Whipple-OP geschafft - so viele Fragen......................
Verfasst: 14. Januar 2010, 15:30
Hallo!!
Möchte mich gleich mal vorstellen!
Mein Name ist Michaela ich bin 25 Jahre alt und mein Papa erhielt vor Weihnachten die schreckliche Diagnose dass er einen Tumor in der Bauchspeicheldrüse hat.
Alles fing wie folgt an:
Er hatte schreckliche Bauchschmerzen, hat es immer auf einen nervösen Magen geschoben und Omeprazol eingenommen. Da dies aber fast keine Wirkung gezeigt hat ging er zu seinem Hausarzt. Dieser verschrieb ihm ein höher dosiertes Magenmedikament. Auch das half nichts. An einem Sonntag Abend hielt er seine Schmerzen nicht mehr aus und fuhr in die Notaufnahme unseres Krankenhauses. Dort machte man die üblichen Untersuchungen. Blutabnahme, Ultraschall, etc. Man stellte fest dass seine Galle nicht abfließen kann, aufgrund dessen sich schon eine Gelbsucht entwickelt hat. Die Ärztin stellte Gallensteine fest und gab ihm einen Termin zur stationären Aufnahme und verordnete ihm ein Schmerzmittel (novalgin). Ach ja, und die Leberwerte waren fürchterlich erhöht!!
Als er wiederrum zu seinem Hausarzt ging und den Bericht des KH abgab sagte dieser er solle in ein anderes kompetenteres Krankenhaus gehen, da er zu unserem KH wenig Vertrauen hat.
Gesagt - Getan:
Mein Papa ging also in dieses KH, dort wurden wieder viele Untersuchungen durchgeführt und der Verdacht auf Gallensteine hat sich NICHT bestätigt!!
Ich füge hier mal den Befund meines Papas ein:
Diagnosen:
Verschlussikterus bei stenosierendem Intraduktalem Tu. des D. choledochus
Anamnese:
Herr .... stellte sich am 15.12.09 mit seit ca 3 Wochen bestehenden gürtelförmigen Oberbauchschmerzen in unserer chirurgischen Notaufnahme vor.
Eigenanamnese:
Morbus Hodgkin, Diabetes mllitus Typ 2
Lokalbefund:
Klinisch zeigten sich im Epigastrom keine Abwehrspannung, lokale Druckdolenz, kein Peritonismus, Darmperistaltik gut abhörbar, Nierenlager frei, Stuhl/Miktio o. B.
Labor:
Es finden sich erhöhte Cholestaseparameter ohne CRP-Anstieg
Sono-Abdomen:
bis auf dilatierter Ductus choledochus (12mm breit) kein weiterer path. Befund.
ERCP vom 16.12.2009:
keine Kontrastierung der Gänge möglich. Minimale Vorschnitt-EPT. DHC eröffnet aber keine Passage, auch nicht mit dem Führungsdraht. V.a. Stenose im distalen DHC
CT des Abdomens am 16.12.09:
intrahepatische und extrahepathische Cholestase. Die Ursache befindet sich direkt oberhalb des Pankreaskopfes (Kalibersprung), ist jedoch nicht direkt erkennbar. Kein Nachweis eines Tumors oder eines Konkrementes. Leichtgradige ausgeprägte Cholezystitis - Reizzustand der Gallenblase. 15 mm durchmessende Hypodensität im Corpus Pankreatis, suspekt auf einen kleinen Tumor. Dieser Befund kann jedoch nicht die Cholestase erklären. Zusätzlih zeigen sich pleurale und perikardiale Verkalkungen, suspekt auf eine Asbestose. Ergänzung der Berufsanamnese erforderlich.
Kernspintomographie des Oberbauches inkl. MRCP vom 17.12.09:
Unterbrechung des Ductus Choledochus über eine Strecke von ca. 10mm beginnend etwa 3 cm cranial der Duodenalpapille. Distal der Stenose, deutlich dilatierte Intra- und extrahepathische Gallenwege.
Proximal der Stenose etwa normalkalibriger Ductus Choledochus. In der Stenosen-Region scheinen die Wandstrukturen verdickt mit betontem Enhancement. Hier lässt sich dein entzündlicher und raumfordernder Prozess im Gallengang nicht ausschließen. Pankreasgang durchgänigig verfolgbar, jedoch mit Kaliberschwankungen. Im Pankreasschwanz verdickter Gang, vereinbar mit abgelaufender Pankreatitis. Im Pankreascorpus ca. 1,5 cm durchmessende Struktur mit fehlenden Enhancement in allen Anflutungsphasen. Wandstruktur der Gallenblase und des Ductus cysticus verdickt, vereinbar mit chronischer Cholezystits. Kein Nachweis von Konkrementen. Keine umschriebenen fokalen Leberläsionen. Relativ dicke Magenwand an der großen Kurvatur nun bis 2,5 cm Dicke. Beidseits einzelnen kleine NIerenzysten. Kein Aszites, kein Pleuraerguss
ERCP vom 18.12.09:
Malignitätsverdächtige Stenose im Gallengang. Endoskopische Papillotomie. Nicht selbstexpandierende Prothekese im Gallengang eingelegt.
Therapie und Verlauf:
Der mechanische Ikterus wurde durch 2x ERCP mit Abdomen-CT und MRT abgeklärt. Beim zweiten ERCP Versuch gelang jedoch die extrahepatische Cholestase durch Gallengangsprothese zu beheben. Die bestehende Schmerzsymptomatik war ducrch Transtec Pflaster gut beherrschbar. Die erhöhten BZ Werte wurden nach Actrapid- Schema korrigiert. Aufgrund der mutmaßlichen malignen Choledochusstenose stellen wir die Operative Indikation zur Duodenopankreatektomie (OP nach Whipple).
Die Diagnose traf uns alle wie ein Blitzschlag, zumal mein Papa vor 10 Jahren schon Lymphdrüsenkrebs hatte, diesen aber mittels Chemo und Bestrahlung gut überstanden hat. Seither ging es ihm gut.
Am Montag war nun also die OP!! Sie dauerte sage und schreibe 11 Stunden!!! Ich hatte das Glück, am Tag danach mit dem Chefarzt, welcher auch operiert hat zu sprechen, er sagte dass man bei der Op einen riesengroßen Abszess im Magen feststellte, diesen aber entfernen konnte. Mein Vater hätte viel Blut bei der OP verloren aber die Tumore die in den Gallengängen saßen konnten vollständig entfernt werden. Außerdem musste ihm auch die Milz entfernt werden, was aber lt. Aussage des Docs längerfristig für ihn kein Problem darstellt.....
Nun ist der 3. Tag nach der OP!
Mein Papa liegt noch auf intensiv, es geht ihm aber verhältnismäßig gut!! Er ist wach, Schmerzen hat er so gut wie keine aber ist halt doch noch recht schwach!! Darf nichts trinken und nichts essen Durst jedoch hat er ohne Ende, er bekommt nur so ein H2O Spray zum Mund befeuchten!!! Blutdruck ist normal.....
Da ich in der letzten Zeit, bzw. seit die Diagnose feststand soviel über diese Krankheit gelesen habe wurde meine Angst immer größer!!! Fast überall liest man dass diese Diagnose trotz OP meist das Todesurteil ist. Von den Komplikationen die NACH der OP noch auftreten können mal ganz zu schweigen.
Wie wird es weiter gehen???
Wie lange wird er auf der Intensiv bleiben müssen?
Was kann er dann alles essen? nur noch pürierte Kost??
Wie lebt ihr nach dieser OP???
Gibt es wirklich die Chance dass der Krebs geheilt ist?? Bzw. noch ein paar Jahre ruhe gibt??
Mein papa ist nun 60 Jahre alt und da darf er nicht einfach sterben! Wir haben noch soviel vor!!
Verzweifelte Grüße aus Bayern
Michaela
Möchte mich gleich mal vorstellen!
Mein Name ist Michaela ich bin 25 Jahre alt und mein Papa erhielt vor Weihnachten die schreckliche Diagnose dass er einen Tumor in der Bauchspeicheldrüse hat.
Alles fing wie folgt an:
Er hatte schreckliche Bauchschmerzen, hat es immer auf einen nervösen Magen geschoben und Omeprazol eingenommen. Da dies aber fast keine Wirkung gezeigt hat ging er zu seinem Hausarzt. Dieser verschrieb ihm ein höher dosiertes Magenmedikament. Auch das half nichts. An einem Sonntag Abend hielt er seine Schmerzen nicht mehr aus und fuhr in die Notaufnahme unseres Krankenhauses. Dort machte man die üblichen Untersuchungen. Blutabnahme, Ultraschall, etc. Man stellte fest dass seine Galle nicht abfließen kann, aufgrund dessen sich schon eine Gelbsucht entwickelt hat. Die Ärztin stellte Gallensteine fest und gab ihm einen Termin zur stationären Aufnahme und verordnete ihm ein Schmerzmittel (novalgin). Ach ja, und die Leberwerte waren fürchterlich erhöht!!
Als er wiederrum zu seinem Hausarzt ging und den Bericht des KH abgab sagte dieser er solle in ein anderes kompetenteres Krankenhaus gehen, da er zu unserem KH wenig Vertrauen hat.
Gesagt - Getan:
Mein Papa ging also in dieses KH, dort wurden wieder viele Untersuchungen durchgeführt und der Verdacht auf Gallensteine hat sich NICHT bestätigt!!
Ich füge hier mal den Befund meines Papas ein:
Diagnosen:
Verschlussikterus bei stenosierendem Intraduktalem Tu. des D. choledochus
Anamnese:
Herr .... stellte sich am 15.12.09 mit seit ca 3 Wochen bestehenden gürtelförmigen Oberbauchschmerzen in unserer chirurgischen Notaufnahme vor.
Eigenanamnese:
Morbus Hodgkin, Diabetes mllitus Typ 2
Lokalbefund:
Klinisch zeigten sich im Epigastrom keine Abwehrspannung, lokale Druckdolenz, kein Peritonismus, Darmperistaltik gut abhörbar, Nierenlager frei, Stuhl/Miktio o. B.
Labor:
Es finden sich erhöhte Cholestaseparameter ohne CRP-Anstieg
Sono-Abdomen:
bis auf dilatierter Ductus choledochus (12mm breit) kein weiterer path. Befund.
ERCP vom 16.12.2009:
keine Kontrastierung der Gänge möglich. Minimale Vorschnitt-EPT. DHC eröffnet aber keine Passage, auch nicht mit dem Führungsdraht. V.a. Stenose im distalen DHC
CT des Abdomens am 16.12.09:
intrahepatische und extrahepathische Cholestase. Die Ursache befindet sich direkt oberhalb des Pankreaskopfes (Kalibersprung), ist jedoch nicht direkt erkennbar. Kein Nachweis eines Tumors oder eines Konkrementes. Leichtgradige ausgeprägte Cholezystitis - Reizzustand der Gallenblase. 15 mm durchmessende Hypodensität im Corpus Pankreatis, suspekt auf einen kleinen Tumor. Dieser Befund kann jedoch nicht die Cholestase erklären. Zusätzlih zeigen sich pleurale und perikardiale Verkalkungen, suspekt auf eine Asbestose. Ergänzung der Berufsanamnese erforderlich.
Kernspintomographie des Oberbauches inkl. MRCP vom 17.12.09:
Unterbrechung des Ductus Choledochus über eine Strecke von ca. 10mm beginnend etwa 3 cm cranial der Duodenalpapille. Distal der Stenose, deutlich dilatierte Intra- und extrahepathische Gallenwege.
Proximal der Stenose etwa normalkalibriger Ductus Choledochus. In der Stenosen-Region scheinen die Wandstrukturen verdickt mit betontem Enhancement. Hier lässt sich dein entzündlicher und raumfordernder Prozess im Gallengang nicht ausschließen. Pankreasgang durchgänigig verfolgbar, jedoch mit Kaliberschwankungen. Im Pankreasschwanz verdickter Gang, vereinbar mit abgelaufender Pankreatitis. Im Pankreascorpus ca. 1,5 cm durchmessende Struktur mit fehlenden Enhancement in allen Anflutungsphasen. Wandstruktur der Gallenblase und des Ductus cysticus verdickt, vereinbar mit chronischer Cholezystits. Kein Nachweis von Konkrementen. Keine umschriebenen fokalen Leberläsionen. Relativ dicke Magenwand an der großen Kurvatur nun bis 2,5 cm Dicke. Beidseits einzelnen kleine NIerenzysten. Kein Aszites, kein Pleuraerguss
ERCP vom 18.12.09:
Malignitätsverdächtige Stenose im Gallengang. Endoskopische Papillotomie. Nicht selbstexpandierende Prothekese im Gallengang eingelegt.
Therapie und Verlauf:
Der mechanische Ikterus wurde durch 2x ERCP mit Abdomen-CT und MRT abgeklärt. Beim zweiten ERCP Versuch gelang jedoch die extrahepatische Cholestase durch Gallengangsprothese zu beheben. Die bestehende Schmerzsymptomatik war ducrch Transtec Pflaster gut beherrschbar. Die erhöhten BZ Werte wurden nach Actrapid- Schema korrigiert. Aufgrund der mutmaßlichen malignen Choledochusstenose stellen wir die Operative Indikation zur Duodenopankreatektomie (OP nach Whipple).
Die Diagnose traf uns alle wie ein Blitzschlag, zumal mein Papa vor 10 Jahren schon Lymphdrüsenkrebs hatte, diesen aber mittels Chemo und Bestrahlung gut überstanden hat. Seither ging es ihm gut.
Am Montag war nun also die OP!! Sie dauerte sage und schreibe 11 Stunden!!! Ich hatte das Glück, am Tag danach mit dem Chefarzt, welcher auch operiert hat zu sprechen, er sagte dass man bei der Op einen riesengroßen Abszess im Magen feststellte, diesen aber entfernen konnte. Mein Vater hätte viel Blut bei der OP verloren aber die Tumore die in den Gallengängen saßen konnten vollständig entfernt werden. Außerdem musste ihm auch die Milz entfernt werden, was aber lt. Aussage des Docs längerfristig für ihn kein Problem darstellt.....
Nun ist der 3. Tag nach der OP!
Mein Papa liegt noch auf intensiv, es geht ihm aber verhältnismäßig gut!! Er ist wach, Schmerzen hat er so gut wie keine aber ist halt doch noch recht schwach!! Darf nichts trinken und nichts essen Durst jedoch hat er ohne Ende, er bekommt nur so ein H2O Spray zum Mund befeuchten!!! Blutdruck ist normal.....
Da ich in der letzten Zeit, bzw. seit die Diagnose feststand soviel über diese Krankheit gelesen habe wurde meine Angst immer größer!!! Fast überall liest man dass diese Diagnose trotz OP meist das Todesurteil ist. Von den Komplikationen die NACH der OP noch auftreten können mal ganz zu schweigen.
Wie wird es weiter gehen???
Wie lange wird er auf der Intensiv bleiben müssen?
Was kann er dann alles essen? nur noch pürierte Kost??
Wie lebt ihr nach dieser OP???
Gibt es wirklich die Chance dass der Krebs geheilt ist?? Bzw. noch ein paar Jahre ruhe gibt??
Mein papa ist nun 60 Jahre alt und da darf er nicht einfach sterben! Wir haben noch soviel vor!!
Verzweifelte Grüße aus Bayern
Michaela