Schon wieder im KH

an der Bauchspeicheldrüse erkrankten Menschen. Was bedeutet eine Pankreas- / Bauchspeicheldrüsenerkrankung für das Umfeld der Patienten?
Hier können sich Angehörige und Freunde von Pankreas- / Bauchspeicheldrüsenpatienten austauschen
und haben die Möglichkeit über andere Angehörige / Freunde Rat und Hilfe zu finden.
Alexa&Daniel
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Schon wieder im KH

Beitrag von Alexa&Daniel » 14. Juli 2015, 20:47

Hallo Zusammen,

Mein Mann hat jetzt seinen 12. Schub und es ist zum verrückt werden.
Seit 6 Jahren immer das Gleiche alle sechs Monate hat er einen akuten Schub.

Diesmal waren ist nur vier Monate und dann kam er auf eine Station wo eine Krankenschwester seine Schmerzen nicht ernst nimmt!

Es tut so unglaublich weh ihn so leiden zu sehen! Drei Tage lang ging es jetzt dass er anstelle von Opiaten von der einen Krankenschwester mit Novalgin und Paracentamol Bgefrühstückt wurde. Er hat sich gekrümmt vor Schmerzen und geweint.

Nachdem das ganze Wochenende für mich natürlich kein Arzt zu sprechen war, bin ich gestern richtig laut geworden der Schwester gegenüber. Ich hab geheult vor Wut und Verzweiflung! Ich war drauf und dran ihn auf eigene Faust in ein anderes KH zu bringen. Da begegnet mir zufällig der Oberarzt. Den hab ich mit vorgenommen. Wollte Blutergebnisse wissen, das Ergebnis des CT's nach Aufnahme von Samstag.
Hat er auch alles nach Lehrbuch beantwortet. Ist nur doof für nen Arzt wenn sich ein Angehöriger besser auskennt! Über Pseudozysten bei meinem Mann wüsste er nix ( wurden vor vier Monaten entdeckt). Was das Verhalten der Schwster betrifft, so müsse ich das mit denen klären, Daisy mir die Hutschnur geplatzt.

Das Ergebnis war das er sich vor der Visite Heute Morgen die Bilder wohl selbst angesehen hat und die Zysten sind wohl nicht mehr da. Zu sehen ist nur die entzündete Drüse. Ein MRCP soll jetzt noch gemacht werden.

Im Dienst natürlich wieder diese Schwester. Mein Mann krümmte sich vor Schmerzen und die brachte natürlich wieder nur Paracentamol und wenn das nicht ausreicht könne er noch Novalgin haben, danach hat sie nur noch die Schwesternschülerin geschickt. Unglaublich!!!

Als mir in dem Moment ein Arzt über den Weg lief der nicht zu der Station gehörte und ihn in das Zimmer meines Mannes brachte hat er sich die Schwester vorgenommen. Die braucht mir nicht mehr unter die Augen treten! Die werde ich bei der Pflegedienstleitung melden!

Wie kann man das einem Menschen antun? Ich hab bis jetzt soviel mit ansehen und ertragen müssen, von meinem Mann mal abgesehen das tut einfach weh. Man steht hilflos danebenbenehmen verzweifelt und keiner hilft, obwohl es eine Anordnung gibt....

Ich hoffe dass es jetzt schmerztechnisch Berg auf geht....

Traurige Grüße
Alexa

Allende
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Re: Schon wieder im KH

Beitrag von Allende » 14. Juli 2015, 22:16

Solch ein KH kenne ich nicht! Gott sei Dank!!! Vielleicht solltet Ihr dieses KH mal hier veröffentlichen, nicht das es noch eines vom AdP ist. Ich hätte mich schon längst selbst verlegt.

Alles Gute!

Manu1966
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Re: Schon wieder im KH

Beitrag von Manu1966 » 18. Juli 2015, 23:35

Liebe Alexa,

ich kann so sehr mit Dir mitfühlen - Novalgin und Paracetamol kann ich schon gar nicht mehr hören, ohne einen Wut- oder Heulanfall zu kriegen.

Mein Mann und ich mussten ganz ähnliche Erfahrungen machen, als er wegen einer postoperativen Komplikation in unser hiesiges Stadtkrankenhaus eingeliefert wurde (ging nicht anders; ich hatte Sonntag nach 112 gerufen, der Zustand meines Mannes war katastrophal, und ich wollte ihn nicht weiter transportieren lassen vor lauter Angst). Diese Vollpfosten waren a) nicht in der Lage oder nicht willens oder beides, die Berichte aus Heidelberg (da fand die OP statt) zu lesen und die richtigen Schlüsse zu ziehen, b) außerstande, innerhalb kürzester Zeit - was angesagt gewesen wäre - die Diagnostik durchzuführen und c) meinem Mann die Schmerzen zu erleichtern. Erst nach 48!!!! Stunden und jeder Menge Rabatz meinerseits rückten die Morphin raus. Das allerdings zu einem Zeitpunkt, als das auch nicht mehr geholfen hat, jedenfalls nicht in dieser Dosierung, und das war immerhin 1 mg pro 1/4 Std....

Wie Du schilderst - dieses Mitansehen-Müssen und nicht helfen können, das ist so entsetzlich. Ich habe am dritten Tag die Stationsärztin, die ich noch einen Tag zuvor souverän gegen die Wand gespielt habe, unter Tränen angefleht, doch bitte endlich meinem Mann zu helfen...

Was herrschen in unseren Krankenhäusern bloß für Zustände????

Wobei ich eine Lanze breche und meinen ganzen Dank an die Unikliniken Heidelberg und Erlangen richte. In Heidelberg wurde mein Mann operiert, da lief alles rund, von der Chirurgie bis zur Pflege - TOP! In Erlangen wurde die postoperative Komplikation, die sich dank unseres unfähigen Stadtkrankenhauses zur Lebensgefahr entwickelt hatte, meinem Mann das Leben gerettet. Auch hier: TOP Pflege, Ärzte, die greifbar sind, kompetent gleichzeitig menschlich sind.

Ich weiß nicht, was Du tust - ich werde auf jeden Fall strafrechtliche Konsequenzen ziehen - mein Mann hat davon nichts, ich auch nicht, ich pfeife auf Schmerzensgeld, darum geht es mir nicht. Aber ich kann nicht damit leben, dass wir und unsere Mitmenschen solchen Ärzten, die ihr Ethos entweder niemals hatten oder es vergessen haben, ausgeliefert sind. Ich hatte die Klinik auch im Internet bewertet; hoffentlich liest das der Eine oder Andere, bevor er einen Fuß in dieses KH setzt. Kommentar des KH (nach fast 3 Wochen), kurz gefasst: "Es tut uns leid, wir hoffen, Ihrem Mann geht es wieder besser". (Ey, die haben ihn fast umgebracht, ihn leiden lassen wie einen Hund!!!!). Und ich solle Kontakt aufnehmen. E-Mail. Hab ich getan. Vor 3 Tagen. Reaktion? Null.

Ich wünsche Euch von ganzem Herzen, dass Ihr in Eurer Umgebung ein besseres KH findet. Wenn nicht, fahr lieber 50 oder mehr km - hab ich auch getan, ist weniger anstrengend als die Erfahrungen, die wir machen mussten.

Alles Liebe und Gute für Euch!
Manu
Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens.

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Karl-Josef
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Re: Schon wieder im KH

Beitrag von Karl-Josef » 19. Juli 2015, 10:39

Hallo ihr Lieben,

oh je, das tut ja richtig weh so etwas hier zu lesen. Mir läuft es eiskalt über den Rücken, als ich eure Berichte gelesen habe.

Ich finde, ihr solltet die Krankenhäuser hier ruhig beim Namen nennen.

Ich wünsche euch alles Gute und künftig eine wesentlich bessere ärztliche Versorgung und bessere einfühlsamere Hilfe vom Pflegepersonal.

Liebe Grüße

Karl-Josef
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Lutz Otto
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Re: Schon wieder im KH

Beitrag von Lutz Otto » 19. Juli 2015, 15:34

Liebe Alexa,

Dein Beitrag macht mich doch sehr betroffen. Abgesehen davon, was jetzt bei den eventuellen zukünftigen Untersuchungen bei Deinem Mann diagnostiziert wird, so würde ich zeitnah über eine gezielte Schmerz - Therapie nachdenken. Ich hatte nach diversen vorausgegangen OPs immer wieder Schmerzschübe zu beklagen, sodass ich , aber vor allem auch mein Umfeld sehr massiv darunter gelitten haben. Gerade weil ich solche Schmerzschübe kenne, läuft es mir eiskalt den Rücken runter, wenn ich hier darüber lese. Sicherlich gibt es immer wieder umstrittene Diskussionen zu Opiaten/ Morphin, doch mir wurde genau durch diese ein Großteil an Lebensqualität zurückgegeben. Die genaue Einstellung benötigt Zeit und persönlichen Einsatz, aber ist diese Zeit überwunden und ein adäquates Mittel gefunden, wird es Euch beiden besser gehen. Eine Schmerztherapie würde ich nur in einem Schmerz-Zentrum/Klinik/Praxis vornehmen.

Ich wünsche alles, alles Gute und Deinem Mann eine schmerzfreie Zeit.
Ein herzlichen Gruß aus Magdeburg

Lutz Otto


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Anne.OE
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Re: Schon wieder im KH

Beitrag von Anne.OE » 19. Juli 2015, 15:41

ja, es ist schon erschreckend und unendlich traurig, was man so alles in unseren krankenhäusern erlebt.
Auch ich könnte diesbezüglich einiges berichten.
zum beispiel:
einlieferung ins örtliche krankenhaus; auf vorhergehende nachfrage hieß es, ich soll meine medikamente, die ich benötige, lediglich für den einlieferungstag mitbringen. Am nachmittag bat ich dann die stationsärztin um "mein KREON" für den nächsten morgen. Ihre antwort: kreon sei nicht vorrätig, müsse bestellt werden, dauert ca. drei tage!! (anmerkung: ich muß kreon zu jeder mahlzeit einnehmen). Für den nächsten morgen brauchte ich also das kreon. Nach ewiglanger diskussion klatschte die ärztin mir dann folgende worte an den kopf:
ORIGINALTON: MEIN GOTT !! SIE KÖNNEN DOCH WOHL MAL DREI TAGE OHNE KREON !!!!!!
***daraufhin packte ich mein köfferchen und verließ fluchtartig die klinik***
obwohl ich dieser ärztin mein krankheitsbild erklärte (keine BSD mehr usw.) beharrte sie auf ihre meinung!
Fazit: nie wieder in dieses krankenhaus

Superwischmop
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Re: Schon wieder im KH

Beitrag von Superwischmop » 19. Juli 2015, 18:08

Vielleicht sollte der AdP mal ein Buch schreiben mit den Erfahrungen die wir alle so gemacht haben.

Wie Einstein schon sagte:

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die Dummheit der Menschen. Aber beim Universum ist er sich nicht ganz sicher :daumenh:

Gruß Susi
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Re: Schon wieder im KH

Beitrag von uwe » 20. Juli 2015, 08:58

Hallo Susi,
Das Buch gibts schon lange...
Nennt sich AdP Handbuch und wird ständig aktualisiert.
Alles was Pankreatektomierte wissen sollten ist da drin.
Erfahrungen seit dreißig Jahren wurden da zu allen Themen zusammengestellt

LG
Uwe

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Re: Schon wieder im KH

Beitrag von Superwischmop » 20. Juli 2015, 12:27

Neeeeee :lachen:

Ich meinte ein Buch über die ganzen Sachen die wir im Kh und bei Ärzten erleben.

Wurde auch schon mit der Diagnose Magen Darm Infekt nach Hause geschickt, obwohl ich wieder Tumorschmerzen aufgrund der wachsenden Zyste hatte.

Gruß Susi
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.

Alexa&Daniel
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Re: Schon wieder im KH

Beitrag von Alexa&Daniel » 24. Juli 2015, 18:27

Hallo Zusammen,

Ich hatte in den letzten Tagen viel um die Ohren....

So, es handelt sich nicht um ein Krankenhaus des AdP.
Nachdem ich jeden, der mir nur ansatzweise bekannt vor kam in dem KH auf die Situation aufmerksam gemacht hab lief es auf einmal!

Es kam auch jemand von der Verwaltung und frage was vorgefallen ist. Ich gelte natürlich bei den Schwestern als sehr beharrlich. aber damit kann ich gut Leben. Wenn es meinem Mann besser geht, geht es auch mir besser :zw:

Mein Mann hat zum Glück keine Kranichen Schmerzen, sondern eigentlich nur wenn er ca alle sechs Monate einen Akutschub hat. Und je schneller er schmerztechnisch eingestellt ist, desto schneller wird er mobil und es geht dann sehr schnell das er das KH wieder verlassen kann. Im Normalfall ist er nach 7-10 Tagen wieder zu Hause.

Jetzt ist er seit einer Woche zu Hause.... Am letzten Tag wurde noch ein MRCP gemacht. Zur Befundbesprechung sollte er einen Termin in der Ambulanz machen. Der Termin war noch nicht und heute hab ich einen Anruf aus der Klinik bekommen, er soll Montag Morgen zur Befundbesprechung zum Professor :shock:

Ich bin wirklich nicht pessimistisch. Optimist mit Erfahrung sag ich gerne. Und Untersuchungsergebnisse in der Ambulanz bespricht immer der diensthabende Chirurg. Also da Uniklinik immer jemand anderes...

Ich hab so eine wahnsinnige Angst vor dem Termin.

Mein Mann sagte gleich zu mir das unser Junior zu den Nachbarn geht und ich mitkommen soll. Er ahnt auch nichts Gutes!

Seitdem schweigen wir wegen dem Termin! Das wird ein total bescheidenes WE!


Traurige Grüße
Alexa

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