganze Geschichte immer im Kopf aber ich bin unendlich dankbar, dass es mir heute so gut geht. Ich kann nur empfehlen: lass dir und deinem Körper genügend Zeit, um sich zu rehabilitieren. Man übernimmt und überschätzt sich leicht und bekommt schnell die Retourkutsche. Machst du eine Wiedereingliederung? Auch das kann ich nur wärmstens empfehlen! Ich wünsche dir weiterhin gute Genesung und dass du schnell wieder auf die Beine kommst💪🏻
Liebe Grüße,
Melanie