Hallo an alle,
ich schreibe hier meine Zeit von Beginn meiner Erkrankung bis zur Zeit von 6 Monaten nach meiner Whipple OP. Ich habe im Februar 2025 oft im Forum nach solchen Storys gesucht, aber leider nicht viel davon lesen können. Ich hoffe, damit einigen neuen Forum-Mitgliedern, die kurz vor der OP stehen, etwas damit helfen zu können.
Also: im Februar 2025 hatte ich meine erste Pankreatitis. 2 Tage, bevor ich ins Krankenhaus kam, ging es mir schon nicht gut. Ich hatte immer diesen Druck im Oberbauch, ich war müde und dachte, ich brüte eine Grippe aus. 2 Tage später, ich wollte gerade aufwaschen, hatte ich so starke Schmerzen und Übelkeit, dass ich nicht mehr wusste, wie ich stehen soll. Dann musste ich mich übergeben, ich dachte, jetzt ist es aus mit mir. Mein Mann hat mich dann in unser Provinz- Krankenhaus gefahren, wo ich Lipasewert von über 6000 hatte. Ich bekam Infusionen und wurde am 4. Tag nach Hause entlassen. Es ging mir dann wieder besser, ich habe nur immer ein bisschen abgenommen. Mein Stuhl war weich, aber ich musste nur 1x täglich und so habe ich mir nichts Schlimmes dabei gedacht.
Nach 3 Monaten musste ich eine MRT machen lassen zur Kontrolle. Der Befund versetzte mir einen Schlag, den ich bis heute noch nicht verdaut habe:
Verzystete und verkalkte Pankreas mit erweitertem Hauptgang 4mm wie bei IPMN vom gemischten Typ. In 3 Monaten weitere Kontrolle, falls sich bis dahin nichts ändert, Totalentfernung meiner BSPD.
Für mich brach die Welt zusammen! Meine Schwester hat dann gesagt, ich soll mich nicht fertig machen und mir eine Zweitmeinung einholen. Ich habe dann in Wien bei Prof. Dr. Schindl einen Termin vereinbart (ich wohne in Niederösterreich). Dieser Arzt ist Leiter der Pankreaschirurgie im AKH Wien.
Er meinte, dass es so aussieht, dass da ein Stein im Hauptgang ist und deshalb dieser erweitert ist. Die Zysten können von der Entzündung auch sein, er empfiehlt, eine CT zu machen, da man Steine hier besser sehen kann als im MRT.
Gesagt, getan. Es war tatsächlich ein großer Stein beim Eingang des Hauptgangs zu sehen. Ich bekam dann einen Termin im AKH für eine ERCP. Leider schlug dieser Versuch, den Stein zu entfernen, fehl. Stattdessen hat die behandelnde Ärztin den Stein nicht gesehen, aber mit dem Führungsdraht den Hauptgang innen aufgeschlitzt (was man erst bei der 2. CT gesehen hat).
Es folgten unsagbare Schmerzen, die wochenlang anhielten und Übelkeit wie ich sie noch nie hatte. Dr. Schindl hielt aber trotzdem an seiner Diagnose fest und schickte mich zur 2. ERCP. Jetzt hatte ich Glück und ein sehr fähiger Arzt fand den Stein gleich und konnte ihn erfolgreich entfernen. Ich dachte, es wird jetzt alles besser, aber leider war dem wieder nicht so. So musste ich eine 3. ERCP über mich ergehen lassen, da einige Ärzte meinten, dass ich vielleicht einen Stent brauche. Dieser war aber nicht nötig.
Trotzdem ging es mir nicht gut, meine Lipase- und Amylasewerte waren immer erhöht.
Mittlerweile war August und ich flog nach Griechenland, da ich dachte, es kann nurmehr besser werden, der Stein ist ja jetzt entfernt worden... Pustekuchen!
3 Tage, nachdem ich vom Urlaub daheim war, bekam ich wieder eine Pankreatitis und ein Druckgefühl im Oberbauch, dass ich dachte, ich explodiere innerlich.
Wieder erhöhte Werte, sogar der CA 19-9 Wert war auf 53, also das Doppelte des Grenzwerts. Es wurde wieder eine CT gemacht und ich dachte, das kann doch jetzt nicht wahr sein: Wahrscheinlich wieder ein Stein im Hauptgang! Nervlich war im am Boden, mein Arzt riet zu einer weiteren ERCP. Aber ich konnte und wollte nicht mehr.
Der Arzt sagte, dass er das gut verstehen kann und dass es 2 Optionen gibt: Duodeumerhaltende Pankreaskopf- OP oder pyloruserhaltende Whipple Op. Er riet mir aber aufgrund meiner Verkalkung am Pankreaskopf und der immer größer werdenden Entzündung zur pyloruserhaltenden Whipple Op.
Am 1. Oktober 2025 war es dann soweit. Ich war über Nacht auf der Intensivstation und wurde am nächsten Tag auf die normale Station gebracht. Leider konnte man mir keinen Schmerzkatheter in den Rücken geben, wahrscheinlich wegen meiner Skoliose. Ich wurde aber mit anderen Schmerzmitteln gut eingestellt. Es war zum Aushalten.
Ich konnte aber nicht aufs Klo gehen. Nach 5 Tagen hatte ich meinen ersten Stuhl, sehr hart, obwohl mir genug Abführmittel gegeben wurden.
Was ich nicht mehr sehen konnte, war das gedämpfte Huhn, Reis und Karotten, die leider täglich am Speiseplan waren.
Meine Drainage links kam am 3. oder 4. Tag raus, meine Klammern am Bauch - die Naht beginnt unterhalb der Brust und endet unterhalb des Nabels- wurden mir nach einer Woche entfernt. Da ging es mir dann gleich noch besser. Ich durfte am 2. Tag nach der OP schon Zähne putzen gehen! Die Schmerzen waren auszuhalten, aber mir war so schwindelig... Mit dem Rollator habe ich die Strecke bis ins Bad und wieder zurück geschafft! :-)
Nach einer Woche fühlte ich mich schon fit, ich bin mit dem Rollator schon brav spazieren gewesen und bin sogar mal in die Cafeteria auf einen Tee gefahren.
Duschen durfte ich auch schon, es ging täglich ein bisschen besser. Nur am 8. oder 9. Tag passierte es... Ich bekam wieder Huhn und Reis und vom Geruch wurde mir so schlecht, dass ich mich übergeben musste. Abend das selbe Spiel. Am Tag darauf dachte ich mir Hopp oder Dropp und bin in die Cafeteria gefahren, wo ich mir ein großes Stück Pizza gekauft und gegessen habe. Ich dachte mir, dass dann der Stuhlgang weicher wird und ich mich vielleicht übergeben werde danach, aber das tat ich ja mit dem Huhn auch schon. Ich habe die Pizza guuut vertragen und der Mittagsschlaf danach war herrlich! Der Krankenpfleger hat meinen Ausflug lachend zu Kenntnis genommen.
Nach 13 Tagen wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Mein Stuhlgang war noch monatelang hart, ich musste Laxogol nehmen um überhaupt gehen zu können. Täglich Pantoloc 40mg mindestens 1/2 Jahr lang und Kreon 25000 zu jeder Mahlzeit.
Anfang Februar durfte ich dann auf Reha, wo mir das Essen total umgestellt wurde. Es gab dort Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Sachen, die ich mir nicht getraut habe, zu essen. Laxogol wurde gestrichen, Pantoloc auf 20mg halbiert. Verdauung passt optimal!
Von der BSPD her geht es mir bestens, nur habe ich nach wie vor ein Stechen auf der rechten Seite hinter den Rippen. Eine Leberzyste, die mittlerweile von 3,2cm auf 4,4cm gewachsen ist und mein Leberwert GPT, der jetzt um die 30 ist und vor der OP um die 15 war. Ein Arzt meinte aber, dass nach so einer OP so ein Wert doch eh super ist und vor allem in der Norm, sein Leberwert sei immer um die 70 und niemand weiß warum.
Ich habe seit dieser OP wieder Lebensqualität, wie ich sie schon lange nicht mehr hatte.
Auf diesem Wege möchte ich mich bei einigen Forummitgliedern besonders bedanken, da sie immer aufbauende Worte für meine Freundin Petra und mich hatten (Thema WAS TUN) und immer gute Tipps und Ratschläge für mich hatten, auch, dass man nach so einer OP Geduld braucht :-): Danke Mousetrix, Kerstin, Andi, Lunetta, Jana und natürlich dir, liebe Petra1965, da wir ja den selben Leidensweg hatten. Du bist mir eine gute Freundin geworden und wir stehen nach wie vor in Kontakt. Schön, dass ich dich im Forum gefunden habe!
Liebe Grüße an euch alle und alles Gute! Uschi
6 Monate nach meiner Whipple OP
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Andi
- Beiträge: 1057
- Registriert: 15. Februar 2011, 20:42
Re: 6 Monate nach meiner Whipple OP
Liebe Uschi,
vielen Dank für deinen umfangreichen Bericht, der bestimmt vielen Betroffenen Mut und Zuversicht schenkt.
Du hattest es nicht immer leicht, trotzdem warst du ganz oft positiv, und das hat dich voran gebracht.
Ich wünsche Dir Alles Gute und schön, das du wieder Freude am Leben haben kannst.
Sei ganz lieb gegrüßt von Andi💐
vielen Dank für deinen umfangreichen Bericht, der bestimmt vielen Betroffenen Mut und Zuversicht schenkt.
Du hattest es nicht immer leicht, trotzdem warst du ganz oft positiv, und das hat dich voran gebracht.
Ich wünsche Dir Alles Gute und schön, das du wieder Freude am Leben haben kannst.
Sei ganz lieb gegrüßt von Andi💐
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UschiPf
- Beiträge: 143
- Registriert: 23. Juli 2025, 18:00
Re: 6 Monate nach meiner Whipple OP
Danke, lieber Andi! Ich wünsche dir auch alles Liebe und Gute, ich werde sicher noch öfters von dir Beiträge im Forum lesen!