Rezidiviernde Fieberschübe nach Whipple Op
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AnChLi
- Beiträge: 2
- Registriert: 29. Mai 2025, 00:07
Rezidiviernde Fieberschübe nach Whipple Op
Hallo liebe Betroffene,
mein Vater hatte Ende Januar eine Whipple Operation, die auch gut verlaufen ist. Es wurde der Pancreaskopf entfernt, da dort ein Karzinom nachgewiesen wurde. Er hat 20kg abgenommen und wiegt mit 1,80m noch 59 kg. Deshalb bekommt er auch noch zusätzlich Astronautenkost.
Nun leidet mein Vater immer wieder an Fieberschüben mit Schüttelfrost. Das erste Mal trat das Fieber in der Reha 4 Wochen nach der Op auf. Mittlerweile kommen die Fieberschübe ( 38,5-39,5 Grad) denen immer Schüttelfrost und teilweise auch Magenschmerzen vorausgehen im 8-9 Tage Rhythmus. Heute kam sogar ein Fieberschub, obwohl er erst gestern hohes Fieber hatte. Das Kuriose an dieser Sache ist, dass das Fieber immer am Abend kommt und am nächsten Morgen wieder weg ist. Natürlich ist mein Vater dann geschwächt, aber ansonsten geht es ihm gut. Er wurde auch schon vor ein paar Wochen stationär in der Klinik aufgenommen, um CT‘s , MRT‘s zu machen, das Herz und die Galle zu untersuchen, aber laut den Ärzten ist alles okay. Kaum war er wieder zuhause, kam es erneut zu einem Fieberschub. Ich bin allmählich etwas beunruhigt, da sich die Abstände der Fieberschübe immer mehr verkürzen und das Fieber eher steigt. Habt ihr eine Idee? Kann das auch mit Überlastung zusammenhängen? Mein Vater ist schon über 80 und geht noch zum Einkaufen, obwohl es ihn anstrengt, 3 Minuten zu stehen. Aber er lässt da nicht mit sich reden und will meine Mutter versorgen, die auf Hilfe angewiesen ist. Ich habe schon einen ambulanten Pflegedienst, der auch Einkäufe übernimmt organisiert, aber mein Vater will nicht akzeptieren, dass es nicht mehr wie vor der OP ist. Kann
mein Vater hatte Ende Januar eine Whipple Operation, die auch gut verlaufen ist. Es wurde der Pancreaskopf entfernt, da dort ein Karzinom nachgewiesen wurde. Er hat 20kg abgenommen und wiegt mit 1,80m noch 59 kg. Deshalb bekommt er auch noch zusätzlich Astronautenkost.
Nun leidet mein Vater immer wieder an Fieberschüben mit Schüttelfrost. Das erste Mal trat das Fieber in der Reha 4 Wochen nach der Op auf. Mittlerweile kommen die Fieberschübe ( 38,5-39,5 Grad) denen immer Schüttelfrost und teilweise auch Magenschmerzen vorausgehen im 8-9 Tage Rhythmus. Heute kam sogar ein Fieberschub, obwohl er erst gestern hohes Fieber hatte. Das Kuriose an dieser Sache ist, dass das Fieber immer am Abend kommt und am nächsten Morgen wieder weg ist. Natürlich ist mein Vater dann geschwächt, aber ansonsten geht es ihm gut. Er wurde auch schon vor ein paar Wochen stationär in der Klinik aufgenommen, um CT‘s , MRT‘s zu machen, das Herz und die Galle zu untersuchen, aber laut den Ärzten ist alles okay. Kaum war er wieder zuhause, kam es erneut zu einem Fieberschub. Ich bin allmählich etwas beunruhigt, da sich die Abstände der Fieberschübe immer mehr verkürzen und das Fieber eher steigt. Habt ihr eine Idee? Kann das auch mit Überlastung zusammenhängen? Mein Vater ist schon über 80 und geht noch zum Einkaufen, obwohl es ihn anstrengt, 3 Minuten zu stehen. Aber er lässt da nicht mit sich reden und will meine Mutter versorgen, die auf Hilfe angewiesen ist. Ich habe schon einen ambulanten Pflegedienst, der auch Einkäufe übernimmt organisiert, aber mein Vater will nicht akzeptieren, dass es nicht mehr wie vor der OP ist. Kann
- Dirk Hamacher
- Beiträge: 7
- Registriert: 26. Mai 2025, 14:57
Re: Rezidiviernde Fieberschübe nach Whipple Op
Hallo Kann,
ich habe mich in den letzten drei Jahren ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt auch zur Vorbereitung auf meine Zukunft. Ich habe folgendes dazu zu sagen:
Ihr berichtet, dass der Vater weiterhin Aufgaben übernimmt wie Einkaufen, obwohl er körperlich stark eingeschränkt ist und nur kurze Zeit stehen kann. Dies könnte ein Belastungsfaktor sein, scheint aber nicht die alleinige Ursache zu sein.
Was bekommt der im Krankenhaus was er zu Hause nicht bekommt? Weil, wenn er aus dem Krankenhaus entlassen wird und zu Hause sofort wieder Fieber bekommt, liegt es nicht am Krankenhaus. Infusion vielleicht? Gibt es einen Stoff in der Umgebung: Farbe, Gase, oder isst er heimlich Schokolade, sind die Medikamente richtig dosiert, etc.
Sie müssen tiefer nachforschen, beobachten sie ihren Vater über mehrere Tage lang (nicht heimlich), notieren Sie alles, führen sie Tagebuch, schließen Sie auch unwahrscheinliches nicht aus!
Mögliche Ursachen für die wiederkehrenden Fieberschübe könnten auch sein:
ein versteckter intraabdomineller Infekt (z. B. Mikroabszess),
eine chronische Entzündung im Bereich der Gallenwege (Cholangitis),
eine intermittierende bakterielle Endokarditis,
eine Störung im Bereich der chirurgischen Nähte oder Anastomosen,
ein Tumorfieber im Rahmen eines möglichen Rückfalls (Rezidiv),
oder eine bislang nicht erkannte Infektion, eventuell durch geschwächte Immunlage nach der Operation.
Wichtige Hinweise für Betroffene oder Angehörige mit ähnlichen Erfahrungen:
Blutkulturen sollten während der Fieberphase abgenommen werden, möglichst vor Gabe von fiebersenkenden Medikamenten.
Zusätzlich sollte das Blutbild (insbesondere CRP, Leukozyten, Prokalzitonin) regelmäßig kontrolliert werden.
Bildgebung wie PET-CT oder MRCP kann helfen, Infekte oder Tumorreste sichtbar zu machen.
Auch eine Herzuntersuchung (Echokardiografie) zum Ausschluss einer Herzklappenentzündung ist sinnvoll.
Ein infektiologisches Konsil kann helfen, seltene Infekte zu identifizieren.
Wichtig ist auch, dass Patienten nach so einer großen Operation lernen, Belastung zu reduzieren und Hilfe anzunehmen. Überforderung kann den Allgemeinzustand verschlechtern, ist aber vermutlich nicht die Hauptursache der Fieberschübe.
Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder medizinische Hinweise geben kann, sollte sich äußern, gerade seltene Verläufe könnten anderen Betroffenen helfen.
Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen und Ihnen Ideen für die fortgeschrittene Suche geben. Alles gute! Dirk
ich habe mich in den letzten drei Jahren ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt auch zur Vorbereitung auf meine Zukunft. Ich habe folgendes dazu zu sagen:
Ihr berichtet, dass der Vater weiterhin Aufgaben übernimmt wie Einkaufen, obwohl er körperlich stark eingeschränkt ist und nur kurze Zeit stehen kann. Dies könnte ein Belastungsfaktor sein, scheint aber nicht die alleinige Ursache zu sein.
Was bekommt der im Krankenhaus was er zu Hause nicht bekommt? Weil, wenn er aus dem Krankenhaus entlassen wird und zu Hause sofort wieder Fieber bekommt, liegt es nicht am Krankenhaus. Infusion vielleicht? Gibt es einen Stoff in der Umgebung: Farbe, Gase, oder isst er heimlich Schokolade, sind die Medikamente richtig dosiert, etc.
Sie müssen tiefer nachforschen, beobachten sie ihren Vater über mehrere Tage lang (nicht heimlich), notieren Sie alles, führen sie Tagebuch, schließen Sie auch unwahrscheinliches nicht aus!
Mögliche Ursachen für die wiederkehrenden Fieberschübe könnten auch sein:
ein versteckter intraabdomineller Infekt (z. B. Mikroabszess),
eine chronische Entzündung im Bereich der Gallenwege (Cholangitis),
eine intermittierende bakterielle Endokarditis,
eine Störung im Bereich der chirurgischen Nähte oder Anastomosen,
ein Tumorfieber im Rahmen eines möglichen Rückfalls (Rezidiv),
oder eine bislang nicht erkannte Infektion, eventuell durch geschwächte Immunlage nach der Operation.
Wichtige Hinweise für Betroffene oder Angehörige mit ähnlichen Erfahrungen:
Blutkulturen sollten während der Fieberphase abgenommen werden, möglichst vor Gabe von fiebersenkenden Medikamenten.
Zusätzlich sollte das Blutbild (insbesondere CRP, Leukozyten, Prokalzitonin) regelmäßig kontrolliert werden.
Bildgebung wie PET-CT oder MRCP kann helfen, Infekte oder Tumorreste sichtbar zu machen.
Auch eine Herzuntersuchung (Echokardiografie) zum Ausschluss einer Herzklappenentzündung ist sinnvoll.
Ein infektiologisches Konsil kann helfen, seltene Infekte zu identifizieren.
Wichtig ist auch, dass Patienten nach so einer großen Operation lernen, Belastung zu reduzieren und Hilfe anzunehmen. Überforderung kann den Allgemeinzustand verschlechtern, ist aber vermutlich nicht die Hauptursache der Fieberschübe.
Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder medizinische Hinweise geben kann, sollte sich äußern, gerade seltene Verläufe könnten anderen Betroffenen helfen.
Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen und Ihnen Ideen für die fortgeschrittene Suche geben. Alles gute! Dirk
Liebe Grüße
Dirk Hamacher
57 Jahre alt, Düsseldorf
Diagnosen: CIDP – Chronische Pankreatitis – Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)
Kontakt: dirk.hamacher1968@gmail.com
Dirk Hamacher
57 Jahre alt, Düsseldorf
Diagnosen: CIDP – Chronische Pankreatitis – Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)
Kontakt: dirk.hamacher1968@gmail.com
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Katjaklein
- Beiträge: 43
- Registriert: 11. April 2025, 20:20
Re: Rezidiviernde Fieberschübe nach Whipple Op
Fast so ähnlich, ist es bei meinem Vati. Aber tausende Untersuchungen später und im KH ist natürlich immer alles tipi topi.
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AnChLi
- Beiträge: 2
- Registriert: 29. Mai 2025, 00:07
Re: Rezidiviernde Fieberschübe nach Whipple Op
Hallo, mein Vater wurde mittlerweile nochmals operiert. Der Chirurg der die erste Whipple Op durchgeführt hat, meinte, dass das Fieber von einer Cholangitis ausgelöst wird. Obwohl mein Vater in einem nicht wirklich guten Zustand war, wurde sein Bauch erneut aufgeschnitten und die Whipple Op quasi wiederholt bzw. eine „ Umgehung“ gelegt. Wir alle hofften, dass es nun aufwärts gehen würde. Drei Wochen nach dem Klinikaufenthalt gingen die Fieberschübe jedoch wieder von vorne los. Mein Vater hat sehr wenig Appetit und ist durchgängig total erschöpft. Im Rhythmus von etwa drei Wochen bekommt er so hohes Fieber, dass er wieder Antibiotikum benötigt. Danach geht es für eine Woche besser, dann kommt erst wieder leichtes Fieber und zunehmende Schwäche und letzt endlich erneut hohes Fieber. Ein ewiger Kreislauf. Die Ärzte meinten, man könne noch eine Drainage in die Leber legen, um Keime in der Galle zu unterbinden. Der Vorteil: Es ist wohl eine relativ kleine Operation, die auch reversibel ist, wenn diese Therapie nicht helfen sollte. Der Nachteil: Die Drainage muss 3 mal täglich gespült werden, was für einen 83- jährigen Mann nicht so einfach ist. Jetzt will sich mein Vater in Heidelberg eine Zweitmeinung einholen, was ich sehr befürworte. Allerdings frage ich mich, wie er das bei seinem schlechten Allgemeinzustand schaffen soll. In den bis jetzt erfolgten CT‘s wurden zum Glück kein Tumorrezidiv oder Metastasen diagnostiziert. Ich denke, die Schwäche und das Fieber hängen mit der Whipple Op zusammen. Allmählich verzweifeln meine Eltern und ich, dass keiner der behandelnden Ärzte bis jetzt die Ursache gefunden hat. Hat zufällig von euch jemand einen ähnlichen Verlauf? Vielen Dank im Voraus.
- Dirk Hamacher
- Beiträge: 7
- Registriert: 26. Mai 2025, 14:57
Re: Rezidiviernde Fieberschübe nach Whipple Op
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Rahmen der geschilderten Fallverläufe nach Whipple-Operation mit rezidivierenden Fieberschüben ergibt sich aus medizinischer und organisatorischer Sicht ein komplexes Bild, das einer strukturierten und interdisziplinären Abklärung bedarf.
Medizinisch ist zunächst festzuhalten, dass wiederkehrende Fieberschübe nach einer Pankreaskopfresektion keineswegs selten sind, jedoch immer als potenziell behandlungsbedürftig einzustufen sind. Die im Forum genannten Verdachtsdiagnosen sind grundsätzlich plausibel und entsprechen dem aktuellen medizinischen Kenntnisstand. Insbesondere sind folgende Ursachen differenzialdiagnostisch zu berücksichtigen:
- Rezidivierende Cholangitis, insbesondere bei veränderten biliären Abflussverhältnissen oder Anastomosenproblemen
- Intraabdominelle Infektionen (z. B. Mikroabszesse), die bildgebend nicht immer sofort nachweisbar sind
- Anastomoseninsuffizienzen oder funktionelle Störungen im Bereich der biliodigestiven Anastomose
- Bakteriämien unklarer Genese, ggf. auch im Rahmen einer Endokarditis
- Tumorassoziiertes Fieber, auch bei initial unauffälliger Bildgebung
Die beschriebenen zyklischen Verläufe mit vorübergehender Besserung unter Antibiotikatherapie sprechen mit hoher Wahrscheinlichkeit für ein persistierendes infektiologisches Geschehen mit intermittierender Keimfreisetzung.
Aus medizinischer Sicht ist daher dringend zu empfehlen:
1. Blutkulturen während der Fieberphasen, möglichst vor Beginn einer Antibiotikatherapie
2. Erweiterte Labordiagnostik (CRP, Prokalzitonin, Leukozyten) in Verlaufsserien
3. Spezifische Bildgebung (MRCP, ggf. PET-CT) zur Detektion okkulter Entzündungsherde
4. Kardiologische Abklärung mittels Echokardiografie zum Ausschluss einer Endokarditis
5. Vorstellung bei einem Infektiologen zur gezielten Ursachenfahndung und Therapieoptimierung
Die diskutierte Anlage einer biliären Drainage ist medizinisch ein etablierter Ansatz zur Entlastung des Gallensystems und zur Reduktion bakterieller Besiedlung. Allerdings ist der damit verbundene Pflegeaufwand, insbesondere bei hochbetagten und geschwächten Patienten, realistisch zu bewerten. Hier sollte zwingend geprüft werden, ob eine ambulante pflegerische Unterstützung sichergestellt werden kann.
Rechtlich ist hervorzuheben, dass bei anhaltender Symptomatik trotz mehrfacher stationärer Behandlungen ein Anspruch auf eine qualifizierte Zweitmeinung besteht. Dies gilt insbesondere vor weiteren invasiven Maßnahmen. Die Vorstellung in einem spezialisierten Zentrum ist daher ausdrücklich zu befürworten. Auch bei eingeschränktem Allgemeinzustand kann ein Transport medizinisch organisiert werden (z. B. Krankentransport), sofern eine ärztliche Verordnung vorliegt.
Darüber hinaus ergibt sich aus dem Patientenrechtegesetz die Verpflichtung der behandelnden Ärzte, eine leitliniengerechte Diagnostik und Therapie sicherzustellen. Bei unklaren oder persistierenden Verläufen gehört hierzu auch die Einbindung weiterer Fachdisziplinen sowie gegebenenfalls die Überweisung an ein spezialisiertes Zentrum.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geschilderten Verläufe ernst zu nehmen sind und eine konsequente weiterführende Diagnostik erforderlich machen. Eine rein symptomatische Behandlung mit wiederholten Antibiotikagaben ohne Klärung der Ursache ist langfristig nicht ausreichend.
Achtet darauf, dass ihr nicht in einem Krankenhaus seid, bei dem alles gemacht wird, was Geld bringt, aber unnötig ist. Bestehen sie bei so einem schweren Krankheitsbild immer darauf, mit einem Oberarzt zu sprechen.
Zweitmeinung ist der einzige nächste Schritt, ich selber bin in Düsseldorf bei Professor Lüdde (Leber, Bauchspeicheldrüse, Gastroenterologie)
Gute Besserung, viel Erfolg!
Mit freundlichen Grüßen
Dirk Hamacher
im Rahmen der geschilderten Fallverläufe nach Whipple-Operation mit rezidivierenden Fieberschüben ergibt sich aus medizinischer und organisatorischer Sicht ein komplexes Bild, das einer strukturierten und interdisziplinären Abklärung bedarf.
Medizinisch ist zunächst festzuhalten, dass wiederkehrende Fieberschübe nach einer Pankreaskopfresektion keineswegs selten sind, jedoch immer als potenziell behandlungsbedürftig einzustufen sind. Die im Forum genannten Verdachtsdiagnosen sind grundsätzlich plausibel und entsprechen dem aktuellen medizinischen Kenntnisstand. Insbesondere sind folgende Ursachen differenzialdiagnostisch zu berücksichtigen:
- Rezidivierende Cholangitis, insbesondere bei veränderten biliären Abflussverhältnissen oder Anastomosenproblemen
- Intraabdominelle Infektionen (z. B. Mikroabszesse), die bildgebend nicht immer sofort nachweisbar sind
- Anastomoseninsuffizienzen oder funktionelle Störungen im Bereich der biliodigestiven Anastomose
- Bakteriämien unklarer Genese, ggf. auch im Rahmen einer Endokarditis
- Tumorassoziiertes Fieber, auch bei initial unauffälliger Bildgebung
Die beschriebenen zyklischen Verläufe mit vorübergehender Besserung unter Antibiotikatherapie sprechen mit hoher Wahrscheinlichkeit für ein persistierendes infektiologisches Geschehen mit intermittierender Keimfreisetzung.
Aus medizinischer Sicht ist daher dringend zu empfehlen:
1. Blutkulturen während der Fieberphasen, möglichst vor Beginn einer Antibiotikatherapie
2. Erweiterte Labordiagnostik (CRP, Prokalzitonin, Leukozyten) in Verlaufsserien
3. Spezifische Bildgebung (MRCP, ggf. PET-CT) zur Detektion okkulter Entzündungsherde
4. Kardiologische Abklärung mittels Echokardiografie zum Ausschluss einer Endokarditis
5. Vorstellung bei einem Infektiologen zur gezielten Ursachenfahndung und Therapieoptimierung
Die diskutierte Anlage einer biliären Drainage ist medizinisch ein etablierter Ansatz zur Entlastung des Gallensystems und zur Reduktion bakterieller Besiedlung. Allerdings ist der damit verbundene Pflegeaufwand, insbesondere bei hochbetagten und geschwächten Patienten, realistisch zu bewerten. Hier sollte zwingend geprüft werden, ob eine ambulante pflegerische Unterstützung sichergestellt werden kann.
Rechtlich ist hervorzuheben, dass bei anhaltender Symptomatik trotz mehrfacher stationärer Behandlungen ein Anspruch auf eine qualifizierte Zweitmeinung besteht. Dies gilt insbesondere vor weiteren invasiven Maßnahmen. Die Vorstellung in einem spezialisierten Zentrum ist daher ausdrücklich zu befürworten. Auch bei eingeschränktem Allgemeinzustand kann ein Transport medizinisch organisiert werden (z. B. Krankentransport), sofern eine ärztliche Verordnung vorliegt.
Darüber hinaus ergibt sich aus dem Patientenrechtegesetz die Verpflichtung der behandelnden Ärzte, eine leitliniengerechte Diagnostik und Therapie sicherzustellen. Bei unklaren oder persistierenden Verläufen gehört hierzu auch die Einbindung weiterer Fachdisziplinen sowie gegebenenfalls die Überweisung an ein spezialisiertes Zentrum.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geschilderten Verläufe ernst zu nehmen sind und eine konsequente weiterführende Diagnostik erforderlich machen. Eine rein symptomatische Behandlung mit wiederholten Antibiotikagaben ohne Klärung der Ursache ist langfristig nicht ausreichend.
Achtet darauf, dass ihr nicht in einem Krankenhaus seid, bei dem alles gemacht wird, was Geld bringt, aber unnötig ist. Bestehen sie bei so einem schweren Krankheitsbild immer darauf, mit einem Oberarzt zu sprechen.
Zweitmeinung ist der einzige nächste Schritt, ich selber bin in Düsseldorf bei Professor Lüdde (Leber, Bauchspeicheldrüse, Gastroenterologie)
Gute Besserung, viel Erfolg!
Mit freundlichen Grüßen
Dirk Hamacher
Liebe Grüße
Dirk Hamacher
57 Jahre alt, Düsseldorf
Diagnosen: CIDP – Chronische Pankreatitis – Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)
Kontakt: dirk.hamacher1968@gmail.com
Dirk Hamacher
57 Jahre alt, Düsseldorf
Diagnosen: CIDP – Chronische Pankreatitis – Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)
Kontakt: dirk.hamacher1968@gmail.com
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Sven28
- Beiträge: 1
- Registriert: 31. März 2026, 14:51
Re: Rezidiviernde Fieberschübe nach Whipple Op
Das ist genau der Spießrutenlauf, den man nach einer Whipple-OP durchmacht, Dirk. Mein Onkel hatte das Gleiche: Dieses Fieber, das mit Antibiotika verschwindet und sofort wiederkommt, wenn man sie absetzt, macht einen wahnsinnig. Wir haben schließlich verstanden, dass ohne die Papilla Vateri (dieses kleine natürliche Ventil) die Bakterien aus dem Verdauungstrakt quasi "freie Fahrt" nach oben zur Leber haben. Was man oft vergisst: Selbst wenn das MRT sauber aussieht, können sich Bakterien an den Nahtfäden der Anastomose festsetzen. Das ist ein winziges "Klempner-Detail", aber es entstehen Mikro-Herde, die immer wieder aufflammen. Er musste auf eine spezielle Endoskopie bestehen, um das alles mal richtig durchzuspülen, weil die Blutwerte allein nicht alles verraten haben.
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Andreas188
- Beiträge: 1
- Registriert: 21. Oktober 2026, 13:03
Re: Rezidiviernde Fieberschübe nach Whipple Op
Hallo Dirk,
auch ich habe nach Whipple OP im Jahr 2019 alle 4-6 Wochen Fieber.
1 Tag und dann ist es wieder weg.
Das geht nun seit Jahren so. Kein Arzt wusste bisher eine Lösung.
Meißt alle 4-6 Wochen, ab und zu, wie gerade jetzt waren es seit Mai, 4 Monate ohne Fieber.
Nach dem Fieber geht mir wieder gut.
Ich weiss auch nicht woher das kommt. Essen, Stress oder körperliche Anstrengung führen oft dazu.
Ansonsten fühle ich mich mit 61 eigentlich fit und treibe regelmäßog Sport.
Grüsse
Andreas
auch ich habe nach Whipple OP im Jahr 2019 alle 4-6 Wochen Fieber.
1 Tag und dann ist es wieder weg.
Das geht nun seit Jahren so. Kein Arzt wusste bisher eine Lösung.
Meißt alle 4-6 Wochen, ab und zu, wie gerade jetzt waren es seit Mai, 4 Monate ohne Fieber.
Nach dem Fieber geht mir wieder gut.
Ich weiss auch nicht woher das kommt. Essen, Stress oder körperliche Anstrengung führen oft dazu.
Ansonsten fühle ich mich mit 61 eigentlich fit und treibe regelmäßog Sport.
Grüsse
Andreas
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mbrenner_kn
- Beiträge: 5
- Registriert: 19. Oktober 2026, 16:06
Re: Rezidiviernde Fieberschübe nach Whipple Op
Moin Andreas188, bei mir war das ähnlich, nach der OP hatte ich auch immer wieder so einen Tag mit Fieber und Schüttelfrost, dann war wieder nix. Bei mir kams meistens nach fettem Essen oder wenn ich mich vorallem beim Radeln übernommen hab, und seit ich da etwas langsamer mache und kleinere Portionen esse, sind die Abstände ziemlich lang geworden, ganz weg isses aber garnicht. Ob das bei dir auch so hilft weiß ich nich, aber bei mir wars halt ein Versuch wert 🙂
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Harpyia
- Beiträge: 68
- Registriert: 21. August 2017, 08:38
Re: Rezidiviernde Fieberschübe nach Whipple Op
Hallo liebe Betroffene,
mein Vater hatte Ende Januar eine Whipple Operation, die auch gut verlaufen ist. Es wurde der Pancreaskopf entfernt, da dort ein Karzinom nachgewiesen wurde. Er hat 20kg abgenommen und wiegt mit 1,80m noch 59 kg. Deshalb bekommt er auch noch zusätzlich Astronautenkost.
Nun leidet mein Vater immer wieder an Fieberschüben mit Schüttelfrost. Das erste Mal trat das Fieber in der Reha 4 Wochen nach der Op auf. Mittlerweile kommen die Fieberschübe ( 38,5-39,5 Grad) denen immer Schüttelfrost und teilweise auch Magenschmerzen vorausgehen im 8-9 Tage Rhythmus. Heute kam sogar ein Fieberschub, obwohl er erst gestern hohes Fieber hatte. Das Kuriose an dieser Sache ist, dass das Fieber immer am Abend kommt und am nächsten Morgen wieder weg ist. Natürlich ist mein Vater dann geschwächt, aber ansonsten geht es ihm gut. Er wurde auch schon vor ein paar Wochen stationär in der Klinik aufgenommen, um CT‘s , MRT‘s zu machen, das Herz und die Galle zu untersuchen, aber laut den Ärzten ist alles okay. Kaum war er wieder zuhause, kam es erneut zu einem Fieberschub. Ich bin allmählich etwas beunruhigt, da sich die Abstände der Fieberschübe immer mehr verkürzen und das Fieber eher steigt. Habt ihr eine Idee? Kann das auch mit Überlastung zusammenhängen? Mein Vater ist schon über 80 und geht noch zum Einkaufen, obwohl es ihn anstrengt, 3 Minuten zu stehen. Aber er lässt da nicht mit sich reden und will meine Mutter versorgen, die auf Hilfe angewiesen ist. Ich habe schon einen ambulanten Pflegedienst, der auch Einkäufe übernimmt organisiert, aber mein Vater will nicht akzeptieren, dass es nicht mehr wie vor der OP ist. Kann
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Dirk Hamacher
Beiträge: 7
Registriert: 26. Mai 2025, 14:57
Beitrag
von Dirk Hamacher » 29. Mai 2025, 20:47
Hallo Kann,
ich habe mich in den letzten drei Jahren ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt auch zur Vorbereitung auf meine Zukunft. Ich habe folgendes dazu zu sagen:
Ihr berichtet, dass der Vater weiterhin Aufgaben übernimmt wie Einkaufen, obwohl er körperlich stark eingeschränkt ist und nur kurze Zeit stehen kann. Dies könnte ein Belastungsfaktor sein, scheint aber nicht die alleinige Ursache zu sein.
Was bekommt der im Krankenhaus was er zu Hause nicht bekommt? Weil, wenn er aus dem Krankenhaus entlassen wird und zu Hause sofort wieder Fieber bekommt, liegt es nicht am Krankenhaus. Infusion vielleicht? Gibt es einen Stoff in der Umgebung: Farbe, Gase, oder isst er heimlich Schokolade, sind die Medikamente richtig dosiert, etc.
Sie müssen tiefer nachforschen, beobachten sie ihren Vater über mehrere Tage lang (nicht heimlich), notieren Sie alles, führen sie Tagebuch, schließen Sie auch unwahrscheinliches nicht aus!
Mögliche Ursachen für die wiederkehrenden Fieberschübe könnten auch sein:
ein versteckter intraabdomineller Infekt (z. B. Mikroabszess),
eine chronische Entzündung im Bereich der Gallenwege (Cholangitis),
eine intermittierende bakterielle Endokarditis,
eine Störung im Bereich der chirurgischen Nähte oder Anastomosen,
ein Tumorfieber im Rahmen eines möglichen Rückfalls (Rezidiv),
oder eine bislang nicht erkannte Infektion, eventuell durch geschwächte Immunlage nach der Operation.
Wichtige Hinweise für Betroffene oder Angehörige mit ähnlichen Erfahrungen:
Blutkulturen sollten während der Fieberphase abgenommen werden, möglichst vor Gabe von fiebersenkenden Medikamenten.
Zusätzlich sollte das Blutbild (insbesondere CRP, Leukozyten, Prokalzitonin) regelmäßig kontrolliert werden.
Bildgebung wie PET-CT oder MRCP kann helfen, Infekte oder Tumorreste sichtbar zu machen.
Auch eine Herzuntersuchung (Echokardiografie) zum Ausschluss einer Herzklappenentzündung ist sinnvoll.
Ein infektiologisches Konsil kann helfen, seltene Infekte zu identifizieren.
Wichtig ist auch, dass Patienten nach so einer großen Operation lernen, Belastung zu reduzieren und Hilfe anzunehmen. Überforderung kann den Allgemeinzustand verschlechtern, ist aber vermutlich nicht die Hauptursache der Fieberschübe.
Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder medizinische Hinweise geben kann, sollte sich äußern, gerade seltene Verläufe könnten anderen Betroffenen helfen.
Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen und Ihnen Ideen für die fortgeschrittene Suche geben. Alles gute! Dirk
Liebe Grüße
Dirk Hamacher
57 Jahre alt, Düsseldorf
Diagnosen: CIDP – Chronische Pankreatitis – Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)
Kontakt: dirk.hamacher1968@gmail.com
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Katjaklein
Beiträge: 43
Registriert: 11. April 2025, 20:20
von Katjaklein » 2. Dezember 2025, 13:52
Fast so ähnlich, ist es bei meinem Vati. Aber tausende Untersuchungen später und im KH ist natürlich immer alles tipi topi.
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AnChLi
Beiträge: 2
Registriert: 29. Mai 2025, 00:07
Ungelesener Beitrag
von AnChLi » 22. März 2026, 00:54
Hallo, mein Vater wurde mittlerweile nochmals operiert. Der Chirurg der die erste Whipple Op durchgeführt hat, meinte, dass das Fieber von einer Cholangitis ausgelöst wird. Obwohl mein Vater in einem nicht wirklich guten Zustand war, wurde sein Bauch erneut aufgeschnitten und die Whipple Op quasi wiederholt bzw. eine „ Umgehung“ gelegt. Wir alle hofften, dass es nun aufwärts gehen würde. Drei Wochen nach dem Klinikaufenthalt gingen die Fieberschübe jedoch wieder von vorne los. Mein Vater hat sehr wenig Appetit und ist durchgängig total erschöpft. Im Rhythmus von etwa drei Wochen bekommt er so hohes Fieber, dass er wieder Antibiotikum benötigt. Danach geht es für eine Woche besser, dann kommt erst wieder leichtes Fieber und zunehmende Schwäche und letzt endlich erneut hohes Fieber. Ein ewiger Kreislauf. Die Ärzte meinten, man könne noch eine Drainage in die Leber legen, um Keime in der Galle zu unterbinden. Der Vorteil: Es ist wohl eine relativ kleine Operation, die auch reversibel ist, wenn diese Therapie nicht helfen sollte. Der Nachteil: Die Drainage muss 3 mal täglich gespült werden, was für einen 83- jährigen Mann nicht so einfach ist. Jetzt will sich mein Vater in Heidelberg eine Zweitmeinung einholen, was ich sehr befürworte. Allerdings frage ich mich, wie er das bei seinem schlechten Allgemeinzustand schaffen soll. In den bis jetzt erfolgten CT‘s wurden zum Glück kein Tumorrezidiv oder Metastasen diagnostiziert. Ich denke, die Schwäche und das Fieber hängen mit der Whipple Op zusammen. Allmählich verzweifeln meine Eltern und ich, dass keiner der behandelnden Ärzte bis jetzt die Ursache gefunden hat. Hat zufällig von euch jemand einen ähnlichen Verlauf? Vielen Dank im Voraus.
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Dirk Hamacher
Beiträge: 7
Ungelesener Beitrag
von Dirk Hamacher » 22. März 2026, 12:36
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Rahmen der geschilderten Fallverläufe nach Whipple-Operation mit rezidivierenden Fieberschüben ergibt sich aus medizinischer und organisatorischer Sicht ein komplexes Bild, das einer strukturierten und interdisziplinären Abklärung bedarf.
Medizinisch ist zunächst festzuhalten, dass wiederkehrende Fieberschübe nach einer Pankreaskopfresektion keineswegs selten sind, jedoch immer als potenziell behandlungsbedürftig einzustufen sind. Die im Forum genannten Verdachtsdiagnosen sind grundsätzlich plausibel und entsprechen dem aktuellen medizinischen Kenntnisstand. Insbesondere sind folgende Ursachen differenzialdiagnostisch zu berücksichtigen:
- Rezidivierende Cholangitis, insbesondere bei veränderten biliären Abflussverhältnissen oder Anastomosenproblemen
- Intraabdominelle Infektionen (z. B. Mikroabszesse), die bildgebend nicht immer sofort nachweisbar sind
- Anastomoseninsuffizienzen oder funktionelle Störungen im Bereich der biliodigestiven Anastomose
- Bakteriämien unklarer Genese, ggf. auch im Rahmen einer Endokarditis
- Tumorassoziiertes Fieber, auch bei initial unauffälliger Bildgebung
Die beschriebenen zyklischen Verläufe mit vorübergehender Besserung unter Antibiotikatherapie sprechen mit hoher Wahrscheinlichkeit für ein persistierendes infektiologisches Geschehen mit intermittierender Keimfreisetzung.
Aus medizinischer Sicht ist daher dringend zu empfehlen:
1. Blutkulturen während der Fieberphasen, möglichst vor Beginn einer Antibiotikatherapie
2. Erweiterte Labordiagnostik (CRP, Prokalzitonin, Leukozyten) in Verlaufsserien
3. Spezifische Bildgebung (MRCP, ggf. PET-CT) zur Detektion okkulter Entzündungsherde
4. Kardiologische Abklärung mittels Echokardiografie zum Ausschluss einer Endokarditis
5. Vorstellung bei einem Infektiologen zur gezielten Ursachenfahndung und Therapieoptimierung
Die diskutierte Anlage einer biliären Drainage ist medizinisch ein etablierter Ansatz zur Entlastung des Gallensystems und zur Reduktion bakterieller Besiedlung. Allerdings ist der damit verbundene Pflegeaufwand, insbesondere bei hochbetagten und geschwächten Patienten, realistisch zu bewerten. Hier sollte zwingend geprüft werden, ob eine ambulante pflegerische Unterstützung sichergestellt werden kann.
Rechtlich ist hervorzuheben, dass bei anhaltender Symptomatik trotz mehrfacher stationärer Behandlungen ein Anspruch auf eine qualifizierte Zweitmeinung besteht. Dies gilt insbesondere vor weiteren invasiven Maßnahmen. Die Vorstellung in einem spezialisierten Zentrum ist daher ausdrücklich zu befürworten. Auch bei eingeschränktem Allgemeinzustand kann ein Transport medizinisch organisiert werden (z. B. Krankentransport), sofern eine ärztliche Verordnung vorliegt.
Darüber hinaus ergibt sich aus dem Patientenrechtegesetz die Verpflichtung der behandelnden Ärzte, eine leitliniengerechte Diagnostik und Therapie sicherzustellen. Bei unklaren oder persistierenden Verläufen gehört hierzu auch die Einbindung weiterer Fachdisziplinen sowie gegebenenfalls die Überweisung an ein spezialisiertes Zentrum.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geschilderten Verläufe ernst zu nehmen sind und eine konsequente weiterführende Diagnostik erforderlich machen. Eine rein symptomatische Behandlung mit wiederholten Antibiotikagaben ohne Klärung der Ursache ist langfristig nicht ausreichend.
Achtet darauf, dass ihr nicht in einem Krankenhaus seid, bei dem alles gemacht wird, was Geld bringt, aber unnötig ist. Bestehen sie bei so einem schweren Krankheitsbild immer darauf, mit einem Oberarzt zu sprechen.
Zweitmeinung ist der einzige nächste Schritt, ich selber bin in Düsseldorf bei Professor Lüdde (Leber, Bauchspeicheldrüse, Gastroenterologie)
Gute Besserung, viel Erfolg!
Mit freundlichen Grüßen
Dirk Hamacher
Liebe Grüße
Dirk Hamacher
57 Jahre alt, Düsseldorf
Diagnosen: CIDP – Chronische Pankreatitis – Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)
Kontakt: dirk.hamacher1968@gmail.com
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Sven28
Beiträge: 1
Registriert: 31. März 2026, 14:51
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von Sven28 » 31. März 2026, 14:56
Das ist genau der Spießrutenlauf, den man nach einer Whipple-OP durchmacht, Dirk. Mein Onkel hatte das Gleiche: Dieses Fieber, das mit Antibiotika verschwindet und sofort wiederkommt, wenn man sie absetzt, macht einen wahnsinnig. Wir haben schließlich verstanden, dass ohne die Papilla Vateri (dieses kleine natürliche Ventil) die Bakterien aus dem Verdauungstrakt quasi "freie Fahrt" nach oben zur Leber haben. Was man oft vergisst: Selbst wenn das MRT sauber aussieht, können sich Bakterien an den Nahtfäden der Anastomose festsetzen. Das ist ein winziges "Klempner-Detail", aber es entstehen Mikro-Herde, die immer wieder aufflammen. Er musste auf eine spezielle Endoskopie bestehen, um das alles mal richtig durchzuspülen, weil die Blutwerte allein nicht alles verraten haben.
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Andreas188
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von Andreas188 » 21. Oktober 2026, 13:09
Hallo Dirk,
auch ich habe nach Whipple OP im Jahr 2019 alle 4-6 Wochen Fieber.
1 Tag und dann ist es wieder weg.
Das geht nun seit Jahren so. Kein Arzt wusste bisher eine Lösung.
Meißt alle 4-6 Wochen, ab und zu, wie gerade jetzt waren es seit Mai, 4 Monate ohne Fieber.
Nach dem Fieber geht mir wieder gut.
Ich weiss auch nicht woher das kommt. Essen, Stress oder körperliche Anstrengung führen oft dazu.
Ansonsten fühle ich mich mit 61 eigentlich fit und treibe regelmäßog Sport.
Grüsse
Andreas
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mbrenner_kn
Beiträge: 5
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von mbrenner_kn » 21. Oktober 2026, 13:31
Moin Andreas188, bei mir war das ähnlich, nach der OP hatte ich auch immer wieder so einen Tag mit Fieber und Schüttelfrost, dann war wieder nix. Bei mir kams meistens nach fettem Essen oder wenn ich mich vorallem beim Radeln übernommen hab, und seit ich da etwas langsamer mache und kleinere Portionen esse, sind die Abstände ziemlich lang geworden, ganz weg isses aber garnicht. Ob das bei dir auch so hilft weiß ich nich, aber bei mir wars halt ein Versuch wert 🙂
Hallo zusammen,
in euren Beiträgen finde ich teils exakt meine Beschwerden wieder! Ich hatte Ende 2017 nach missglückter Whipple eine Notoperation mit allem Pipapo (vollständige Entfernung der BSD, der Galle , des Zwölffingerdarms, der Milz, das Bauchnetz. Jahre davor Entfernung eines Teils des Dickdarms und davor Entfernung eines Teils des Dünndarmsdarms ). Mit Fieberschüben, teilweiser extremer Müdigkeit und Erschöpfung habe ich bereits seit der Operation zu kämpfen, hinzu kommt das nach diesen Operationen sich mein Restless Leg Syndrom derart verschlechtert hat dass ich seit knapp einem Jahr Oxycodon und Pramipexol einnehmen muss , aber damit habe ich immerhin mein Restless Leg (noch) im Griff. Meine Fieberschübe haben sich aber in den letzten 2 Jahren arg verschlechtert. Dass erste Mal , dass ich Fieber drei Monate am Stück unter Fieber litt war nach der 5. Corona Impfung, aber ob da ein Zusammenhang besteht ist fraglich. Ich hatte drei Monate lang jeden (!) Abend Fieber, tagsüber dann total erschöpft aber das Fieber war es so gut wie weg. Dieses Frühjahr hatte ich eine schwere Blasenentzündung mit knapp 40 Fieber, das zweite Antibiotika hatte dann zwar gut geholfen, dann hatte ich aber fast vier Monate lang jeden Abend Fieber, von 52 auf 45 abgenommen, körperlich und seelisch total fertig, meine Hausärztin sehr bemüht aber kam auch nicht weiter, im Klinikum Essen Rüttenscheid vorstellig geworden, dort wurde bei 39 grad Fieber zweimal eine Blutkultur (wegen Verdacht auf Cholangitis) angelegt, leider jeweils ohne Befund. Ich sollte zu weiteren Blutkulturen vorstellig werden, aber dass Fieber pendelte sich immer um die 38,5 grad ein, zu niedrig für Blutkultur, war es denn mal höher war ich einfach zu fertig um mich von meinem Mann mitten in der Nacht nach Essen fahren zu lassen (Fahrzeit knapp 1 Stunde). Dann veranlasste meine Hausärztin eine PET/CT im Essener Uniklinikum, auch ohne Befund , außer das die Leber sich nur diffus darstellen ließ. Daher sollte ich mich um einen ambulanten Termin bei einer Hepatologie und bei einer Hämatologie Sprechstunde in einem Krankenhaus bemühen. Na das war vielleicht eine Odyssee ! Wurde laufend abgelehnt, meine Hausärztin hat versucht einen ambulanten Termin für mich in der Hämatologie zu bekommen, keine Chance. Ich sollte mich immer notfallmässig stationär aufnehmen lassen. Aus langjähriger Erfahrung wissen meine Hausärztin und ich, dass das nicht bringt, außer 3 bis 4 Bett Zimmer und der Einholung weiterer Infektionen wie Blasenentzündung etc. Wegen meines stark geschwächten Immunsystems. Nach 4 Monaten war der Spuk aber tatsächlich vorbei, was mir wie ein Wunder vorkam und ich habe/hatte wieder so etwas wie Lebensqualität. Im September war ich sogar 4 Wochen lang fieberfrei habe das einfach genossen und mich nicht mehr um Termine für Hepatologie, Hämatologie etc. gekümmert. Seit drei Wochen bekomme ich nun doch hin und wieder Fieber, aber meistens nach kleineren Belastungen oder nach einem Zahnarzteingriff, aber trotzdem ist das Fieber, wenn auch nur für einen Tag, sehr belastend, zumal ich auch weiterhin kaum geschafft habe zuzunehmen.
Mich würde interessieren, ob es hier im Forum auch Betroffene gibt, die über derartige Wochen andauernde i. d. R. auf den Abend und Nacht beschränkte Fieberschübe leiden und wie sie damit umgehen?
Liebe Grüße an alle, Inge
mein Vater hatte Ende Januar eine Whipple Operation, die auch gut verlaufen ist. Es wurde der Pancreaskopf entfernt, da dort ein Karzinom nachgewiesen wurde. Er hat 20kg abgenommen und wiegt mit 1,80m noch 59 kg. Deshalb bekommt er auch noch zusätzlich Astronautenkost.
Nun leidet mein Vater immer wieder an Fieberschüben mit Schüttelfrost. Das erste Mal trat das Fieber in der Reha 4 Wochen nach der Op auf. Mittlerweile kommen die Fieberschübe ( 38,5-39,5 Grad) denen immer Schüttelfrost und teilweise auch Magenschmerzen vorausgehen im 8-9 Tage Rhythmus. Heute kam sogar ein Fieberschub, obwohl er erst gestern hohes Fieber hatte. Das Kuriose an dieser Sache ist, dass das Fieber immer am Abend kommt und am nächsten Morgen wieder weg ist. Natürlich ist mein Vater dann geschwächt, aber ansonsten geht es ihm gut. Er wurde auch schon vor ein paar Wochen stationär in der Klinik aufgenommen, um CT‘s , MRT‘s zu machen, das Herz und die Galle zu untersuchen, aber laut den Ärzten ist alles okay. Kaum war er wieder zuhause, kam es erneut zu einem Fieberschub. Ich bin allmählich etwas beunruhigt, da sich die Abstände der Fieberschübe immer mehr verkürzen und das Fieber eher steigt. Habt ihr eine Idee? Kann das auch mit Überlastung zusammenhängen? Mein Vater ist schon über 80 und geht noch zum Einkaufen, obwohl es ihn anstrengt, 3 Minuten zu stehen. Aber er lässt da nicht mit sich reden und will meine Mutter versorgen, die auf Hilfe angewiesen ist. Ich habe schon einen ambulanten Pflegedienst, der auch Einkäufe übernimmt organisiert, aber mein Vater will nicht akzeptieren, dass es nicht mehr wie vor der OP ist. Kann
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Dirk Hamacher
Beiträge: 7
Registriert: 26. Mai 2025, 14:57
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von Dirk Hamacher » 29. Mai 2025, 20:47
Hallo Kann,
ich habe mich in den letzten drei Jahren ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt auch zur Vorbereitung auf meine Zukunft. Ich habe folgendes dazu zu sagen:
Ihr berichtet, dass der Vater weiterhin Aufgaben übernimmt wie Einkaufen, obwohl er körperlich stark eingeschränkt ist und nur kurze Zeit stehen kann. Dies könnte ein Belastungsfaktor sein, scheint aber nicht die alleinige Ursache zu sein.
Was bekommt der im Krankenhaus was er zu Hause nicht bekommt? Weil, wenn er aus dem Krankenhaus entlassen wird und zu Hause sofort wieder Fieber bekommt, liegt es nicht am Krankenhaus. Infusion vielleicht? Gibt es einen Stoff in der Umgebung: Farbe, Gase, oder isst er heimlich Schokolade, sind die Medikamente richtig dosiert, etc.
Sie müssen tiefer nachforschen, beobachten sie ihren Vater über mehrere Tage lang (nicht heimlich), notieren Sie alles, führen sie Tagebuch, schließen Sie auch unwahrscheinliches nicht aus!
Mögliche Ursachen für die wiederkehrenden Fieberschübe könnten auch sein:
ein versteckter intraabdomineller Infekt (z. B. Mikroabszess),
eine chronische Entzündung im Bereich der Gallenwege (Cholangitis),
eine intermittierende bakterielle Endokarditis,
eine Störung im Bereich der chirurgischen Nähte oder Anastomosen,
ein Tumorfieber im Rahmen eines möglichen Rückfalls (Rezidiv),
oder eine bislang nicht erkannte Infektion, eventuell durch geschwächte Immunlage nach der Operation.
Wichtige Hinweise für Betroffene oder Angehörige mit ähnlichen Erfahrungen:
Blutkulturen sollten während der Fieberphase abgenommen werden, möglichst vor Gabe von fiebersenkenden Medikamenten.
Zusätzlich sollte das Blutbild (insbesondere CRP, Leukozyten, Prokalzitonin) regelmäßig kontrolliert werden.
Bildgebung wie PET-CT oder MRCP kann helfen, Infekte oder Tumorreste sichtbar zu machen.
Auch eine Herzuntersuchung (Echokardiografie) zum Ausschluss einer Herzklappenentzündung ist sinnvoll.
Ein infektiologisches Konsil kann helfen, seltene Infekte zu identifizieren.
Wichtig ist auch, dass Patienten nach so einer großen Operation lernen, Belastung zu reduzieren und Hilfe anzunehmen. Überforderung kann den Allgemeinzustand verschlechtern, ist aber vermutlich nicht die Hauptursache der Fieberschübe.
Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder medizinische Hinweise geben kann, sollte sich äußern, gerade seltene Verläufe könnten anderen Betroffenen helfen.
Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen und Ihnen Ideen für die fortgeschrittene Suche geben. Alles gute! Dirk
Liebe Grüße
Dirk Hamacher
57 Jahre alt, Düsseldorf
Diagnosen: CIDP – Chronische Pankreatitis – Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)
Kontakt: dirk.hamacher1968@gmail.com
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Katjaklein
Beiträge: 43
Registriert: 11. April 2025, 20:20
von Katjaklein » 2. Dezember 2025, 13:52
Fast so ähnlich, ist es bei meinem Vati. Aber tausende Untersuchungen später und im KH ist natürlich immer alles tipi topi.
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AnChLi
Beiträge: 2
Registriert: 29. Mai 2025, 00:07
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von AnChLi » 22. März 2026, 00:54
Hallo, mein Vater wurde mittlerweile nochmals operiert. Der Chirurg der die erste Whipple Op durchgeführt hat, meinte, dass das Fieber von einer Cholangitis ausgelöst wird. Obwohl mein Vater in einem nicht wirklich guten Zustand war, wurde sein Bauch erneut aufgeschnitten und die Whipple Op quasi wiederholt bzw. eine „ Umgehung“ gelegt. Wir alle hofften, dass es nun aufwärts gehen würde. Drei Wochen nach dem Klinikaufenthalt gingen die Fieberschübe jedoch wieder von vorne los. Mein Vater hat sehr wenig Appetit und ist durchgängig total erschöpft. Im Rhythmus von etwa drei Wochen bekommt er so hohes Fieber, dass er wieder Antibiotikum benötigt. Danach geht es für eine Woche besser, dann kommt erst wieder leichtes Fieber und zunehmende Schwäche und letzt endlich erneut hohes Fieber. Ein ewiger Kreislauf. Die Ärzte meinten, man könne noch eine Drainage in die Leber legen, um Keime in der Galle zu unterbinden. Der Vorteil: Es ist wohl eine relativ kleine Operation, die auch reversibel ist, wenn diese Therapie nicht helfen sollte. Der Nachteil: Die Drainage muss 3 mal täglich gespült werden, was für einen 83- jährigen Mann nicht so einfach ist. Jetzt will sich mein Vater in Heidelberg eine Zweitmeinung einholen, was ich sehr befürworte. Allerdings frage ich mich, wie er das bei seinem schlechten Allgemeinzustand schaffen soll. In den bis jetzt erfolgten CT‘s wurden zum Glück kein Tumorrezidiv oder Metastasen diagnostiziert. Ich denke, die Schwäche und das Fieber hängen mit der Whipple Op zusammen. Allmählich verzweifeln meine Eltern und ich, dass keiner der behandelnden Ärzte bis jetzt die Ursache gefunden hat. Hat zufällig von euch jemand einen ähnlichen Verlauf? Vielen Dank im Voraus.
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Dirk Hamacher
Beiträge: 7
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von Dirk Hamacher » 22. März 2026, 12:36
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Rahmen der geschilderten Fallverläufe nach Whipple-Operation mit rezidivierenden Fieberschüben ergibt sich aus medizinischer und organisatorischer Sicht ein komplexes Bild, das einer strukturierten und interdisziplinären Abklärung bedarf.
Medizinisch ist zunächst festzuhalten, dass wiederkehrende Fieberschübe nach einer Pankreaskopfresektion keineswegs selten sind, jedoch immer als potenziell behandlungsbedürftig einzustufen sind. Die im Forum genannten Verdachtsdiagnosen sind grundsätzlich plausibel und entsprechen dem aktuellen medizinischen Kenntnisstand. Insbesondere sind folgende Ursachen differenzialdiagnostisch zu berücksichtigen:
- Rezidivierende Cholangitis, insbesondere bei veränderten biliären Abflussverhältnissen oder Anastomosenproblemen
- Intraabdominelle Infektionen (z. B. Mikroabszesse), die bildgebend nicht immer sofort nachweisbar sind
- Anastomoseninsuffizienzen oder funktionelle Störungen im Bereich der biliodigestiven Anastomose
- Bakteriämien unklarer Genese, ggf. auch im Rahmen einer Endokarditis
- Tumorassoziiertes Fieber, auch bei initial unauffälliger Bildgebung
Die beschriebenen zyklischen Verläufe mit vorübergehender Besserung unter Antibiotikatherapie sprechen mit hoher Wahrscheinlichkeit für ein persistierendes infektiologisches Geschehen mit intermittierender Keimfreisetzung.
Aus medizinischer Sicht ist daher dringend zu empfehlen:
1. Blutkulturen während der Fieberphasen, möglichst vor Beginn einer Antibiotikatherapie
2. Erweiterte Labordiagnostik (CRP, Prokalzitonin, Leukozyten) in Verlaufsserien
3. Spezifische Bildgebung (MRCP, ggf. PET-CT) zur Detektion okkulter Entzündungsherde
4. Kardiologische Abklärung mittels Echokardiografie zum Ausschluss einer Endokarditis
5. Vorstellung bei einem Infektiologen zur gezielten Ursachenfahndung und Therapieoptimierung
Die diskutierte Anlage einer biliären Drainage ist medizinisch ein etablierter Ansatz zur Entlastung des Gallensystems und zur Reduktion bakterieller Besiedlung. Allerdings ist der damit verbundene Pflegeaufwand, insbesondere bei hochbetagten und geschwächten Patienten, realistisch zu bewerten. Hier sollte zwingend geprüft werden, ob eine ambulante pflegerische Unterstützung sichergestellt werden kann.
Rechtlich ist hervorzuheben, dass bei anhaltender Symptomatik trotz mehrfacher stationärer Behandlungen ein Anspruch auf eine qualifizierte Zweitmeinung besteht. Dies gilt insbesondere vor weiteren invasiven Maßnahmen. Die Vorstellung in einem spezialisierten Zentrum ist daher ausdrücklich zu befürworten. Auch bei eingeschränktem Allgemeinzustand kann ein Transport medizinisch organisiert werden (z. B. Krankentransport), sofern eine ärztliche Verordnung vorliegt.
Darüber hinaus ergibt sich aus dem Patientenrechtegesetz die Verpflichtung der behandelnden Ärzte, eine leitliniengerechte Diagnostik und Therapie sicherzustellen. Bei unklaren oder persistierenden Verläufen gehört hierzu auch die Einbindung weiterer Fachdisziplinen sowie gegebenenfalls die Überweisung an ein spezialisiertes Zentrum.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geschilderten Verläufe ernst zu nehmen sind und eine konsequente weiterführende Diagnostik erforderlich machen. Eine rein symptomatische Behandlung mit wiederholten Antibiotikagaben ohne Klärung der Ursache ist langfristig nicht ausreichend.
Achtet darauf, dass ihr nicht in einem Krankenhaus seid, bei dem alles gemacht wird, was Geld bringt, aber unnötig ist. Bestehen sie bei so einem schweren Krankheitsbild immer darauf, mit einem Oberarzt zu sprechen.
Zweitmeinung ist der einzige nächste Schritt, ich selber bin in Düsseldorf bei Professor Lüdde (Leber, Bauchspeicheldrüse, Gastroenterologie)
Gute Besserung, viel Erfolg!
Mit freundlichen Grüßen
Dirk Hamacher
Liebe Grüße
Dirk Hamacher
57 Jahre alt, Düsseldorf
Diagnosen: CIDP – Chronische Pankreatitis – Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)
Kontakt: dirk.hamacher1968@gmail.com
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Sven28
Beiträge: 1
Registriert: 31. März 2026, 14:51
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von Sven28 » 31. März 2026, 14:56
Das ist genau der Spießrutenlauf, den man nach einer Whipple-OP durchmacht, Dirk. Mein Onkel hatte das Gleiche: Dieses Fieber, das mit Antibiotika verschwindet und sofort wiederkommt, wenn man sie absetzt, macht einen wahnsinnig. Wir haben schließlich verstanden, dass ohne die Papilla Vateri (dieses kleine natürliche Ventil) die Bakterien aus dem Verdauungstrakt quasi "freie Fahrt" nach oben zur Leber haben. Was man oft vergisst: Selbst wenn das MRT sauber aussieht, können sich Bakterien an den Nahtfäden der Anastomose festsetzen. Das ist ein winziges "Klempner-Detail", aber es entstehen Mikro-Herde, die immer wieder aufflammen. Er musste auf eine spezielle Endoskopie bestehen, um das alles mal richtig durchzuspülen, weil die Blutwerte allein nicht alles verraten haben.
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Andreas188
Beiträge: 1
Registriert: 21. Oktober 2026, 13:03
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von Andreas188 » 21. Oktober 2026, 13:09
Hallo Dirk,
auch ich habe nach Whipple OP im Jahr 2019 alle 4-6 Wochen Fieber.
1 Tag und dann ist es wieder weg.
Das geht nun seit Jahren so. Kein Arzt wusste bisher eine Lösung.
Meißt alle 4-6 Wochen, ab und zu, wie gerade jetzt waren es seit Mai, 4 Monate ohne Fieber.
Nach dem Fieber geht mir wieder gut.
Ich weiss auch nicht woher das kommt. Essen, Stress oder körperliche Anstrengung führen oft dazu.
Ansonsten fühle ich mich mit 61 eigentlich fit und treibe regelmäßog Sport.
Grüsse
Andreas
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mbrenner_kn
Beiträge: 5
Registriert: 19. Oktober 2026, 16:06
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von mbrenner_kn » 21. Oktober 2026, 13:31
Moin Andreas188, bei mir war das ähnlich, nach der OP hatte ich auch immer wieder so einen Tag mit Fieber und Schüttelfrost, dann war wieder nix. Bei mir kams meistens nach fettem Essen oder wenn ich mich vorallem beim Radeln übernommen hab, und seit ich da etwas langsamer mache und kleinere Portionen esse, sind die Abstände ziemlich lang geworden, ganz weg isses aber garnicht. Ob das bei dir auch so hilft weiß ich nich, aber bei mir wars halt ein Versuch wert 🙂
Hallo zusammen,
in euren Beiträgen finde ich teils exakt meine Beschwerden wieder! Ich hatte Ende 2017 nach missglückter Whipple eine Notoperation mit allem Pipapo (vollständige Entfernung der BSD, der Galle , des Zwölffingerdarms, der Milz, das Bauchnetz. Jahre davor Entfernung eines Teils des Dickdarms und davor Entfernung eines Teils des Dünndarmsdarms ). Mit Fieberschüben, teilweiser extremer Müdigkeit und Erschöpfung habe ich bereits seit der Operation zu kämpfen, hinzu kommt das nach diesen Operationen sich mein Restless Leg Syndrom derart verschlechtert hat dass ich seit knapp einem Jahr Oxycodon und Pramipexol einnehmen muss , aber damit habe ich immerhin mein Restless Leg (noch) im Griff. Meine Fieberschübe haben sich aber in den letzten 2 Jahren arg verschlechtert. Dass erste Mal , dass ich Fieber drei Monate am Stück unter Fieber litt war nach der 5. Corona Impfung, aber ob da ein Zusammenhang besteht ist fraglich. Ich hatte drei Monate lang jeden (!) Abend Fieber, tagsüber dann total erschöpft aber das Fieber war es so gut wie weg. Dieses Frühjahr hatte ich eine schwere Blasenentzündung mit knapp 40 Fieber, das zweite Antibiotika hatte dann zwar gut geholfen, dann hatte ich aber fast vier Monate lang jeden Abend Fieber, von 52 auf 45 abgenommen, körperlich und seelisch total fertig, meine Hausärztin sehr bemüht aber kam auch nicht weiter, im Klinikum Essen Rüttenscheid vorstellig geworden, dort wurde bei 39 grad Fieber zweimal eine Blutkultur (wegen Verdacht auf Cholangitis) angelegt, leider jeweils ohne Befund. Ich sollte zu weiteren Blutkulturen vorstellig werden, aber dass Fieber pendelte sich immer um die 38,5 grad ein, zu niedrig für Blutkultur, war es denn mal höher war ich einfach zu fertig um mich von meinem Mann mitten in der Nacht nach Essen fahren zu lassen (Fahrzeit knapp 1 Stunde). Dann veranlasste meine Hausärztin eine PET/CT im Essener Uniklinikum, auch ohne Befund , außer das die Leber sich nur diffus darstellen ließ. Daher sollte ich mich um einen ambulanten Termin bei einer Hepatologie und bei einer Hämatologie Sprechstunde in einem Krankenhaus bemühen. Na das war vielleicht eine Odyssee ! Wurde laufend abgelehnt, meine Hausärztin hat versucht einen ambulanten Termin für mich in der Hämatologie zu bekommen, keine Chance. Ich sollte mich immer notfallmässig stationär aufnehmen lassen. Aus langjähriger Erfahrung wissen meine Hausärztin und ich, dass das nicht bringt, außer 3 bis 4 Bett Zimmer und der Einholung weiterer Infektionen wie Blasenentzündung etc. Wegen meines stark geschwächten Immunsystems. Nach 4 Monaten war der Spuk aber tatsächlich vorbei, was mir wie ein Wunder vorkam und ich habe/hatte wieder so etwas wie Lebensqualität. Im September war ich sogar 4 Wochen lang fieberfrei habe das einfach genossen und mich nicht mehr um Termine für Hepatologie, Hämatologie etc. gekümmert. Seit drei Wochen bekomme ich nun doch hin und wieder Fieber, aber meistens nach kleineren Belastungen oder nach einem Zahnarzteingriff, aber trotzdem ist das Fieber, wenn auch nur für einen Tag, sehr belastend, zumal ich auch weiterhin kaum geschafft habe zuzunehmen.
Mich würde interessieren, ob es hier im Forum auch Betroffene gibt, die über derartige Wochen andauernde i. d. R. auf den Abend und Nacht beschränkte Fieberschübe leiden und wie sie damit umgehen?
Liebe Grüße an alle, Inge