nekrotisierende akute Pankreatitis

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

Hier haben Sie als Betroffene(r) und/oder ratsuchende(r) Besucher(in) dieser Plattform die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen oder Hilfestellung zu geben.
Paladin25
Beiträge: 242
Registriert: 18. März 2023, 15:41

Re: nekrotisierende akute Pankreatitis

Beitrag von Paladin25 »

Damit hätte ich nicht gerechnet... ich wünsche dir gute Besserung und das sie schnell herausfinden woher das Ganze auf einmal kommt.
Oliver_1980
Beiträge: 25
Registriert: 13. Juli 2023, 18:22

Re: nekrotisierende akute Pankreatitis

Beitrag von Oliver_1980 »

Bin noch im Krankenhaus und bekomme täglich dreimal Antibiotika. Einen Zusammenhang zur Pankreatitis und zur neu begonnenen Einnahme von Pankreatan sieht man nicht. Das ist für einen Laien im ersten Moment so schwer vorzustellen. Es bedeutet, dass ein vorher völlig gesunder Mensch nun mit 43 innerhalb eines Halbjahres an zwei verschiedenenen und voneinander unabhängigen Erkrankungen im gastroenteralen Bereich erkrankt. Die Wahrscheinlichkeit muss statistisch gesehen geringer sein als vom Blitz erschlagen zu werden, würde ich vermuten.

Sie wollen jetzt die Entzündung runter bringen, mich dann entlassen und in sieben Wochen (wegen des aktuell vorhandenen Perforationsrisikos) eine Darmspiegelung durchführen, um auszuschließen, dass nicht Polypen / Tumore die Ursache sind und nicht wie vermutet die Divertikel im Darm.
DOKASCH
Beiträge: 345
Registriert: 18. Mai 2017, 20:26

Re: nekrotisierende akute Pankreatitis

Beitrag von DOKASCH »

Könnte es sein dass du dir damals in Sri lanka was parasitäres oder so eingefangen hattest ? Wurde sowas schon abgeklärt ?
Oliver_1980
Beiträge: 25
Registriert: 13. Juli 2023, 18:22

Re: nekrotisierende akute Pankreatitis

Beitrag von Oliver_1980 »

Ja, es wurden Proben ins Tropeninstitut nach Hamburg geschicht. Da wurde aber nichts gefunden.
Paladin25
Beiträge: 242
Registriert: 18. März 2023, 15:41

Re: nekrotisierende akute Pankreatitis

Beitrag von Paladin25 »

Also Divertikel können schon extreme Auswirkungen mit sich bringen, das würde auch manches erklären.
Abgesehen davon ist es natürlich auch möglich das zweiteres auf ersterem aufbaut.

Ein Fehler im System und alles kann durcheinander geraten und anfangen zu spinnen.
Oliver_1980
Beiträge: 25
Registriert: 13. Juli 2023, 18:22

Re: nekrotisierende akute Pankreatitis

Beitrag von Oliver_1980 »

Wie meinst du das, dass zweiteres auf erstes aufbaut?

Meine Frau hat überlegt, ob nicht die Eiterableitung der Nekrosen durch den Magen die Divertikel ausgelöst haben könnten. Der Professor sagte, er habe daran auch schon gedacht aber wissen könne man das nicht.

Es wurden jetzt heute folgende Dinge besprochen:
- wenn die Blutwerte morgen weiterhin verbessert sind, geht es nachhause
- kommende oder übernächste Woche den Darm spiegeln, um einen Tumor auszuschließen (den ursprünglichen Plan, das aufgrund der Entzündung erst in sieben Wochen zu machen, haben sie verworfen, da gestern Abend Blut im Stuhl war)

zum Thema Pankreas noch:
Er war verwundert, dass der Hausarzt mir die Enzyme verschrieben hat. Seiner Meinung nach, solle ich die nur nehmen, wenn der Stuhl sehr voluminös und mit deutlich sichtbaren Fettaugen an der Oberfläche versehen ist. So würde ich es bei mir nicht beschreiben. Ich habe mitgeteilt, dass die Verschreibung der Enzyme auch auf der Elastaseuntersuchung des Stuhlgangs fußte. Dazu sagte er, dass Hausärzte dies gerne untersuchen aber dass es im Grunde nicht wirklich etwas aussagt. Mittags hatte einer der Oberärzte sich bereits unabhängig davon in ähnlicher Form über die Enzyme geäußert. Sie sagten, vielleicht versuche ich es, die Enzyme weg zu lassen. Dass mein Stuhl trotzdem seit 2-3 Wochen nicht mehr so gut war, könne auch ein Vorlauf der Divertikulitis gewesen sein. Aktuell besteht der Stuhl aus einer Art Nürnberger Würstchen. Sehr komisch.

Ich habe auch endlich die Antwort zum Thema der genetischen Untersuchung bekommen. Man sieht hier nicht viel Hoffnung etwas zu finden, da dies unwahrscheinlich sei, wenn es in der Familie bisher keine Pankreas Probleme gab. Aber da ich finde, dass mein ganzes Krankheitsbild auch nicht unbedingt der statistisch wahrscheinlichste Verlauf ist, kann man es ruhig prüfen. Ich soll mich dann hier melden:

https://humangenetik.uk-koeln.de/

Es wurde nochmal konstatiert, dass etwa 15% der Pankreatitis Vorfälle idiopathischer Natur und somit ungeklärt bleiben.
Paladin25
Beiträge: 242
Registriert: 18. März 2023, 15:41

Re: nekrotisierende akute Pankreatitis

Beitrag von Paladin25 »

Ich meine damit, das das ganze System herumspinnt wenn es oben schon einen Fehler hat.
Z.B Gallenblase... ist sie raus oder arbeitet falsch, kannst du das gleiche Problem haben wie bei einer EPI.
Ist deine BSD entzündet, hast du oft im weiter unten liegenden Trakt auch Probleme.
Ich z.B hatte zwar keine Entzündung, in der Anfangsphase meiner EPI im Ultraschall aber verdickte Darmwände, was auf einen entzündlichen Prozess hindeuten kann, aber eben auch auf Probleme mit Divertikeln usw. Tatsächlich hatte ich immer mal wieder auch Blut im Stuhl.
Das ganze ist nach einer Zeit komplett abgeklungen.

Das meinte ich das die Sachen aufeinander aufbauen könnten...

Ich finde die Aussage über sie Elastase interessant... man liest immer öfter das Ärzte in der Praxis garnicht so viel darauf geben, selbst in Pankreaszentren nicht.
Das mit dem Ableiten der Nekrosen ist ein durchaus sinnvoller Denkansatz wenn du mich fragst. Sowas kann ganz sicher auch nach hinten losgehen und dann Probleme verursachen.


Wird schon nicht schlimmes sein, aber diese Ungewissheit ist unheimlich anstrengend.
Oliver_1980
Beiträge: 25
Registriert: 13. Juli 2023, 18:22

Re: nekrotisierende akute Pankreatitis

Beitrag von Oliver_1980 »

Kurzer Zwischenstand. Ich war Donnerstag zum MRT mit MRCP.

Mein Hausarzt hat mir gesagt, er sehe im Bericht des Radiologen eine deutliche Verbesserung, man müsse aber weiter kontrollieren. Eine Verbesserung ist ja kein Wunder - ich lag zuletzt mit 150er CRP und einer akuten schweren Entzündung im MRT.

Habe den Bericht auch an die Gastroenterologen der Uniklinik geschickt.

Hier heißt es:

Befund:
Glatt begrenzte Leber ohne fokale Veränderungen. Steinfreie Gallenblase mit V. a. leichten Sludge. Keine Cholestase. Im Verlauf deutlich volumenreduziertes Pakreas mit teils etwa inhomogen aufgelockerter Struktur und auch teils etwas verzögertem Enhancement im Bereich des Corpus und dann insbesondere auffälligem Weichteilkonglomerat am Pankreasschwanz bis ca. 3,7cm Durchmesser. Hier zeigen sich zentrale Kontrastmittelaussparungen. Geringe Imbibierung in diesem Bereich. Ansonsten reizfreie Darstellung der weiteren Pankreasabschnitte.
Normale Größe der Milz und soweit beurteilbar durchgängige Milzgefäße. Teilweise verlaufen die Milzgefäße aber auch im Verlauf des genannten Befundes am Pankreasschwanz. Unauffällige Nebennieren und Nieren. Kein Harnaufstau. Kein Aszites. In der zusätzlich durchgeführten Sequenz im Bereich des Beckens allenfalls noch residuelle Veränderungen einer wohl stattgehabten Divertikulitis im leich elongierten Sigma. Keine sonstigen auffälligen Darmwandverbreiterungen.

Beurteilung:
Nach ehemals exsudativer Pankreatitis diesbezüglich deutliche Befundbesserung. Das Pakreas zeigt sich im Verlauf deutlich volumengemindert mit allerdings leicht heterogener Binnenstruktur im Bereich des Corpus. Hier zeigen sich teilweise kleine KM-Aussparungen als Zeichen von kleineren zentralen nekrotischen Anteilen. In der MRCP auch fehlende Abgrenzbarkeit des Pankreasganges bei ansonsten unauffälligen intra- und extrahepatischen Gallengängen. Auffällig dann insbesondere noch Weichteilkonglomerat angrenzend an den Pankreasschwanz bis 3,7cm Größe mit zum Teil Kontrastmittelaussparungen zentral, DD verbliebenes entzündliches Konglomerat bei allerding auch fehlender signifikanter Umgebungsreaktion. Bezüglich dieses Befundes weitergehende kernspintomografische Verlaufskontrolle in 3-6 Monaten empfohlen. Innerhalb des Konglomerats verlaufende aber durchgängig imponierende Milzgefäße ohne Zeichen einer Milzvenenthrombose. Die Milz selbst erscheint normal groß. Aktuell kein Aszites. Keine Exsudate. Keine auffällige Lymphadenopathie. Unauffällige Darstellung der Leber ohne fokale Läsionen. Keine Cholestase. Leichter Sludge in der Gallenglase. Unauffällige Abbildung der weiteren Oberbauchorgange.

Bezüglich der wohl kürzlich beschriebenen Divertikulitis allenfalls noch minimale Residuen im Bereich des elongierten Sigmas mit leichter Wandbetonung und multiplen Divertikeln. Keine Abszedierungen. Auch hier keine freue Flüssigkeit.




Ob hier mit volumengemindert gemeint ist dass da Volumen im Vergleich zum MRT in der Entzündungsphase gemindert ist oder ob damit gemeint ist, dass das Volumen durch viel abgestorbenes Gewege gemindert ist?

Können diese Pseudozysten auch zu Krebs führen oder hat das nichts miteinander zu tun?


Am Donnerstag steht dann noch die Koloskopie an - da hoffe ich natürlich auch, dass kein Tumor gefunden wird......
Paladin25
Beiträge: 242
Registriert: 18. März 2023, 15:41

Re: nekrotisierende akute Pankreatitis

Beitrag von Paladin25 »

Pseudozysten bilden sich eigebntlich im Normalfall von alleine zurück. Machen sie Probleme, könnte oder sollte man sie endoskopisch behandeln.
Betalka16
Beiträge: 120
Registriert: 25. Juni 2022, 10:04
Wohnort: Lütjensee bei Hamburg

Re: nekrotisierende akute Pankreatitis

Beitrag von Betalka16 »

@Oliver_1980 Wenn das MRCP / CT in der gleichen Radiologie gemacht wurde wie zuvor, bezieht sich die Volumenminderung vermutlich auf den Stand zuvor. Ich würde das aber unbedingt mit einem Facharzt besprechen, der den Verlauf kennt. Dein Hausarzt ist möglicherweise nicht ganz so tief in der Materie.
Ich finde, das klingt sehr positiv!
Viel Glück weiterhin!
Antworten