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Whipple-OP Leben danach III

Verfasst: 27. Oktober 2009, 22:33
von heinz05
Hallo, möchte als Betroffener wieder einmal berichten wie es mir geht.
Vor ca 1 Jahr hatte ich meine OP mit etwas Komplikationen. Heute stehe ich wieder voll im Berufsleben. Die Verdauungsprobleme halten sich in Grenzen, Blähungen sind leider noch vorhanden. Essen kann ich so gut wie alles, Bauchschmerzen nur noch leicht vorhanden.
Alls Medikamente nehme ich nur noch 3 Kreon 25000 am Tag. Ob ich mehr oder weniger nehme, ich merke keinen Unterschied.
Ich versuche meine Probleme anzunehmen und nicht zu hoch zu bewerten. Auf jedem Fall kann ich sagen dass meine Entscheidung einen kleinen Tumor entfernen zu lassen richtig war. Wenn ich mir vorstelle das ich so eine Zeitbombe noch in mir tragen würde, diese psychische Belastung , geht gar nicht.
Womit ich noch Probleme habe sind regelmäßige, ca alle 2 Wochen auftretende, kleine Fieberschübe. Verbunden mit Glieder- und Kopfschmerzen. Dauern ca 2-3 Tage dann ist wieder alles gut. Ursache dafür wurde trotz aufwendiger Diagnostik bisher nicht gefunden. Das nervt schon etwas.
Unterm Strich bin ich aber zufrieden und möchte meinen Lebenswillen und Zuversicht allen Betroffenen wünschen.

Liebe Grüße an alle die mir schon geschrieben und geholfen haben.
Heinz

Re: Whipple-OP Leben danach III

Verfasst: 28. Oktober 2009, 04:13
von Reinhard
heinz05 hat geschrieben:
Womit ich noch Probleme habe sind regelmäßige, ca alle 2 Wochen auftretende, kleine Fieberschübe. Verbunden mit Glieder- und Kopfschmerzen. Dauern ca 2-3 Tage dann ist wieder alles gut. Ursache dafür wurde trotz aufwendiger Diagnostik bisher nicht gefunden. Das nervt schon etwas.
Unterm Strich bin ich aber zufrieden und möchte meinen Lebenswillen und Zuversicht allen Betroffenen wünschen.

Liebe Grüße an alle die mir schon geschrieben und geholfen haben.
Heinz
Danke für Deine lieben Wünsche und für Deinen Bericht. Das könnte Einige, die eine OP noch vor sich haben, evt. etwas beruhigen.
Zu den Fieberschüben: Sind Gallengangsentzündungen ausgeschlossen worden? Ich kenne Betroffene, da war das die Ursachen! Vielleicht meldet sich ja dazu noch jemand.

Re: Whipple-OP Leben danach III

Verfasst: 28. Oktober 2009, 09:33
von Lutz Otto
Zu den Fieberschüben: Sind Gallengangsentzündungen ausgeschlossen worden? Ich kenne Betroffene, da war das die Ursachen! Vielleicht meldet sich ja dazu noch jemand.

Hallo Heinz,

wie Reinhard schon oben erwähnt hat, bin ich einer der Patienten, welcher hin und wieder Fieberschübe und Schüttelfrost zu beklagen hat. Wenn diese Symptome auftreten, halten diese, bei Gabe von Novalgin ca. 1-2 Tage an. Meist tritt es nach körperlicher Belastung auf. 2007 machte man ein ERCP wo mir ein Konkrement von 1 x 2 cm aus dem Gallengang entfernt wurde. Bei dem ERCP waren weitere kleine Steine einsehbar, welche auf Grund von Vernarbungen nicht entfernbar waren. Auch der Versuch einen Stent zu setzen, war auf Grund dessen nicht möglich. Seitdem nehme ich als Dauertherapie - Ursofalk- 2 x1 500mg.
Diagnose: chronische Cholangitis
Soll nur mal zur Info dienen, was nicht heißen muss, das dieses die Ursache bei dir ist.

Dir alles Gute

Lutz

Re: Whipple-OP Leben danach III

Verfasst: 28. Oktober 2009, 11:15
von Corinna B.
Also darauf bin ich noch gar nicht gekommen, ich beobachte seit ein paar Tagen das ich abends erhöhte Temperatur habe, mit einem leichten Schüttelfrost verbunden. Vor ein paar Wochen waren meine Entzündungswerte zu hoch, Verdacht auf eine Diverticulose. Aber nachdem die Schmerzen weg waren, habe ich mich nicht mehr gekümmert. Sollte ich vielleicht doch mal tun??
Ansonsten geht es mir wie Heinz - nach wie vor alles im grünen Bereich. An die Blähungen gewöhnt man sich und andere auch!
Die Operation ist nicht schön - aber welche ist das schon, aber man kann nach einem Jahr in der Regel wieder ein relativ normales Leben führen - und das ist glaube ich das Wichtigste.

Re: Whipple-OP Leben danach III

Verfasst: 28. Oktober 2009, 14:47
von tula
Hallo Heinz,
mein Mann hatte seine Whipple-OP im Mai 1999. Gut ein Jahr später kamen dann die Fieberschübe, die bis heute anhalten. Wir haben gemutmaßt und überlegt, haben immer wieder das Essen umgestellt. Mal nur gekochtes, mal nur gegrilltes, denn gebratenes soll ja ganz ungünstig sein.

Aber egal wie vorsichtig mein Mann war, die Fieberschübe kamen immer wieder. Mal gab es Pausen von bis zu vier Monaten, dann gab es auch schon mal nur eine Pause von 3-4 Wochen. Da machte es auch keinen Sinn mit der Vorsicht bei der Nahrung. Also wurde wieder 'normal' gegessen. Möchten uns da Lutz anschließen, sind auch zu dem Schluss gekommen, bei größerer Anstrengung kommt das Fieber.

Jeder Schub läuft nach dem gleichen Schema: Heftigster Schüttelfrost ca. 20 Minuten hält der an, dann kommt sofort das Fieber, zu 90 Prozent steigt es über 40 Grad. In der Fieberphase nimmt mein Mann schon Ciprobay. Nach gut zwei Stunden geht das Fieber zurück. Dann ist stärkstes Schwitzen angesagt und ganz viel schlafen. Nach zwei Tagen fühlt sich mein Mann, als sei nie was passiert.

Grund dieser Schübe ist wohl die fehlende Papille. Da wollen dann die Kolibakterien nicht dort bleiben wo sie hingehören und wandern zum Gallengang und dann passiert, wie oben beschrieben. Mein Mann kommt gut damit klar, es gibt Schlimmeres. (Aber auch viel Schöneres). Mit diesen Schüben, man nennt das wohl Cholangitis, haben viele Gewippleten zu kämpfen.

LG
Ulla

Re: Whipple-OP Leben danach III

Verfasst: 28. Oktober 2009, 19:20
von wola
Hallo Heinz,


bin vor 8 Jahren klassisch gwippelt worden und möchte fast den Text von Ulla übernehmen.
Bei mir treten seit dieser Zeit in unregelmäßigen Abständen Gallengangs-Entzündungen auf
Bei Beginn des Schüttelfrostes nehme ich dann sofort 2 x/tg 500 mg Antibiotika Ciproflaxin.
Bisher hat immer noch gut geholfen,Schmerzmittel nur nach Bedarf.

mfg

wola

Re: Whipple-OP Leben danach III

Verfasst: 28. Oktober 2009, 19:34
von tula
Hallo und guten Abend, Wola,
schön mal wieder von Dir zu lesen.

Wir hatten schon im alten Forum Kontakt miteinander. Da ging es auch um dieses Thema.

LG
Ulla

Re: Whipple-OP Leben danach III

Verfasst: 28. Oktober 2009, 22:11
von heinz05
Danke für die Resonanz auf meinen kleinen Bericht.
So wie Tula schreibt, genau so gehts mir auch.
Meine Frau ist Krankenschwester und hat das soweit im Griff. Bei Fieber, das in der Regel nicht recht hoch ist, gibt es Ibuprophen 400, danach ordentliches Schwitzen und Besserung. Auch wenn ich mir das so überlege kann körperliche Anstrengung Auslöser sein.
Was müssen die mir auch die Gallenblase klauen - unmöglich.

Als ich gestern abend nach längerer Zeit wieder einmal in das Forum geschaut habe las ich zu meinen Bedauern einen Bericht von Corinna bzgl Abschied und so.
Um so mehr freut es mich dass ich eine Antwort hier von dir lese.
Als ich im vergangenenem Jahr nach meiner ersten Diagnose in meiner Verzweiflung zufällig zu diesem Forum kam war Sie oder du für mich der Mittelpunkt des Forums.
Schade wenn sich etwas daran ändern würde, ich denke anderen geht es auch so.

mit lieben Grüßen Heinz

Re: Whipple-OP Leben danach III

Verfasst: 29. Oktober 2009, 15:23
von Karl-Josef
Hallo zusammen,

da habe ich dann wohl diese Woche auch so etwas gehabt. Wieder was dazu gelernt. Am Samstag Sommerräder ab und Winterräder drauf, aber 2 Räder wollten nicht wirklich runter. Da mußte ich mich sehr anstrengen. Sonntagabend kam der Schüttelfrost, bin dann mit dem Körnerkissen ins Bett. Am Montag mit Kopf- und Gliederschmerzen wach geworden, hatte aber Appetit. Nach dem Frühstück habe ich 2 Paracetamol (habe Novalgin Allergie) genommen und über den Tag verteilt 3 ltr. Tee getrunken, weil ich dachte, ich hätte mal wieder eine Blasenentzündung. Am Abend kam wieder leichtes Fieber, hatte einen heißen Kopf und die Gelenke schmerzten. Mit 2 Paracetamol ins Bett, dann habe ich mächtig geschwitzt, mußte mich um 2 Uhr komplett umziehen und ein neues Betttuch auflegen.
Am Dienstag ging es mir schon wesentlich besser, bin ohne Tabletten ausgekommen. Hatte noch etwas Bauchschmerzen, heute ist alles wie weg geblasen.
Bin im März 2007 wegen Pankreaskopf-CA gewhippelt worden. Habe diese Symptome bisher 2-3 mal gehabt, an eine Gallenkanalentzündung habe ich nicht gedacht, war ja alles immer ziemlich schnell vorbei. Habe meinem HA auch von diesen Infekten erzählt, der kam aber auch nicht darauf.
Einige von euch nehmen jetzt sofort Antibiotika, andere, wie auch ich, nur Fieber- und Schmerzsenkende Mittel.
Was sollte man denn besser tun?
Können diese Infekte auch irgendwann, wenn si chronisch sind, etwas zerstören?
Am 10. November habe ich einen Termin beim HA, werde dieses Thema dann erörtern.

LG und alles Gute

Karl-Josef

Re: Whipple-OP Leben danach III

Verfasst: 29. Oktober 2009, 16:35
von Corinna B.
Hallo Karl Josef,
Karl-Josef hat geschrieben:Einige von euch nehmen jetzt sofort Antibiotika, andere, wie auch ich, nur Fieber- und Schmerzsenkende Mittel.
Was sollte man denn besser tun?
Antibiotika, darüber muss man sich im klaren sein, versagen mit der Zeit, immer dann wenn man zu oft mit "Kanonen auf Spatzen" schießt. Meinem HA habe ich das ganz schnell abgewöhnt mir für jeden Infekt gleich ein Antibiotikum zu verschreiben. Sein Argument ist und war "sie haben keine Milz mehr und sind anfälliger als andere Leute". Aber im nach hinein dauert bei mir ein Infekt ohne Antibiotika eine Woche und ohne Antibiotika7 Tage, da hat sich nichts geändert. Aber es hat sich auch nicht geändert das ich dann viel Holunderbeer - oder Fliederbeersaft, wie das auch heißt trinke, Lindenblütentee - eben Großmutters Programm durchziehe, selbst gegen Fieber helfen bei mir noch Wadenwickel. Und an Medis nehme ich dann auch schon mal Paracetamol, Nasentropfen und manchmal Hustentropfen, meistens aber eher Zwiebelsaft.
Ich weiß ja nicht was krankheitshalber noch auf mich zukommt, aber ich möchte schon, das dann die Antibiotika ohne große Probleme wirken ohne das erst noch gesucht werden muss gegen was alles mein Körper schon resistent ist.
Aber ich denke dein HA wird dich sicherlich gut beraten.