Auf der Suche seit 1.5 Jahren - BSD, Galle, Mesenterium?
Verfasst: 25. Juni 2026, 23:09
Hallo liebes Forum,
ich bin 44, männlich und habe seit Anfang 2025 mit mehreren kurzen Unterbrechungen ein Stechen und Spannungsgefühl im rechten Oberbauch. Die Lokalisierung ist ungefähr zwischen unterer Rippe und Schwertfortsatz, es zieht aber auch gelegentlich mal in den linken Oberbauch oder hoch ins Brustbein. Dieses war auf einer Schmerzskala 1-10 anfänglich bei 3, zwischendurch auch mal verschwunden, und ist nun durchaus auch mal bei 7. Zwischenzeitlich gab es auch mal Verdauungsbeschwerden (Essen kam hoch, Blähungen), das hat sich jedoch aktuell wieder einigermaßen gegeben, die Schmerzen sind jedoch geblieben.
Einen ernsthaften Gewichtsverlust gab es bisher nicht, ich habe auch grundsätzlich guten Appetit. Es geht mir aber besser, wenn ich wenig oder nichts esse, ohne dass ich bisher bestimmte Lebensmittel als Problem identifizieren konnte. Sport/Sauna tun kurzfristig auch gut, beseitigen aber das Problem nicht.
Seitdem bin ich durch die komplette (mir bekannte) Diagnostik auch teils mehrfach bei Gastroenteorologen und Kliniken durch, inkl. der Krebs-Panik am Anfang.
Zusammengefasst weiß man immer noch nicht, was genau das Problem ist - immerhin bin ich trotz Beschwerden immer noch alltagstauglich.
Was untersucht & befundet wurde:
Bauchspeicheldrüse: Da ich häufiger etwas weichen Stuhl habe wurde die Elastase mehrfach getestet, teils bei +/- 100. Bei der Endosonografie (2x) wurde nur eine leichte Pankreaslipomatose gefunden. Kreon/Nortase helfen meiner Einschätzung nach nicht. Wenn ich festen Stuhl einsende, ist die Elastase bei 300. Meine Frage an den Chefarzt des Klinikums war hier, ob die Enzymeinnahme über die Stuhlkonsistenz nicht das Testergebnis beeinflusst ggf. unabhängig von einer EPI und der Test bei mir also nur "harten oder weichen Stuhl" anzeigt aber das Problem ggf. woanders liegt. Er meinte nein. Der Leiter des Labors meinte ja. Schlauer bin ich hier also nicht.
Magen: Bei vielen Proben wurde eine leichte C-Gastritis gefunden, die aber wohl häufig vorkommt und die Beschwerden nicht erklärt. Zwischendurch wurde mal ein angeblich großer (2cm) Magenpolyp entnommen und als hyperplastisch klassifiziert. Bei einer Nachkontrolle einige Wochen später in einem anderen Klinikum fand man aber nur noch kleine Drüsenkörperzysten, die bei meiner langjährigen PPI (Esomeprazol) Einnahme wohl normal sind. Meine Frage an die Gastroenteorologen, ob nicht das Problem zu wenig Säure durch PPI und ggf. ein Dünndarmreflux als Ursache sowohl von C-Gastritis und niedriger Stuhlelastase sein könnte wurde verneint.
Mesenterium: Im CT/MRT (Thorax, Abdomen, Becken) wurde eine (nicht aktive) "mesenteriale Pannikulitis" gefunden (hatte wohl auch der User "sapran" hier im Forum), welche die Beschwerden grundsätzlich erklären könnte. Am Anfang hat dies die Krebsangst befeuert, weil wohl stark korreliert mit Krebs wie Lymphomen. Allerdings sagte mir der MRT-Radiologe, dass dies auch oft als Zufallsbefund bei Leuten vorkommt die gar keine Beschwerden haben und ohne den Befund aus dem CT hätte er die Diagnose gar nicht gestellt. Dementsprechend konnte auf meine Nachforschung hin ein Radiologe die Anzeichen in den Bildern auch schon 2019 sehen, als ich noch gar keine derartigen Symptome hatte. Eine Feinnadelbiopsie ins Mesenterium im Rahmen einer Endosonografie ergab nur normale Zellen. Es ist also äußerst unklar, ob das weiterverfolgt werden sollte oder nicht.
Was man nun nach eigener Recherche vielleicht noch machen könnte wäre eine Laparoskopie, allerdings ist man da dann schon im invasiven Bereich "auf gut Glück".
Eine klare Indikation dafür sehen die Ärzte aktuell nicht.
Galle: Bei der zweiten Endosonografie meinte der Chefarzt "die Gallenwand sieht etwas entzündlich verdickt auf 5mm aus, beim ersten Mal hatte ich Ihnen das noch so durchgehen lassen" (bis 3mm ist wohl ok). In einem MRT zwei Monate danach war die Gallenwand (wie sonst eigentlich auch immer) bei ca. 2.5 cm. Der Radiologe meinte, eine Entzündung/Reizung müsste man durch Kontrastmittelaufnahme sehen. Im Ultraschall hat man grundsätzlich nie irgendetwas Kritisches gesehen. Sichtbare Steine gibt es auch keine.
Unauffällig waren:
mehrfach Blutwerte (Blutbild, Lipase/Amylase/..., CRP, Stoffwechsel, (Auto-)Immun, Infektsorologien, etc)
Darmspiegelung
Kapselendoskopie (dünndarm)
SIBO Test
MRT Wirbelsäule
Von Tumormarkern ohne weitere konkrete Anhaltspunkte wurde mir recht einstimmig abgeraten und auch mir ist unklar was man denn dann überhaupt noch machen würde selbst wenn da was erhöht ist.
Meine Frage wäre, ob jemandem noch weitere sinnvolle Untersuchungen oder Maßnahmen in den o.g. Bereichen (gerne auch mit eigener Erfahrung) einfallen, die hier Sinn machen könnten. In den USA scheint man z.B. in solchen Fällen auch einen Gallefunktionstest (HIDA-Scan) zu machen, den mein Klinikum nicht für sinnvoll hält - evtl. weil dieser dort auch nicht angeboten wird.
Gelesen habe ich hier auch von einer "minimal Change Pankreatitis", die sich über Jahre entwickeln kann ohne dass man am Anfang etwas sieht - gibt es hier trotzdem Möglichkeiten, das wenigstens so früh wie möglich mitzubekommen?
Danke schonmal! Wenn es ansonsten weiteres Interesse an meinem Untersuchungs- und Diagnoseverlauf gibt, gerne fragen. Die genauen Ärzte und Kliniken habe ich mal weggelassen, beantworte ich aber gerne per Direktnachricht.
ich bin 44, männlich und habe seit Anfang 2025 mit mehreren kurzen Unterbrechungen ein Stechen und Spannungsgefühl im rechten Oberbauch. Die Lokalisierung ist ungefähr zwischen unterer Rippe und Schwertfortsatz, es zieht aber auch gelegentlich mal in den linken Oberbauch oder hoch ins Brustbein. Dieses war auf einer Schmerzskala 1-10 anfänglich bei 3, zwischendurch auch mal verschwunden, und ist nun durchaus auch mal bei 7. Zwischenzeitlich gab es auch mal Verdauungsbeschwerden (Essen kam hoch, Blähungen), das hat sich jedoch aktuell wieder einigermaßen gegeben, die Schmerzen sind jedoch geblieben.
Einen ernsthaften Gewichtsverlust gab es bisher nicht, ich habe auch grundsätzlich guten Appetit. Es geht mir aber besser, wenn ich wenig oder nichts esse, ohne dass ich bisher bestimmte Lebensmittel als Problem identifizieren konnte. Sport/Sauna tun kurzfristig auch gut, beseitigen aber das Problem nicht.
Seitdem bin ich durch die komplette (mir bekannte) Diagnostik auch teils mehrfach bei Gastroenteorologen und Kliniken durch, inkl. der Krebs-Panik am Anfang.
Zusammengefasst weiß man immer noch nicht, was genau das Problem ist - immerhin bin ich trotz Beschwerden immer noch alltagstauglich.
Was untersucht & befundet wurde:
Bauchspeicheldrüse: Da ich häufiger etwas weichen Stuhl habe wurde die Elastase mehrfach getestet, teils bei +/- 100. Bei der Endosonografie (2x) wurde nur eine leichte Pankreaslipomatose gefunden. Kreon/Nortase helfen meiner Einschätzung nach nicht. Wenn ich festen Stuhl einsende, ist die Elastase bei 300. Meine Frage an den Chefarzt des Klinikums war hier, ob die Enzymeinnahme über die Stuhlkonsistenz nicht das Testergebnis beeinflusst ggf. unabhängig von einer EPI und der Test bei mir also nur "harten oder weichen Stuhl" anzeigt aber das Problem ggf. woanders liegt. Er meinte nein. Der Leiter des Labors meinte ja. Schlauer bin ich hier also nicht.
Magen: Bei vielen Proben wurde eine leichte C-Gastritis gefunden, die aber wohl häufig vorkommt und die Beschwerden nicht erklärt. Zwischendurch wurde mal ein angeblich großer (2cm) Magenpolyp entnommen und als hyperplastisch klassifiziert. Bei einer Nachkontrolle einige Wochen später in einem anderen Klinikum fand man aber nur noch kleine Drüsenkörperzysten, die bei meiner langjährigen PPI (Esomeprazol) Einnahme wohl normal sind. Meine Frage an die Gastroenteorologen, ob nicht das Problem zu wenig Säure durch PPI und ggf. ein Dünndarmreflux als Ursache sowohl von C-Gastritis und niedriger Stuhlelastase sein könnte wurde verneint.
Mesenterium: Im CT/MRT (Thorax, Abdomen, Becken) wurde eine (nicht aktive) "mesenteriale Pannikulitis" gefunden (hatte wohl auch der User "sapran" hier im Forum), welche die Beschwerden grundsätzlich erklären könnte. Am Anfang hat dies die Krebsangst befeuert, weil wohl stark korreliert mit Krebs wie Lymphomen. Allerdings sagte mir der MRT-Radiologe, dass dies auch oft als Zufallsbefund bei Leuten vorkommt die gar keine Beschwerden haben und ohne den Befund aus dem CT hätte er die Diagnose gar nicht gestellt. Dementsprechend konnte auf meine Nachforschung hin ein Radiologe die Anzeichen in den Bildern auch schon 2019 sehen, als ich noch gar keine derartigen Symptome hatte. Eine Feinnadelbiopsie ins Mesenterium im Rahmen einer Endosonografie ergab nur normale Zellen. Es ist also äußerst unklar, ob das weiterverfolgt werden sollte oder nicht.
Was man nun nach eigener Recherche vielleicht noch machen könnte wäre eine Laparoskopie, allerdings ist man da dann schon im invasiven Bereich "auf gut Glück".
Eine klare Indikation dafür sehen die Ärzte aktuell nicht.
Galle: Bei der zweiten Endosonografie meinte der Chefarzt "die Gallenwand sieht etwas entzündlich verdickt auf 5mm aus, beim ersten Mal hatte ich Ihnen das noch so durchgehen lassen" (bis 3mm ist wohl ok). In einem MRT zwei Monate danach war die Gallenwand (wie sonst eigentlich auch immer) bei ca. 2.5 cm. Der Radiologe meinte, eine Entzündung/Reizung müsste man durch Kontrastmittelaufnahme sehen. Im Ultraschall hat man grundsätzlich nie irgendetwas Kritisches gesehen. Sichtbare Steine gibt es auch keine.
Unauffällig waren:
mehrfach Blutwerte (Blutbild, Lipase/Amylase/..., CRP, Stoffwechsel, (Auto-)Immun, Infektsorologien, etc)
Darmspiegelung
Kapselendoskopie (dünndarm)
SIBO Test
MRT Wirbelsäule
Von Tumormarkern ohne weitere konkrete Anhaltspunkte wurde mir recht einstimmig abgeraten und auch mir ist unklar was man denn dann überhaupt noch machen würde selbst wenn da was erhöht ist.
Meine Frage wäre, ob jemandem noch weitere sinnvolle Untersuchungen oder Maßnahmen in den o.g. Bereichen (gerne auch mit eigener Erfahrung) einfallen, die hier Sinn machen könnten. In den USA scheint man z.B. in solchen Fällen auch einen Gallefunktionstest (HIDA-Scan) zu machen, den mein Klinikum nicht für sinnvoll hält - evtl. weil dieser dort auch nicht angeboten wird.
Gelesen habe ich hier auch von einer "minimal Change Pankreatitis", die sich über Jahre entwickeln kann ohne dass man am Anfang etwas sieht - gibt es hier trotzdem Möglichkeiten, das wenigstens so früh wie möglich mitzubekommen?
Danke schonmal! Wenn es ansonsten weiteres Interesse an meinem Untersuchungs- und Diagnoseverlauf gibt, gerne fragen. Die genauen Ärzte und Kliniken habe ich mal weggelassen, beantworte ich aber gerne per Direktnachricht.