Ich bin Ratsuchender für eine erkrankte Freundin in den Niederlanden.
Ich muss dazu etwas ausholen: Unsere Freundin lebt wie gesagt in Holland. Nachdem die Diagnose gestellt war wurde ihr eröffnet, dass eine Operation leider nicht mehr in Frage käme. Man könne nichts mehr machen, Streuungen in Leber und Lunge. Für eine "zweite Meinung" holten wir sie nun nach Freiburg zu uns, da wir von dem Pankreaskarzinom-Zentrum hier wussten. Hier wurde sie untersucht und beraten, natürlich wurde ihr auch eine Therapie angeboten. Unterschiedliche Maßnahmen wurden besprochen.
Als sie wieder zurück in den Niederlanden war nam sie umgehend Kontakt mit dem behandelnden Arzt auf: In den Niederlanden wird die Durchführung einer Therapie jedoch abgelehnt!
Verständlicherweise ist unsere Freundin nun sehr niedergeschlagen. Es fehlt ihr auch die Kraft, sich mit Ärzten und Versicherungen auseinender zusetzen - sie braucht kompetente Unterstützung mit Sachkenntnis. Es ist offensichlich so, dass sie sich schriftlich bestätigen lassen muss, dass der niederländische Arzt die Therapie des deutschen Arztes ablehnt und auch keine andere vorschlägt. Dann kann sie mit dieser schriftlichen Bestätigung bei der niederländischen Krankenkasse eine Kostenübernahme für die Behandlung in Deutschland erwirken. Ob dies auch die Kosten für die Unterbringung einschließt wissen wir nicht.
Kennt sich jemand mit diesen Dingen aus? Ich müsste das am Besten von Deuschland aus Regeln können. Gibt es Ansprechpartner hier?
Viele Grüße aus Freiburg
Patientin in den Niederlanden
- Reinhard
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Re: Patientin in den Niederlanden
Hallo und guten Morgen,
habe gerade mit einem Mitarbeiter einer gesetzlichen Krankenkasse (früherer Arbeitgeber von mir) hier in Deutschland gesprochen. Die Kosten werden nur während des Aufenthalts (Besuch) und bei akuten Erkrankungen übernommen.
Als einzige Möglichkeit sehe ich eine vorübergehende Verlegung des Wohnsitzes nach Deutschland. Ih könnt sie ja unter Eurer Anschrift anmelden. Dann könnte es klappen. Nur die Frage ist, ob die Krankheit in dem Stadium noch wesentlich behandelt werden kann. Eventuell schafft man ihr für einige Monate mehr eine bessere Lebensqualität. Sicher bin ich mir dabei jedoch auch nicht. Jedesmal graust es mich so was schreiben zu müssen. Aber es ist bei dieser tückischen Krankheit der Verlauf.
Liebe Grüße
Reinhard
habe gerade mit einem Mitarbeiter einer gesetzlichen Krankenkasse (früherer Arbeitgeber von mir) hier in Deutschland gesprochen. Die Kosten werden nur während des Aufenthalts (Besuch) und bei akuten Erkrankungen übernommen.
Als einzige Möglichkeit sehe ich eine vorübergehende Verlegung des Wohnsitzes nach Deutschland. Ih könnt sie ja unter Eurer Anschrift anmelden. Dann könnte es klappen. Nur die Frage ist, ob die Krankheit in dem Stadium noch wesentlich behandelt werden kann. Eventuell schafft man ihr für einige Monate mehr eine bessere Lebensqualität. Sicher bin ich mir dabei jedoch auch nicht. Jedesmal graust es mich so was schreiben zu müssen. Aber es ist bei dieser tückischen Krankheit der Verlauf.
Liebe Grüße
Reinhard
- Lutz Otto
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Re: Patientin in den Niederlanden
Hallo,
wie Reinhard nun schon geschrieben hat ist diese Situation sicherlich nicht einfach.
Ich habe nun einmal die Familie Google benutzt und dort eine ähnliche Situation entdeckt.
Dort werden diesbezüglich zwei Kliniken in Holland empfohlen:
....... VU Krankenhaus Amsterdam (Prof. Pinedo leiter oncologie) und AMC und Antonie van Leeuwenhoek Krankenhaus (alle Amsterdam)
Vielleicht ist das eine Alternative.
LG Lutz
wie Reinhard nun schon geschrieben hat ist diese Situation sicherlich nicht einfach.
Ich habe nun einmal die Familie Google benutzt und dort eine ähnliche Situation entdeckt.
Dort werden diesbezüglich zwei Kliniken in Holland empfohlen:
....... VU Krankenhaus Amsterdam (Prof. Pinedo leiter oncologie) und AMC und Antonie van Leeuwenhoek Krankenhaus (alle Amsterdam)
Vielleicht ist das eine Alternative.
LG Lutz
Ein herzlichen Gruß aus Magdeburg
Lutz Otto
AdP e. V. - Vorstrandsvorsitzender
Lutz Otto
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-
Corinna B.
- Beiträge: 732
- Registriert: 18. August 2008, 18:13
- Wohnort: 25704 Meldorf
Re: Patientin in den Niederlanden
Hallo. Grundsätzlich haben die Holländer eine andere Krankenversicherung wie wir. Sie haben einen Basistarif den alle abschließen müssen, mit einem Jahresbeitrag von um die 600 Euro, darin sind die notwenigen Basisleistungen wie Untersuchungen, Medikamente, ein bisschen Heilfürsorge und notwendige Krankenhausleistungen enthalten. Wobei "notwendig" offensichtlich eine andere Bedeutung hat wie bei uns, was man ja bei dem Jahresbeitrag verstehen kann
( das ist bei uns locker der monatliche Beitrag von Arbeitnehmer und Arbeitgeber).
Alles zusätzliche wird privat dazu versichert. ( wie bei der Rente in Holland).
Die holländischen Krankenkassen haben ein Abkommen mit der AOK, was aber nicht heißt das der Holländische Bürger automatisch Mitglied der AOK ist, wenn er in Deutschland ist.
Ein Um melden nach Deutschland wird nicht viel bringen, gesetzliche Krankenkassen nehmen nicht arbeitende Bürger nur noch bis Mitte 50 an, danach ist offensichtlich "Privatversicherung" angesagt oder einen Job annehmen, der mit Krankenversicherung gekoppelt ist möglich.
Auch eine freiwillige Versicherung wird schwierig, mal ganz abzusehen von der Risikoprüfung .
Zitat: "... Personen die nach Vollendung des 55. Lebensjahres versicherungspflichtig werden, versicherungsfrei sind, wenn sie in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert waren"
Was heißt: Zitat " Der Ausschluss von der Versicherungspflicht wegen der Altersgrenze von 55 Jahren gilt nicht für Bezieher von Arbeitslosengeld II und Versicherungspflichtige nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V.
Und die Frage ist natürlich bei so einem Gesundheitszustand ob man sich dieser Schwierigkeiten und Therapien aussetzen muss, statt zu versuchen die zu verbleibende Zeit so schön wie möglich zu gestalten. Ich kann mir die Frage auch nicht schlüssig beantworten ob ich für eine kurze Lebenszeitverlängerung all diese Mühen auf mich nehmen würde. Auf der anderen Seite haben wir hier einige Mitglieder, die schon lange Tot gesagt sind und sich ihres Lebens erfreuen. Die Hoffnung stirbt zu letzt, sagt man.
( das ist bei uns locker der monatliche Beitrag von Arbeitnehmer und Arbeitgeber).
Alles zusätzliche wird privat dazu versichert. ( wie bei der Rente in Holland).
Die holländischen Krankenkassen haben ein Abkommen mit der AOK, was aber nicht heißt das der Holländische Bürger automatisch Mitglied der AOK ist, wenn er in Deutschland ist.
Ein Um melden nach Deutschland wird nicht viel bringen, gesetzliche Krankenkassen nehmen nicht arbeitende Bürger nur noch bis Mitte 50 an, danach ist offensichtlich "Privatversicherung" angesagt oder einen Job annehmen, der mit Krankenversicherung gekoppelt ist möglich.
Auch eine freiwillige Versicherung wird schwierig, mal ganz abzusehen von der Risikoprüfung .
Zitat: "... Personen die nach Vollendung des 55. Lebensjahres versicherungspflichtig werden, versicherungsfrei sind, wenn sie in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert waren"
Was heißt: Zitat " Der Ausschluss von der Versicherungspflicht wegen der Altersgrenze von 55 Jahren gilt nicht für Bezieher von Arbeitslosengeld II und Versicherungspflichtige nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V.
Und die Frage ist natürlich bei so einem Gesundheitszustand ob man sich dieser Schwierigkeiten und Therapien aussetzen muss, statt zu versuchen die zu verbleibende Zeit so schön wie möglich zu gestalten. Ich kann mir die Frage auch nicht schlüssig beantworten ob ich für eine kurze Lebenszeitverlängerung all diese Mühen auf mich nehmen würde. Auf der anderen Seite haben wir hier einige Mitglieder, die schon lange Tot gesagt sind und sich ihres Lebens erfreuen. Die Hoffnung stirbt zu letzt, sagt man.
Mit lieben Gruß
Corinna B.
Wenn dies unser letzter Tag auf Erden wäre, würden wir ihn dann nicht lieber mit Liebe statt mit Verurteilungen verbringen?
Corinna B.
Wenn dies unser letzter Tag auf Erden wäre, würden wir ihn dann nicht lieber mit Liebe statt mit Verurteilungen verbringen?
- Reinhard
- Beiträge: 656
- Registriert: 1. Mai 2008, 09:32
- Wohnort: Bückeburg
Re: Patientin in den Niederlanden
Beim letzteren bin ich auch Corinnas Meinung.Corinna B. hat geschrieben:
Und die Frage ist natürlich bei so einem Gesundheitszustand ob man sich dieser Schwierigkeiten und Therapien aussetzen muss, statt zu versuchen die zu verbleibende Zeit so schön wie möglich zu gestalten. Ich kann mir die Frage auch nicht schlüssig beantworten ob ich für eine kurze Lebenszeitverlängerung all diese Mühen auf mich nehmen würde. Auf der anderen Seite haben wir hier einige Mitglieder, die schon lange Tot gesagt sind und sich ihres Lebens erfreuen. Die Hoffnung stirbt zu letzt, sagt man.
Auch in den anderen Dingen mag sie recht haben, es sei denn es trete eine Versicherungspflicht ein. Ob überhaupt, mit welcher Altersbeschränkung es noch Möglichkeiten (Schlupflöcher) gibt, versuche ich Montag zu ergründen.
Lieben Gruß
Reinhard
Reinhard
-
Corinna B.
- Beiträge: 732
- Registriert: 18. August 2008, 18:13
- Wohnort: 25704 Meldorf
Re: Patientin in den Niederlanden
Das mit der Altersgrenze ist mir auch nur dadurch bekannt, weil eine Bekannte von mir - Selbständig, Privat versichert- aufgrund der Geschäftsaufgabe in die gesetzliche Krankenversicherung - freiwillig-wechseln wollte, was ihr mit der Altersbegründung ( sie war da 60 Jahre) abgelehnt wurde. Sie bekam dann einen Job oberhalb der Versicherungsgrenze- und wurde mit der gleichen Begründung nicht als freiwillig Versicherte aufgenommen. Sprich sie ist weiterhin privat versichert.
Meine obigen Angaben habe ich aus den Unterlagen des Rentenversicherers.
Es wäre toll wenn Reinhard zu einem anderen Ergebnis kommen würde, weil das ja sicherlich auch einige Mitglieder hier längerfristig betreffen könnte. Und es ist gut was man im Vorfeld weiß was man alles bedenken kann und muss.
Vielleicht gibt es eine Möglichkeit über die Familienversicherung, denn ich kann ja als gesetzlich Versicherte unter bestimmten Umständen Angehörige mitversichern. Ich kann mich entsinnen, das wir Patienten aus anderen Ländern hatten, die Angehörige in Deutschland hatten und bei denen Familien versichert waren und so zB. operiert werden konnten. Ich weiß aber nicht ob das noch so ist. Also da ist Reinhard wirklich gefragt!
Meine obigen Angaben habe ich aus den Unterlagen des Rentenversicherers.
Es wäre toll wenn Reinhard zu einem anderen Ergebnis kommen würde, weil das ja sicherlich auch einige Mitglieder hier längerfristig betreffen könnte. Und es ist gut was man im Vorfeld weiß was man alles bedenken kann und muss.
Vielleicht gibt es eine Möglichkeit über die Familienversicherung, denn ich kann ja als gesetzlich Versicherte unter bestimmten Umständen Angehörige mitversichern. Ich kann mich entsinnen, das wir Patienten aus anderen Ländern hatten, die Angehörige in Deutschland hatten und bei denen Familien versichert waren und so zB. operiert werden konnten. Ich weiß aber nicht ob das noch so ist. Also da ist Reinhard wirklich gefragt!
Mit lieben Gruß
Corinna B.
Wenn dies unser letzter Tag auf Erden wäre, würden wir ihn dann nicht lieber mit Liebe statt mit Verurteilungen verbringen?
Corinna B.
Wenn dies unser letzter Tag auf Erden wäre, würden wir ihn dann nicht lieber mit Liebe statt mit Verurteilungen verbringen?
- Reinhard
- Beiträge: 656
- Registriert: 1. Mai 2008, 09:32
- Wohnort: Bückeburg
Re: Patientin in den Niederlanden
Guten Abend,
ich habe mich nochmals mit dem Sachbearbeiter in Verbindung gesetzt. Folgende Auskunft habe ich bekommen:
"Es leben viele Holländer als Rentner bei uns. Die können sich dann eine Kasse aussuchen und von der die Kostenübernahme der Behandlung einholen." Ich nehme an dass das durch die zwischenstaatlichen Abkommen geregelt wird. Aber bitte das ist keine verbindliche Rechtsauskunft und wirklich ohne Gewähr.
Hoffentlich konnte ich helfen.
ich habe mich nochmals mit dem Sachbearbeiter in Verbindung gesetzt. Folgende Auskunft habe ich bekommen:
"Es leben viele Holländer als Rentner bei uns. Die können sich dann eine Kasse aussuchen und von der die Kostenübernahme der Behandlung einholen." Ich nehme an dass das durch die zwischenstaatlichen Abkommen geregelt wird. Aber bitte das ist keine verbindliche Rechtsauskunft und wirklich ohne Gewähr.
Hoffentlich konnte ich helfen.
Lieben Gruß
Reinhard
Reinhard
-
Micha_VDV
- Beiträge: 2
- Registriert: 25. Juni 2010, 08:41
Re: Patientin in den Niederlanden
Vielen, vielen Dank für die guten Hinweise und Tipps!
Liebe Corinna und Reinhard, so werden wir's machen: Ich gehe jetzt zuerst mal zu meiner eigenen Krankenkasse und lasse mich einmal beraten. Vielleicht lässt sich da was machen.
Es ist unglaublich schwierig von hier aus etwas in den Niederlanden zu Regeln. Am Telefon haben wir natürlich auch sprachliche Defizite. Am besten gehts noch per Mail und dann in Englisch. Aber immer kommen medizinische oder versicherungstechnische Fachbegriffe vor. Ich halte euch auf dem Laufenden.
Viele Grüße
Michael R.
Liebe Corinna und Reinhard, so werden wir's machen: Ich gehe jetzt zuerst mal zu meiner eigenen Krankenkasse und lasse mich einmal beraten. Vielleicht lässt sich da was machen.
Es ist unglaublich schwierig von hier aus etwas in den Niederlanden zu Regeln. Am Telefon haben wir natürlich auch sprachliche Defizite. Am besten gehts noch per Mail und dann in Englisch. Aber immer kommen medizinische oder versicherungstechnische Fachbegriffe vor. Ich halte euch auf dem Laufenden.
Viele Grüße
Michael R.