Tod nach Pankreaskopftumor

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zandvoortstrand
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Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Beitrag von zandvoortstrand »

Hallo Jasmin ,

ich drücke Dir die Daumen. Wenn Du möchtest kannst Du mir ja mal mitteilen ob alles
okay ist ? Ich wünsche es Dir jedenfalls !

Liebe Grüße

Michael
Karl-Josef
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Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Beitrag von Karl-Josef »

Liebe Yasmin,

habe mich lange nicht mehr gemeldet, aber ich lese noch viel im Forum.
Hoffe, dass deine Kontrolle erfolgreich war, wünsche dir alles Gute.

Ja, ja die Angst ist unser ständiger Begleiter. Es sind bei mir jetzt schon fast 3 1/2 Jahre nach der Entfernung meines Pankreaskopfkarzinoms durch die Whipple OP, aber vor jeder Kontrolluntersuchung mache ich mich immer noch verrückt. Ich habe sogar das Gefühl, dass es jedes Mal extremer wird.
Aber da müssen wir eben durch. Meine letzten Untersuchungen waren im Mai und es ist alles in Ordnung.

Liebe Grüße

Karl-Josef
Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern
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Lutz Otto
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Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Beitrag von Lutz Otto »

Liebe Yasmin,

ich drücke dir die Daumen.


Hallo Karl-Josef,

schön das du dich wieder einmal meldest.
Das du liest ist ja gut, aber besser wäre wenn du deine " Betroffenenkompetenz " mit einfließen lassen würdest.
Ich kann mich daran erinnern, das du früher oft den einen oder anderen Tipp, hier Suchenden geben konntest.
Ein herzlichen Gruß aus Magdeburg

Lutz Otto

AdP e. V. - Vorstrandsvorsitzender
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yasmin75
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Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Beitrag von yasmin75 »

Hallo ihr lieben,
leider hat ein Mader einen strich durch meine Rechnung gemacht und mein Auto war lahm gelegt worden und musste meinen Termin verschieben,jetzt heist es erneut bis zum 18 bibbern und zittern.
Einen Tip für euch habe ich aber,wir hatten ja letzdens die Diskusion ob es immer erforderlich ist ein CT machen zu lassen,ich hatte bezüglich auf mein heute geplante Untersuchung gefragt gehabt,ob man doch nicht mal ein MRT machen könnte, da die ganzen Jahre immer alles ok war und jedesmal ein CT ja auch nicht so gut für unseren Körper ist und tatsächlich,hätte es heute geklappt,hätte ich ein MRt anstatt ein CT bekommen.Fragt doch auch mal bei eurer nächsten Untersuchung,wer weis vielleicht ist es bei dem einem oder anderem auch möglich.



LG
Yasemin
zandvoortstrand
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Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Beitrag von zandvoortstrand »

Liebe Jasemin und alle, die diese Zeilen lesen,

bei meiner Mutter wurde nach Feststellung des Pankreaskopfkarzinoms immer MRT gemacht, bis zu einem Zeitpunkt von 22 Monaten nach der Erstdiagnose. Nach der letzten MRT waren wir bei Professor Uhl in Bochum und der sagte uns, ihm wäre lieber ein CT, das wäre für ihn selbst aussagekräftiger.

Zwar hat der Röntgenarzt sich hierüber aufgeregt, was der Profossor Uhl sich überhaupt einbilden würde. Nach vielem hin und her hat er dann das CT gemacht und was war ? Wo sein Kollege aus der selben Praxis zwei Wochen zuvor und ein weiterer Kollege drei Monate
hiervor in der Leber keine Tumore/Metastasen beim MRT gesehen haben, waren nun drei gestreute Metastasen in der Leber sichtbar.

Allerdings hat Jasemin grundsätzlich recht; das MRT wird heutzutage gleich gut wie das CT eingeschätzt bei der Beurteilung des
Pankreaskarzinoms und es entfällt die Strahlenbelastung. Aber im Fall meiner Mutter war die Aussage ein CT machen zu sollen, doch
die richtige Wahl, wenn es auch für meine Mutter keine schöne Information war.

LG

MIchael
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yasmin75
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Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Beitrag von yasmin75 »

Hallo lieber Michael,


bis ich in Heidelberg gelandet bin und es zur Diagnose Pankreas Tumor kahm,habe ich auch etliche Ärzte aufgesucht gehabt,der eine hat mich als Simultantin hingestellt,der Andere wierderum hat meine gürtelförmigen Schmerzen als ein Fall für die Orthopädie eingestuft und die 2 danach folgenden haben ganz klar gesagt,sie sind psychisch kaputt und einige Zeit später habe ich das dann auch so hingenommen,danach kahm etliche Zeit die einnahme von Psychopharmaka und ein Aufenthalt in der Psychatrie.Was mir aber erst nach der OP klar wurde,natürlich geht da die Psyche den Bach hinunter wenn man höllen Schmerzen hat und nie die Ursache gefunden wird,ach ich könnte Romane über einige Ärzte schreiben,was immer ganz wichtig ist,sage ich auch immer meiner Famillie und Freundeskreis,nie bei einem Arzt bleiben,immer mehrere meinungen hinzuziehen.



LG
Yasemin
Mariel
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Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Beitrag von Mariel »

Hallo Michael,

bei meinem Mann wurde, nach halbjährigem Ärzte-Marathon, am 30.11.2009 BSD-Krebs diagnostiziert. Uns wurde gesagt, dieser sei inoperabel. Wir wollten uns damit nicht abfinden und haben uns an Heidelberg gewandt. Nach einer Chemo-/Strahlentherapie wurde mein Mann am 01.03.2010 in Heidelberg 'erfolgreich' operiert. Es war eine sehr schwere OP und ihm wurde die Galle, Milz, BSD und auch der komplette Magen entnommen... Uns wurde gesagt, dass diese OP aufgrund seines Alters (42 Jahre) durchgeführt wurde. Wäre er zehn Jahre älter gewesen, hätte man dies nicht mehr gewagt.

Leider war es so, dass wohl mikroskopisch kleine Krebszellen übrig blieben... Man konnte aufgrund der Nähe der Blutgefäße nicht weiträumig schneiden. Es hätte gut gehen können und mein Mann hat immer gesagt, einen Versuch war es wert. Aber er ist am 14.06.2010 gestorben...

Während des Aufenthalts in Heidelberg (fünf Wochen) wurde immer wieder Patienten gesagt, sie könnten nicht operiert werden. Und wir hatten immer totales Mitleid und waren so froh, dass mein Mann operiert werden konnte...

Nie hätte ich gedacht, dass es keine vier Monate mehr dauert...

Ich möchte dir nur sagen, dass es meinem Mann nach der OP noch sehr viel schlechter ging als zuvor. Er ist nicht mehr auf die Beine gekommen. Vor der OP ging es ihm nicht gut. Aber nach der OP war es die Hölle...

Du solltest dich wegen deiner Mutter deshalb nicht so grämen. Vielleicht klingt das blöd, aber sie hat doch ein stattliches Alter erreicht und ihr wurden die Qualen einer solchen OP erspart...

Liebe Grüße
Mariel
zandvoortstrand
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Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Beitrag von zandvoortstrand »

Hallo Mariel,

es tut mir sehr leid, dass die Whipple-Operation, die Dein Mann mit Deiner moralischen Unterstützung auf sich genommen hat,
so tragisch und erfolglos geendet ist. Wir wissen beide, welche Gefühlswelten man bei dieser Krankheit durchlebt, die so
tückisch ist.

Als ich meine Mutter im Bochumer Pankreaszentrum während ihres Krankenhausaufenthaltes besucht hatte, traf ich dort auf
eine cirka 70-jährige Frau, deren Whipple-Operation bis dahin 3,5 Jahre her war und sie diese Zeit ganz gut verbracht hat.
Im Krankenhaus hatte sie aber bereits wieder einen recht hohen Tumormarkerwert CA19-9 von 500, während ein Gesunder
einen Wert kleiner als 39 hat. Du siehst, auch diese Frau wurde von der "Realität" wieder eingeholt.

Weißt Du, früher habe ich immer gedacht, Bauhspeicheldrüsenkrebs bekommen nur Alkoholiker die obendrein noch rauchen
wie ein Schlot. Meine Mutter hat überhaupt nie geraucht und getrunken und trotzdem diesen Krebs bekommen.

Dein Mann ist um vieles jünger gewesen und an dieser Krankheit gescheitert. Herr Professor Uhl vom Pankreaszentrum NRW in
Bochum, der sein Herz im Gegensatz zu vielen anderen Ärzten auf dem rechten Fleck hat, hat einmal darauf hingewiesen, wie
schwer es ihm fällt, wenn er bei einer angedachten Whipple-OP. diese abbrechen muss weil sie wegen Metastasierung keinen
Sinn mehr macht und er weiß, dass der vor ihm liegende Patient recht jung ist und Familie hat.

Ich finde, jeder der bereit ist sich diesem schwerwiegenden Eingriff zu unterziehen, ist ein sehr mutiger Mensch. Ich hätte Dir und
Deinem Mann gewünscht, dass die Operation den gewünschten Erfolg gezeitigt hätte. Ich danke Dir für Deine tröstenden Worte
und wünsche Dir viel Kraft. Wenn du möchtest, kannst Du mir bei Gelegenheit einmal mitteilen, wie Du mit Deiner Trauer umgehst ?
Wie gesagt, nur wenn Du möchtest. Ich selbst habe mich innerlich zurückgezogen und war erstmals im Februar diesen Jahres
bei einem Facharzt für Neurologie und Psychiatrie.

Ich sitze also so bei dem und erzähle ein bisschen von der Krankheit meiner Mutter und sehe, wie der sich brennend interessiert
Notizen macht. Und warum ? Sein Vater ist am 01.11.2009 auch an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt mit Metastasierung und
im März 2010 hieran verstorben. Der hatte wenigstens Verständnis für meine Situation und hierdurch bedingt befürwortet, dass ich
zur Kur fahren kann, die aber noch aussteht.

Ich wünsche Dir viel Kraft und grüße Dich

Michael
Corinna B.
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Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Beitrag von Corinna B. »

Nur ein paar Gedanken zum Abschied und gehen lassen, kürzer gefasst: zum Tod.
Der Tod eines nahe stehenden Menschen oder eines geliebten Wesens verursacht einen tiefen Schmerz und das Gefühl von Leere. Der Schmerz ist so u groß, dass es uns scheint, wir könnten nie wieder unbeschwert und fröhlich sein. Die Verzweiflung über den Verlust kann so groß sein, dass manche kaum weiterleben wollen.

Das Annehmen des Verlustes von Menschen und Wesen, die wir lieben, ist eine der schwersten Aufgaben, die wir in unserem Leben bewältigen müssen.. Wir erkennen, dass wir nichts festhalten können und dass es noch viele Dinge gibt, die sich unserer Kontrolle entziehen, auch wenn wir versuchen, Einfluss zu nehmen. Auch die Medizin hat ihre Grenzen und ich denke der Einfluss, der mittels Operationen genommen wird, ist oft nur scheinbar. Irgendwie scheint die Lebenszeit des Einzelnen begrenzt und festgelegt.

Der Satz " die Zeit heilt alle Wunden" mag grade in den Hochzeiten des Verlustes ein sarkastischer zu sein, aber irgendwie stimmt er auch, wie ich mit zunehmenden Alter feststellen muss. Ich habe innerhalb eines Jahres mir vier nahe stehende Personen verloren und mir fällt es zunehmend leichter, den Tod als Begleiter des Lebens zu akzeptieren. Aber nun ist der Tod als solcher nie ein Tabuthema für uns gewesen, nichts was uns ängstigt, aber uns die Verluste klarmacht.

Ich wünsche Euch allen das ihr den Verlust eurer Angehörigen verarbeiten könnt und sie in eurem Herzen weiterleben dürfen.
Mit lieben Gruß
Corinna B.

Wenn dies unser letzter Tag auf Erden wäre, würden wir ihn dann nicht lieber mit Liebe statt mit Verurteilungen verbringen?
Mariel
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Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Beitrag von Mariel »

Lieber Michael,

diese Seite schafft mich! Ich habe mehrfach versucht, dir eine persönliche Nachricht zu schicken. Aber es funktioniert einfach nicht, warum auch immer... OK, also dann jetzt auf diesem Weg:

Scheinbar hattest du eine sehr enge Verbindung zu deiner Mutter? Das ist ja auf der einen Seite eine sehr schöne Sache… Oder interpretiere ich das falsch?

Bei meinem Mann fand ja keine ‚normale’ Whipple-OP statt. Deswegen die Aussage, dass diese OP vom Alter abhängig war. Ich weiß ja nicht, wie es bei deiner Mutter war, aber ich denke, in ihrem Alter wäre eine solche OP, welcher Grad auch immer, totaler Stress gewesen. Und wenn man die Statistiken betrachtet (auf die ich im Grunde immer gesch..... habe), hatte sie noch eine entsprechend lange Lebenszeit. Mein Mann hat trotz der OP nur ein halbes Jahr nach der Diagnose überlebt…

Wie gesagt, wurde meinem Mann der komplette Magen entfernt. Außerdem mussten Gefäße rekonstruiert werden. Weil der Tumor sich um die Aorta ‚geschlängelt’ hatte, konnte nicht weiträumig geschnitten werden, weshalb wohl doch mikroskopisch kleine Zellen übrig blieben. Wieso diese aber so schnell zum Tod führen konnten, ist mir bis heute nicht wirklich klar. Als uns gesagt wurde, da ist noch was, haben wir geheult, haben aber gedacht, ok., da wächst was und wenn es soweit ist, sehen wir weiter. Es gab ja auch keine Metastasen. Mir wurde später dann nur gesagt, der Krebs sei explodiert. Toll!

Was die Trauer angeht, kann ich dir momentan noch nicht wirklich sagen, wie ich damit umgehe. Im Grunde geht die Trauer mit mir um. Mein Mann war 20 Jahre an meiner Seite, die Hälfte meines Lebens. Es wird von Tag zu Tag schlimmer. Wahrscheinlich, weil es immer realer wird…

Aber ich habe meine Mädels, 11 und 8 Jahre alt. Sie zwingen mich, morgens aufzustehen und weiterzumachen…

Alles Liebe
Mariel
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