Ständig Blähungen nach Whipple OP

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Loretta
Beiträge: 3
Registriert: 27. Februar 2026, 13:06

Ständig Blähungen nach Whipple OP

Beitrag von Loretta »

Ich hatte im Dezember eine Pylorus erhaltende Pankreaskopfresektion.
Diesen Monat dann 2 Chemotherapien Folfirinox.
Seit der 2. Chemo quäle mich unbeschreibliche Blähungen. Mit Sabsimplex und Levax
gehen diese auch raus. Das Problem ist nur, dass ich nirgendwo mehr hingehen kann.
Ich habe noch nie in meinem Leben so fürchterliche Blähungen gehabt, und ich weiß überhaupt nicht, wie man solche Gasmengen produzieren kann.
Es ist wirklich unbeschreiblich. Ich traue mich nicht mehr aus dem Haus.
Ich bin in meinem sozialen Leben völlig eingeschränkt und ich bin auch total verzweifelt
Ich befolge gewissenhaft alle Ratschläge bezüglich kleiner Mahlzeiten, nicht beim Essen trinken und nichts zu essen, was auch noch im entferntesten zu Blähungen führen kann.
Mir wurde außerdem Equizym verordnet und ich bekam die Empfehlung, ABC Joghurt von Söbbeke zu essen.
Leider kommt es zu keinerlei Besserung.
Hat irgendwer auch solche Symptome? Ich wäre so froh, von ähnlichen Erfahrungen zu lesen.
Die Ärzte wissen keinen Rat und ich fühle mich nicht ernst genommen.
Gela
Beiträge: 55
Registriert: 27. März 2025, 18:47
Wohnort: Hamburg

Re: Ständig Blähungen nach Whipple OP

Beitrag von Gela »

Liebe Loretta,
Deine Whipple OP ist ja noch nicht lange her und die Verdauung braucht Zeit um sich einzuspielen.
Leider wird das durch die Chemotherapie, welche die Darmschleimhaut angreift nicht unbedingt erleichtert. Bei Durchfall hilft Loperamid, bei Verstopfung hilft Movicol und bei Blähungen Lefax.

Manchmal entwickelt sich auch unter einer Chemotherapie eine vorübergehende Laktoseintolleranz.
Du könntest z.B. eine FODMAP arme Ernährung versuchen.

Am wichtigsten aber ist, dass Du Deine Kreon Enzyme in ausreichender Menge und in Etappen zu jedem fetthaltigen Essen ( auch Zwischenmalzeiten! ) einnimmst.
Gerade am Anfang schätzt man den Fettgehalt der Lebensmittel oft falsch ein und das führt zu stinkenden Blähungen.
Pro 1 g Nahrungsfett rechnet man mit 2.000 Lipase Einheiten. Das kann individuell aber auch nach oben oder unten abweichen. Muss man ausprobieren.
Hilfreich zur Einschätzung des Fettgehaltes div. Lebensmittel ist die Tabelle von Kreon „Fett for Life".
Manchmal wirken die Kreon Enzyme auch nur, wenn man gleichzeitig jeden Tag einen Magensäureblocker wie Pantoprazol einnimmt.
Wenn auch das nicht hilft, könntest Du noch ausprobieren, ob ein Öffnen der Kreon Kapseln zur Verbesserung Deiner Beschwerden führt.

Liebe Grüße, Gela
Loretta
Beiträge: 3
Registriert: 27. Februar 2026, 13:06

Re: Ständig Blähungen nach Whipple OP

Beitrag von Loretta »

Dankeschön, das Öffnender Kapseln werde ich mal ausprobieren.
Ulli
Beiträge: 164
Registriert: 8. Januar 2024, 16:23

Re: Ständig Blähungen nach Whipple OP

Beitrag von Ulli »

Loretta hat geschrieben: 28. Februar 2026, 08:31 Dankeschön, das Öffnender Kapseln werde ich mal ausprobieren.
Da musst du aber drauf achten, dass du das Granulat dann zusammen mit Joghurt einnimmst. Sonst reizt/ ätzt es dir Mundschleimhaut und Rachen.

Beim Thema Gasbildungen unterscheidet man zwischen Flatulenzen und Blähungen. Flatulenzen gehen ab, Blähungen nicht. Die Blähungen können heftige Schmerzen verursachen. Für mich sind die Blähungen belastender. Es gibt aber auch Menschen die haben dabei kein Schmerzempfinden.

LG Ulli
Loretta
Beiträge: 3
Registriert: 27. Februar 2026, 13:06

Re: Ständig Blähungen nach Whipple OP

Beitrag von Loretta »

Danke für deine Antwort.
Es geht alles ab… das ist das sehr belastende Thema.
Unappetitlich, aber wirklich ganz schlimm .
Kalendula
Beiträge: 2
Registriert: 16. Januar 2026, 11:04

Re: Ständig Blähungen nach Whipple OP

Beitrag von Kalendula »

Liebe Loretta!
Meine Vorgänger haben schon soviel Wertvolles geschrieben.Vielleicht kann ich mit meinen Erfahrungen als Angehöriger noch ergänzen.
Bei Z.n.Whipple-OP mit Komplikationen und folgend totaler Pankreatektomie gab es auch häufig Probleme mit Blähungen.Wir hatten damals vor allem an Nahrungsmittelunverträglichkeiten gedacht(Die Chemo mit Folfirinox lief aber schon) und beobachtet,dass bestimmte Brotsorten die Ursache sein könnten,weil ich damit auch Probleme hatte.Brot lässt sich kohlehydratmäßig gut berechnen und ist uns darum wichtig.Daraufhin hatten wir den Bäcker gewechselt und es wurde etwas besser,evtl.war es also der Herstellungsprozess mit kurzen Gehzeiten oder eine Mehlsorte....Auch Pilze waren eher unverträglich,rohe und gekochte Zwiebeln machten dagegen garnichts aus.Das kann bei jedem anders sein,nur so als Anregung,in welche Richtung man noch suchen könnte.
Jetzt läuft leider wieder eine neue Chemo mit Nalirifox und wir beobachten ganz starke Blähungen in den Tagen danach bis zu 3 Wochen.Dann beruhigt es sich.Da wir die Chemoabstände größer machen müssen,können wir es ganz gut beobachten.Da ist ganz sicher die Darmschleimhaut duch die Chemo betroffen.Lefax hilft vielleicht etwas.Uns wurde auch zu Activiajoghurt geraten oder zu Omnibiotic(da würde ich aber an deiner Stelle den Onkologen fragen,ob das angebracht ist) um die guten Darmbakterien zu fördern.Bei der jetzigen Chemo war leider auch oft Durchfall dabei.Soviel von unseren Erfahrungen.Vielleicht hilft es dir etwas.Ich verstehe dich gut.Viele liebe Grüße!Kalendula
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