Falsche Ernährung im KH nach OP?

an der Bauchspeicheldrüse erkrankten Menschen. Was bedeutet eine Pankreas- / Bauchspeicheldrüsenerkrankung für das Umfeld der Patienten?
Hier können sich Angehörige und Freunde von Pankreas- / Bauchspeicheldrüsenpatienten austauschen
und haben die Möglichkeit über andere Angehörige / Freunde Rat und Hilfe zu finden.
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Brina85
Beiträge: 1
Registriert: 14. Juli 2026, 20:34

Falsche Ernährung im KH nach OP?

Beitrag von Brina85 »

Hallo zusammen,

ich bin nach längeren Recherchen auf dieses Forum gestoßen und hoffe, dass mir jemand meine Fragen beantworten kann.

Nachdem mein Schwiegervater (83 Jahre) unter Übelkeit und Oberbauchschmerzen litt, stellte man eine große Zyste im Pankreaskopf fest und riet zu einer OP. Es stellte sich später raus, dass die Zyste zum Glück gutartig war.
Die Op ist nun 8 Wochen her und mein Schwiegervater ist weiterhin nach mehreren Höhen und Tiefen im Krankenhaus. Hinzu kam Flüssigkeit im Bauchraum und zweimal Kreislaufkollaps. Gefolgt von nun dauerhafter Übelkeit und Durchfall. Er ist so schwach, dass er kaum telefonieren kann und eigentlich nur vor sich hin vegetiert. Kein Vergleich zu vor der OP. Er war noch immer körperlich top fit und gut gelaunt.
Bei meinen Recherchen fand ich heraus, dass die richtige Ernährung nach der OP das A und O ist.
Er liegt im Pankreaszentrum in Heidelberg. Dort bekommt „ganz normales“ Essen. D.h. 3x täglich. Neulich erzählte er von Margarine und dass er sich nach dem Sahnejoghurt übergeben musste und es ihm furchtbar schlecht ging.
Manchmal hat er einen Tag, da geht es ihm besser. Dann am nächsten Tag wieder schlimme Übelkeit.
Bisher dachte ich, mein Schwiegervater ist dort in guten Händen. Man ist ja schließlich spezialisiert auf die Bauchspeicheldrüse. Nun frage ich mich, ob das alles so sein soll und so richtig ist?
Ich habe nun z.b. gelesen, dass nach der OP in kleinen Mahlzeiten gegessen werden sollte. Wieso stellt man ihm, wie allen anderen Patienten auch, 3x täglich ein Tablett hin?

Bitte entschuldigt mein Unwissen. Ich habe leider absolut überhaupt keine Ahnung von dieser Thematik und es ist leider auch ein absolutes Ding der Unmöglichkeit mal mit einem Arzt zu sprechen. Das einzige was man ihm dort immer wieder sagt ist: es braucht eben Zeit! Aber sind 8 Wochen ohne Licht am Ende des Tunnels nicht schon viel zu lang?

Ich freue mich auf eure Rückmeldungen!
Tardis
Beiträge: 26
Registriert: 8. März 2025, 03:23

Re: Falsche Ernährung im KH nach OP?

Beitrag von Tardis »

Hallo Birna,

mir wurde letztes Jahr die BSD entfernt (bin 61). Direkt nach der OP wurde mir bereits auf der Intensivstation eine Hähnchenkeule mit Broccoli und Tomaten-Risotto serviert. Als ich fragte ob das korrekt ist haben sie nachgeschaut und gemeint: Ja, ich muss wieder zu Kräften kommen.

In der Klinik hat man mir auch normale Kost serviert. Auch 3x am Tag. Mir selbst war das jedoch zu schwer und zu viel. Deshalb habe ich mich die ersten Tage vorwiegend von Jogurt und Quark ernährt und die Menüs weitgehend stehen gelassen. Bei mir kamen sie auch täglich mit "Snacks" ins Zimmer. Ich glaube das haben sie generell für alle Patienten gemacht. Und es gab einen "Stationskühlschrank" für Patienten mit Jogurts und proteinreichen Shakes usw.

D.h. Zwischenmahlzeiten muss man sich selbst organisieren. Natürlich hat das Stationspersonal einen dabei unterstützt und Tipps gegeben (z.B. auch mal was Extra zum Frühstück oder Mittagessen bestellt. Sodass ich das als Zwischenmahlzeit verwenden konnte. Jedoch meistens nur Obst oder Jogurt etc.). Gegenüber der Klinik gabs eine Bäckerei, die auch sehr beliebt war :-) Meiner Meinung nach: Man muss das Zepter selbst in die Hand nehmen und das Essen was man möchte und selbst feststellen was einem gut tut und was nicht. Hauptsache man kommt zu Kräften und die Verdauung springt wieder an. Ich denke im Krankenhaus/UniKlinik werden sie aus Kostengründen nicht individuell angepasste Menüs und Essenszeiten machen können (ausser es ist wirklich med. notwendig).

Bei mir war es die ersten Tage genau anders herum: Verstopfung. Ich denke falls Durchfall oder Verstopfung ein ernstes Problem sein sollte, werden sie reagieren. Z.B. mit spezieller Ernährung. Aber man wartet am Anfang gerne etwas ab ob sich das nicht von selbst löst und ggf. auch bis man weiss wie der Körper reagiert. Einfach (aus ihrer Sicht) "voreilig" etwas auf die Mahlzeitenliste setzen oder Medikamente verabreichen, werden sie nur ungern machen. Bei mir war es so bis zum 4ten Tag wo ich dann etwas hartnäckiger nachgefragt hatte. Hatte aber nicht viel gebracht. "Abwarten" war die Antwort (und ein Zäpfchen :-)). Schlussendlich: Sie hatten recht.

Ich weiss jetzt nicht ob es ggf. zu früh ist: Aber ggf. kann der Ernährungsberater in der Klinik noch ein paar Tipps geben. Am Besten mit ihm einen Termin in der Klinik vereinbaren.

Aus meiner Sicht ist also alles ok.

Gute Besserung und alles Gute für Deinen Schwiegervater

Michael
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