Die Neue hat Angst

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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jani
Beiträge: 4
Registriert: 12. März 2010, 11:26

Die Neue hat Angst

Beitrag von jani »

Hallo an alle!!!
Ich habe in den letzten Tagen als Gast eure interessanten und hilfreichen Beiträge gelesen.
Fast alle offenen Fragen wurden hinreichend beantwortet,nur eine nicht,wie meine Prognose aussieht.
Bei mir wurde vor 1 Woche ein 2,6cm x 4 cm grosser Tumor im Pankreaskopf festgestellt.
Ich bin 36 Jahre,verheiratet und habe eine 7 jährige Tochter.Ich habe keinerlei andere Erkrankungen,bin nur adipös.Alle meine anderen Organe sind Tumorfrei und gestreut hat der Tumor auch nicht.Ich habe keine Schmerzen,meine Symptome beschränken sich auf Leistungsabfall und ich habe Gelbsucht,sowie dunkler Urin und den typischen Juckreiz vom Gallensaft.
All diese Angaben sind natürlich ohne Gewähr,da mir bewusst ist,dass man das Ausmass der Erkrankung erst während der Op erkennen kann.
Nun habe ich grosse Angst,dass ich nicht mehr lange zu leben habe.
Gleich nach der Diagnose sagte mir eine Ärztin,dass ich sterben muss.Der Oberarzt aus dem selben Krankenhaus sagte meinen Mann,dass es bei mir nicht sooooo schlecht aussieht.Und an der Uniklinik Hamburg,wo ich am 23.3.2010 operiert werden soll(Whipple). sagten mir,dass während der Op erst entschieden werden kann was gemacht wird.

Ich hätte jetzt doch noch einige Fragen:

1.) Gesetz dem Fall,die Op ist ein Erfolg und es bleibt kein Resttumor,bin ich dann geheilt?
2.) Wenn nicht ab wann kann man dann sagen,dass man geheilt ist?
3.)Gibt es ein Chance,dass es gutartig ist?Und wenn ja wie hoch ist diese Chance?
4.) Bei der Größe meines Tumors und der Symtomatik spricht man dann noch vom Anfangsstadium?
Bitte helft mir,ich werde alles durchstehen,wenn ich meine Tochter nur großwerden sehen kann.
Vielen Dank im voraus.

lG Bianca
Norbert
Beiträge: 412
Registriert: 11. März 2008, 10:55
Wohnort: Raum Erlangen

Re: Die Neue hat Angst

Beitrag von Norbert »

Hallo Bianca,

ein herzliches Willkommen hier im Forum. Deine Angst wird hier wohl jeder nachvollziehen können.
Erwarte bitte keine Prognosen von uns, wir sind alles nur Laien. Selbst die Ärzte können keine endgültige Prognose abgeben. Das stellt sich wirklich erst bei und nach der OP heraus. Für diese wünsche ich dir alles Gute, ganz viel Glück und Kraft.
Vielleicht kannst du dich bis zum Termin doch noch ein klein wenig ablenken oder was Schönes unternehmen.
Kopf hoch es wird bestimmt alles gut.

LG

Norbert
jani
Beiträge: 4
Registriert: 12. März 2010, 11:26

Re: Die Neue hat Angst

Beitrag von jani »

Ja,da hast du wohl Recht.Ich werde versuchen mir alles positive rauszuziehen und abwarten.Danke
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yasmin75
Beiträge: 1020
Registriert: 23. April 2008, 03:36
Wohnort: Heidelberg-Mannheim
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Re: Die Neue hat Angst

Beitrag von yasmin75 »

Hallo Bianca,


ich verstehe dich so gut,zumal deine Geschichte meiner ziemlich ähnelt.
Nach dem mein Tumor gefunden worden war (er war ziemlich groß)und man auch an der Leber etwas gesehen hatte und man von einer metastase ausging,gab man mir fast keinerlei Chancen und du hast auch Recht das manche Ärzte keine guten Antennen haben und dich schon als Tod sehen und dementsprechend auch deren Kommentare.Nach dem etliche Untersuchungengemacht wurden,sagte man mir auch man kann nur etwas sagen nachdem man mich aufgeschnitten hat und man eine bessere Einsicht hat.Nach erfolgreicher Op und dem Ergebnis von der Art des Tumors kann ich nach fast drei Jahren sagen,das es mir gut geht und meine kleine ihre Mama noch voll und ganz hat.

Medizinisch gesehen ist man wenn keine Metastasen vorhandn waren und es das Anfangs Stadium ist,als kurativ Geheilt aber der Prof. in Heidelberg sagte mir auch wenn ein Mensch einmal einen Tumor hatte ist es Prozentual gesehen höher das man wieder einen bekommen könnte.Jeder Mensch ist anders,somit auch ganz andere Krankheitsverläufe.
Hat man bei dir ein Ganzkörperszintigramm gemacht uns somit Metastasen ausgeschlossen?
Was für mich auch eine Positive Nachricht ist,das du keine hast.Ich wünsche die alles gute,auch wenn dir niemand jetzt die Angst nehmen kann,die Op ist ein muss und geniese bis zu dem Termin die Zeit mit deinem Kind,für mich war es das beste was ich machen konnte.



LG
Yasmin
TomRZ
Beiträge: 17
Registriert: 30. September 2009, 00:41
Wohnort: Mölln

Re: Die Neue hat Angst

Beitrag von TomRZ »

Hallo Bianca,
kann Deine Situation gut nachvollziehen, bei mir lief es ähnlich. Meine Kinder waren zum Zeitpunkt der Diagnose 9 und 11. Hatte mir auch ähnliche Bemerkungen von Ärzten anzuhören. Natürlich war ich sehr besorgt, vor allem wegen der Kinder. Komischerweise hatte ich nicht so große Angst, bin wohl einfach davon ausgegangen, dass es irgendwie gut geht. Das ist normal, wie könnte man sich sonst jeden Tag auf die Strasse trauen.

Wie geht Dein Kind damit um? Weiß Deine Tochter Bescheid, jedenfalls in groben Zügen? Das war für mich ein Problem, wie verhalte/äußere ich mich gegenüber den Kindern. Von sich aus haben sie nicht viel gesagt und gefragt (vielleicht weil es Jungs sind?). Man sollte wohl ehrlich ihnen gegenüber sein, natürlich schonend. Mir hat die Broschüre 'Hilfen für Angehörige' aus der blauen Reihe der Deutschen Krebshilfe dabei geholfen.

Im Krankenhaus habe ich mich immer auf die Entlassung gefreut und an Dinge gedacht, die ich tun möchte. Das ging von einer kühlen Apfelschorle bis hin zu Inlineskaten und Motorradfahren. Sich Dinge vornehmen und sich darauf freuen ist wichtig.

Bloß nicht kirre machen lassen von manchen Ärzte-Sprüchen und Artikeln. Eine genaue Prognose im Einzelfall kann niemand stellen, schon gar nicht zu diesem frühen Zeitpunkt. Gerade in einer großen Klinik, wie einer Uni, kommt man während der diversen Untersuchungen und Behandlungen ja mit sehr vielen Menschen in Kontakt. Nach meiner Erfahrung sind die, die solche Sprüche machen, meistens die unerfahreneren, unsicheren, die vielleicht Studien und Statistiken kennen, aber weniger auf den einzelnen Patienten eingehen.

Das Positive sehen. Man hat schon Glück im Unglück, wenn der Tumor operabel ist und nicht gestreut hat. In den meisten Fällen wird Krebs der Bauchspeicheldrüse nämlich zu spät entdeckt.

Natürlich muß man sich mit der Krankheit und den möglichen Konsequenzen auseinander setzen, Vorsorge treffen und Dinge regeln.

Von Zeit zu Zeit, wenn es einem zuviel wird, tut aber auch Abstand ganz gut, wieder zu sich kommen und genießen, wenn es einem gut geht. Eine Zeitlang nicht in die einschlägigen Foren schauen oder googeln.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute, vor allem die Kraft, die OP und die Zeit danach durchzustehen

Tom
jani
Beiträge: 4
Registriert: 12. März 2010, 11:26

Re: Die Neue hat Angst

Beitrag von jani »

Vielen Dank an alle für den netten Zuspruch.Inzwischen gehen mir alle möglichen Horrorvorstellungen durch den Kopf.Versuche mich pausenlos abzulenken.Hier in Forum sind ja einige die grosse Angst vor der Op hatten,aber mir wird bei dem Gedanken richtig übel.Was ich für mich persönlich schlimm finde,dass ich vor der Op nicht weiß was bei mir gemacht werden muss,da die Ärzte erst während der Op entscheiden.
gibt es jemanden der auch in Hamburg-Eppendorf gewhippelt wurde?
Lg an alle
Bianca
cabre
Beiträge: 25
Registriert: 28. Februar 2009, 12:20
Wohnort: hamburg

Re: Die Neue hat Angst

Beitrag von cabre »

liebe bianca,

ich kann deine ängste gut nachvollziehen !!
vor einem jahr stand ich an dem gleichen punkt wie du.
du kannst es hie auch in dem thread " große angst vor bevorstehender op " nachlesen .
auch ich wußte vorher nicht was während der op entschieden wird,je nachdem was der chirug vorfindet.

letztendlich hat man aber keine wahl und muß versuchen vertrauen in sich selbst und den ärzten zu finden!!

mir geht es heute,bis auf kleine einschränkungen gut und ich gehe wieder arbeiten.

ich wurde von prof. groß im ak barmbek in hamburg operiert und bin sehr froh darüber,denn es hat exellente arbeit geleistet.leider ist er seit diesem jahr in rente :roll:

vom uke eppendorf hab ich aber auch schon einiges gutes gehört.
vielleicht meldet sich ja noch jemand dazu.

zur betreuung nach dem krankenhaus,kann ich dir prof. klapdor in hamburg,rothenbaumchausee 5, sehr empfehlen.

lieben gruß carola
lailadk
Beiträge: 48
Registriert: 24. Mai 2008, 14:32
Wohnort: Hamburg

Re: Die Neue hat Angst

Beitrag von lailadk »

Hej
ich wurde in UKE operiert in 2008. Ich hatte auch riesenangst, Es ist alles gut gegangen. Die Schwestern waren sehr im Stress aber trotzdem nett
Um dich ein bisschen zu beruhigen ist es wichtig nette sachen zu machen, ablenkung zu suchen.
Lieben Gruss von Laila
jani
Beiträge: 4
Registriert: 12. März 2010, 11:26

Re: Die Neue hat Angst

Beitrag von jani »

Habe gestern einen Anruf vom UKE bekommen.Meine Op wurde vorverlegt,so das ich mich gleich auf den Weg nach Hamburg mache.Am Freitag morgen werde ich dann operiert.Vielleicht ein gutes Omen.
Lg an alle die mir Mut gemacht haben das ist für mich von unschätzbaren Wert.Mit Glück bin ich Ostern zuhause und kann hoffentlich schönes Wetter geniessen
Bianca
lailadk
Beiträge: 48
Registriert: 24. Mai 2008, 14:32
Wohnort: Hamburg

Re: Die Neue hat Angst

Beitrag von lailadk »

hej
Falls du dies noch liesst, alltes alles gute wuensche ich dir .
toi toi toi
:daumenh: Laila.
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