Absetzen von Pantoprazol

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Pia31
Beiträge: 3
Registriert: 4. Oktober 2025, 16:12

Absetzen von Pantoprazol

Beitrag von Pia31 »

Liebes Forum, mein Mann hat nach seiner Whipple-OP im vergangenen Jahr in der Uniklinik Heidelberg Pantoprazol 40 mg verschrieben bekommen und zwar lebenslang. Heute waren wir bei einem Gastroenterologen, der ihm geraten hat, PPI auszuschleichen, weil das angeblich nicht nötig ist und nicht Richtlinien konform. Wir sind etwas verwirrt und würden gern wissen, wie das anderswo gehandhabt wird. Besten Dank im Voraus.
Klel
Beiträge: 19
Registriert: 8. Januar 2026, 10:34

Re: Absetzen von Pantoprazol

Beitrag von Klel »

Hallo Pia,

mir ist die Bauchspeicheldrüse, der Zwölffingerdarm, die Galle und die Milz entfernt worden und ich nehme regelmäßig 20mg Esomeprazol morgens. Laut Arzt im Krankenhaus wegen des neuen Übergangs vom Magen in den Darm (der Magen ist komplett erhalten geblieben). Der Magenausgang mündet also nicht mehr in den Zwölffingerdarm sondern in den Dünndarm. Aber ich habe dazu tatsächlich auch unterschiedliche Informationen. Ob der Speisebrei sonst zu sauer dafür wäre, Enzyme sonst nicht richtig wirken oder Vitamine nicht richtig verarbeitet werden können, kann ich nicht einschätzen, aber unter Dosierung Pangrol/Kreon findest du auf Seite 2 Beiträge die dir vielleicht auch weiterhelfen.

LG Elke
Pia31
Beiträge: 3
Registriert: 4. Oktober 2025, 16:12

Re: Absetzen von Pantoprazol

Beitrag von Pia31 »

Liebe Elke, was Du beschreibst, ist die klassische Whipple OP und die hatte mein Mann auch. Er bekommt allerdings mittlerweile seit mehr als zehn Monaten parenterale Ernährung über seinen Port und das würden wir natürlich gern ändern...Deshalb waren wir jetzt bei diesem neuen Gastroenterologen, der sich besonders mit Ernährung befasst. (Findet man übrigens selten) Und er meinte, dass die Magensäure komplett zu unterdrücken durch PPI, die Aufnahme der oralen Ernährung behindern kann. Wir sollen jetzt schauen, wie es ihm ohne geht. Das steht aber im Gegensatz zu den strikten Empfehlungen aus Heidelberg 40 mg lebenslang. Vielleicht hat ja noch jemand Erfahrahrungen dazu? Auf jeden Fall vielen Dank und schöne, beschwerdefreie Pfingsten.
Klel
Beiträge: 19
Registriert: 8. Januar 2026, 10:34

Re: Absetzen von Pantoprazol

Beitrag von Klel »

Hallo Pia,

hier vielleicht noch ein interessanter Link:

https://www.thueringen-kliniken.de/files/user_upload/PDF_Dateien/Chirurgie/Pankreatektomie.pdf

Alles Gute und so angenehme Feiertage wie möglich
LG Elke
Klel
Beiträge: 19
Registriert: 8. Januar 2026, 10:34

Re: Absetzen von Pantoprazol

Beitrag von Klel »

Ps. auf Seite 4 steht etwas zur Einnahme von Enzymen und Säureblockern.

Elke
UschiPf
Beiträge: 154
Registriert: 23. Juli 2025, 18:00

Re: Absetzen von Pantoprazol

Beitrag von UschiPf »

Hallo Pia,
ich wurde im Oktober 25 Whipple operiert, bin im Februar 26 von Pantoloc 40 auf 20 reduziert worden, wollte sie nach Rat meines Chirurgen ausschleichen und habe sie nurmehr jeden 2. Tag genommen. Dann fingen meine Magenschmerzen an und so dachte ich, dass ich sie 2 Tage nehme und 1 Tag nicht.
Jetzt habe ich eine Magenentzündung und eine Speiseröhrenentzündung und muss wieder täglich Pantoloc 40 nehmen.
In 2-3 Wochen soll ich wieder nurmehr die 20mg täglich einnehmen.
Meine Hausärztin meint, dass diese PPIs von vielen Leuten als Dauermedikament genommen werden und sie hatte noch keinen Patienten, der einen Schaden davon hat.
2 Ärzte und 2 Meinungen also.
Solange ich die Pantoloc täglich genommen habe, ging es mir bestens!
Und so werde ich sie zukünftig auch weiter einnehmen, denn ich habe mich jetzt 1 Woche nur von Haferschleim und Haferkeksen ernährt.
Liebe Grüße, Uschi
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TomKay
Beiträge: 600
Registriert: 30. Juli 2022, 16:31

Re: Absetzen von Pantoprazol

Beitrag von TomKay »

Man muss halt auf Calcium achten sowie B12. Vielleicht mal Knochendichte Messung machen damit man erstmal weiß woran man ist, ehe man das langfristig nimmt.
Pia31
Beiträge: 3
Registriert: 4. Oktober 2025, 16:12

Re: Absetzen von Pantoprazol

Beitrag von Pia31 »

Danke herzlich für Eure Antworten. Zwei Ärzte, zwei Meinungen kommt bekanntlich öfter vor;-)))))))))
Matthiasj
Beiträge: 81
Registriert: 30. Januar 2024, 03:12

Re: Absetzen von Pantoprazol

Beitrag von Matthiasj »

Ich habe Pantroprazol erfolgreich ausgeschlichen - erst abends, dann morgens weggelassen - hatte morgens dann zuerst leichtes Aufstossen - das hat sich dann auch erledigt. Ich bin jetzt erstmal off drug.

Der Stuhl hat sich dadurch leicht verändert = eher häufiger Richtung Fettstuhl als früher, aber letztlich keine größere Veränderung (= eh immer ein Glücksspiel).

Ich sehe das - hoffentlich nicht ganz falsch - so:

Das Pantropazol hatte im ersten halben Jahr nach der OP auch den Grund des Anastomosen-SChutzes: Die Protonen-Pumpen-Hemmer blockieren die Säure-Produktion. WEnn die neuen Narben nach einer gewissen Zeit gut ausgeheilt sind, kann aber schon mal wieder Salzsäure dagegen schwappen, ohne dass sich alles sofort entzündet. Die Salzsäure im MAgen hat ja ihren Sinn (u.a. haben Keime weniger Chancen).

Ich habe aufgrund der Studien zum PIC3A-Kolonkarzinom Aspirin genommen. Das kommte ich nur mit Pantropazol = d.h. ich habe das Aspirin wieder abgesetzt.

Das Kreon hat einen Säureschutzmantel. Aber nach der ppWhipple ohne 12fingerdarm wird auch der Darm saurer - es kommt dort doch ein wenig mehr Salsäure aus dem Magen dorthin als bei einem gesunden Menschen. Darum dosiere ich Kreon nach Absetzen von Pantroprazol nochmal deutlich höher.

Ich habe den Eindruck, d. ich seit Absetzen des Prantroprazols weniger häufig Krankheits- und Fieberschübe habe (kann aber auch eine Einbildung sein: Mittlwerweile lege ich mich, wenn ich schlapp + fertig bin, lieber gleich ins KRankenbett, als das Fieber hochkochen zu lassen); eine mögliche Erklärung dafür wäre die antibakteriell eWirkung der Salzsäure.

Die Nebenwirkungen von Prantoprazol sind sicher nicht so irre dramatisch: Magnesium- und Vitamin-B-Mange hat unsereins ja sowieso. Aber Prantroprazol wird in der Leber metabolisiert - und die Leber möchte ich schon gerne entlasten. Das zweite Argument ist für mich die antibakterielle Wirkung der Salzsäure. Das drite Argument sind mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten (aber da ist Pantroprazol eh schon besser als Esomeprazol/Omeprazol = die beiden würde ich eher nicht nehmen).

Ergo: Da kann/darf/muss jede*r für sich experimentieren - aber insgesamt ist die Frage wahrscheinlich nicht wirklich krankheitsverlaufsentscheidend.
Bela
Beiträge: 88
Registriert: 22. August 2021, 09:33

Re: Absetzen von Pantoprazol

Beitrag von Bela »

Im 12-Fingerdarm wird der Speisebrei durch Natriumbicarbonat aus der BSPD basischer gemacht und auch im anschließenden Dünndarm ist das Milieu normalerweise eher basisch, um die Nährstoffe besser aus der Nahrung ins Blut zu schleusen.
Ich mache es öfter so, dass ich außerhalb der Mahlzeiten oder kurz vor dem Schlafen einen halben TL Natron nehme, einfach um die basischen Darmanteile zu unterstützen. Was soll man machen, außer informieren und experimentieren? Ärzte kennen sich leider meist nicht aus und haben kein Verständnis....
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